Mikrotherapie bei Bandscheibenvorfall

Bei der Diagnose "Bandscheibenvorfall" denken viele Menschen automatisch an Schmerzen, eine komplizierte Operation an der Wirbelsäule und eine langwierige Reha. Doch dank neuer Behandlungsmethoden wie der Mikrotherapie bleibt immer mehr Menschen eine OP erspart.
Bei der Mikrotherapie werden mit einer feinen Injektionsnadel Medikamente direkt in den Bandscheibenvorfall gespritzt und somit ein Heilungs-
prozess direkt im Körper angeregt.
Der Orthopäde Dr. Christian Mauch, ärztlicher Leiter der Stuttgarter Klinik Dr. Mauch und Dr. Stihler, erklärt den Vorteil der Behandlung: "Während man noch vor wenigen Jahren recht großzügig operiert hat, versucht man heute – dank verfeinerter und mikrotherapeutischer Methoden – eine aufwendige Operation möglichst zu vermeiden. Mit der Injektion besteht kaum Gefahr, dass empfindliche Strukturen wie Nerven in der Umgebung der betroffenen Bandscheibe langfristig geschädigt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Mikrotherapie ambulant und lediglich mit einer lokalen Narkose erfolgt. Somit ist ein längerer Krankenhausaufenthalt nicht nötig."
Was passiert nun bei der Mikrotherapie?
Bei dem etwa 20-minütigen Eingriff werden entzündungs-
hemmende Wirkstoffe unter ständiger Kontrolle mit Hilfe der Computertomographie (CT) direkt in den Bandscheibenvorfall gespritzt.
Nachdem die Nadel exakt an den geschwollenen Bandscheibenvorfall herangeführt wurde, spritzt der Arzt das Medikament in den Bandscheibenvorfall. Dieses bewirkt ein Abschwellen des Gewebes von Trauben- auf Rosinengröße. Gleichzeitig wird der schmerzende Nerv vorübergehend betäubt und die Schmerz- und Entzündungshormone weggespült. Als Medikamente werden meist Cortison oder der körpereigene Stoff Orthokin verwendet.
Hoher Erfolg bei minimalem Risiko
Bei kleinen und mittelgroßen Bandscheibenvorfällen liegt die Erfolgsquote bei 90 Prozent. Bei großen Vorfällen, ohne neurologische Symptomatik, immer noch bei 70 Prozent.
Dr. Mauch, der zwischenzeitlich über 2.000 dieser Injektionen ohne jegliche Komplikationen durchgeführt hat, betont jedoch, dass die Entscheidung für die Mikrotherapie sorgfältig getroffen werden muss: "Zum Einen sollte nur ein erfahrener Arzt unter Berücksichtigung von Hygiene und Sterilität die Behandlung durchführen. Zum Anderen müssen individuelle Faktoren des Patienten wie medizinische Vorgeschichte, Ausmaß des Vorfalls oder Zeitpunkt der Diagnose berücksichtigt werden. Die Behandlung führt nur zum gewünschten Erfolg, wenn diese Faktoren übereinstimmen."
Autor/Quelle: Dr. Christian Mauch
