Isolierter Bandscheibenschmerz - die Bandscheibe fühlt "doch"
Insgesamt 90% der Bevölkerung in der Bundesrepublik leiden unter Rückenschmerzen. Vielfach sind die Schmerzen chronisch und oft ist eine eindeutige Ursache gar nicht festzustellen. Etwa 30-40% der Rückenschmerzpatienten, bei denen bislang kein Auslöser für ihre Schmerzen festgestellt werden konnte, könnten jedoch von der Entdeckung einer neuen Bandscheibenkrankheit profitieren. "Isolierter Bandscheibenschmerz" nennen die Orthopäden diese "Neuentdeckung", die auf dem Deutschen Orthopädenkongress im November 2003 in Berlin vorgestellt wurde.
Bandscheibe mit Gefühlen
Bislang gingen Mediziner und Ärzte davon aus, dass die Bandscheibe zwar Beschwerden verursachen, aber nicht selbst schmerzen kann, weil sie keine eigenen Schmerzfasern besitzt. Neue Forschungsergebnisse konnten inzwischen die Existenz so genannter intradiskalen Schmerzfasern bestätigen, die dann gebildet werden, wenn die Bandscheibe abgenutzt und vorgeschädigt ist.
Außerdem führt der Bandscheibenverschleiß dazu, dass Schmerz bildende Hormone ausgeschüttet werden, die dem Gehirn über die Nervenbahnen des Rückenmarks Schmerzimpulse vermitteln. Experten sehen in diesem Phänomen auch eine Erklärung dafür, dass viele Patienten trotz einer Bandscheiben-OP weiterhin nicht schmerzfrei sind.
Diagnose mit Schmerzmittel
Wenn Rückenschmerzen über einen längeren Zeitraum nicht auf konventionelle Behandlung reagieren und der Arzt bei anhaltenden Beschwerden keine Krankheitszeichen erkennt, kann dies der Hinweis auf einen isolierten Bandscheibenschmerz sein.
Ein weiterer Verdacht auf diese Diagnose besteht, wenn örtliche Betäubungsmittel an die Nervenwurzeln oder Wirbelgelenke gespritzt werden und sich der Schmerz danach nicht bessert. Dann wird ein so genannter Memory Pain Test gemacht, bei dem Röntgenkontrastmittel direkt in das Bandscheibengewebe gespritzt wird. Eine gesunde Bandscheibe würde bei dieser Behandlung nicht schmerzen: Im Fall eines intradiskalen Schmerzes klagt der Patient über plötzlich auftretende Schmerzen.
Therapie mit Mikrolaser
Die Behandlung mit dem Mikrolaser ist zurzeit die einzig wirksame Behandlung. Diese Lasertherapie unterscheidet sich von herkömmlichen Lasertechniken dadurch, dass die Faser, die den Laserstrahl in den Körper leitet, nur noch 0,2 Millimeter dünn ist. Die Nadel, durch die die Faser eingeführt wird, ist nur 0,65 Millimeter stark. Damit ist der Mikrolaser besonders gewebeschonend.
Die Laserfaser wird in die Haut der Bandscheibe geschoben. Die Energie des Lasers lässt das Bandscheibengewebe schrumpfen und verschweißt auch kleine Einrisse im Gewebe. Das Bandscheibengewebe wird auf diese Weise insgesamt stabiler. Gleichzeitig werden die kleinen Nervenbahnen, die in das Gewebe eingewachsen sind, unterbrochen und die Produktion der Schmerzhormone gestoppt.
Während der Untersuchung liegt der Patient auf der Seite und hat zuvor eine Narkose erhalten. Die Untersuchung dauert 45-60 Minuten und kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden.
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Nach der Behandlung
In der Regel können sich Patienten schon wenige Tage nach der Laserbehandlung wieder gut bewegen, wenn sie ein leichtes Mieder zur Unterstützung tragen. Auch Büroarbeiten können dann wieder aufgenommen werden. Das Tragen und Heben schwerer Lasten ist natürlich noch einige Zeit untersagt.
Empfohlen wird auf jeden Fall eine gezielte Physiotherapie im Anschluss an die Behandlung. Sportliche Aktivitäten können meist nach 3-6 Wochen wieder aufgenommen werden. Die Mikrolaser-Therapie wird von den privaten Krankenkassen bezahlt. Eine Kostenübernahme bei den gesetzlichen Krankenkassen muss vor Beginn der Behandlung abgesprochen werden.