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Bandscheibenschäden - Vorbeugung
Entlastung und Stärkung
DieBandscheiben müssen auf jedenFall entlastet werden. "Kontinuierliches Training der Rumpfmuskulatur hat sich als bestes Mittel gegen anhaltende Schmerzen der Lendenwirbelsäule erwiesen", weiß der Neurochirurg. Ein Physiotherapeut kann dem Patienten erklären, welche Übungen er täglich selbst durchführen sollte. Vorsicht ist bei Muskellähmungen geboten, da die Chancen auf eine komplette Rück-
bildung umso geringer sind, je länger die Lähmung besteht.
"Frische, zunehmende Lähmungen, Blasen- und Mastdarmstörungen und Reithosenanästhesie gelten als Notfall", erklärt Zausinger. Sie müssten sofort in einem Krankenhaus untersucht und so schnell wie möglich operiert werden. Ein operativer Eingriff kommt sonst nur in Betracht, wenn alle nicht operativen Behandlungsformen erfolglos waren. Für die konservative Therapie braucht man allerdings etwas Geduld. "Einige Wochen intensiver, möglichst stationärer Behandlung muss man schon abwarten", empfiehlt der Neurochirurg. Bei einer Operation wird das zerstörte Bandscheibengewebe entfernt, was die beengten Nervenwurzeln entlastet. Mittlerweile gibt es schonende Verfahren wie die Mikrochirurgie. "Das ist heute der Standard", erklärt der Wirbelsäulenspezialist. Neurochirurgen arbeiten hier mit einem Operationsmikroskop, der angelegte Zugang ist nur wenige Zentimeter groß. Narbenbildung und Beschwerden nach der Operation fallen wesentlich geringer aus. Eine weitere Operationsmethode ist die Schlüsselloch-Chirurgie (Endoskopie). Sie hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, "weil dabei das umgebende Gewebe weniger verletzt wird", erklärt Zausinger. Künstliche Bandscheiben eignen sich dagegen nur für Menschen mit hochgradig verkümmerter Bandscheibe ("black disc"). Sie sind jedoch noch kein medizinischer Standard. Eine Bandscheiben-
operation birgt immer Risiken: Schädigung der Nerven und BIutgefäße, Infektionen und eine spätere Instabilität der Wirbelsäule sind nicht auszuschließen. Bilden sich im Operationsgebiet Narben, können die Beschwerden immer wiederkehren. Eine Operation wird deshalb nur durchgeführt, wenn sie dringend notwendig ist und der zu erwartende Nutzen deutlich höher ist als die Risiken.


