Skoliose: Therapie und Operation

Die Therapie bei Skoliose besteht aus mehreren Bausteinen. Prinzipiell geht es darum, den Betroffenen anzuleiten, wie er mit einer Skoliose möglichst ohne Beeinträchtigung leben kann und was er tun kann, damit sich seine Situation nicht verschlechtert: Skoliose ist eine chronische Erkrankung, die meist fortschreitet, wenn dem nicht durch eine Therapie mit entsprechenden Skoliose-Übungen im Alltag entgegengewirkt wird.

Skoliose: Therapie mittels mehrerer Bausteine

Die Einführung wird meist während einer stationären Therapie (bei Kindern unter 7 Jahren ambulant) vermittelt. Danach müssen die Betroffenen das Gelernte eigenverantwortlich und konsequent im Rahmen der Skoliose-Therapie weiterführen. Folgende Säulen tragen dazu bei:

  • Schulung der Haltung und ihrer Korrektur
  • Training von Körpergefühl und Bewegungsempfinden
  • Atemschulung
  • Schulung des Verhaltens im Alltag (Eventuell: Anleiten der Eltern)
  • Falls ein Skoliose-Korsett nötig ist, Anleitung des Umgangs damit
  • Umgang mit Schmerzen lernen

Dieses sind alles Bausteine der Schroth-Therapie – eine ganzheitliche Methode, um auf mehreren Ebenen die Skoliose zu behandeln. Immer wieder wird auch (ab dem 3. Lebensjahr) die Dorn-Therapie empfohlen, um Skoliose zu behandeln. Zwar ist die Wirksamkeit dieser sanften, nebenwirkungsfreien Methode wissenschaftlich nicht nachgewiesen, einen Versuch, sie in Absprache mit dem Arzt unterstützend einzusetzen, ist es jedoch wert.

Skoliose: Krankengymnastische Therapie

Seit Jahrzehnten anerkannt und bewährt ist die „Dreidimensionale Skoliosetherapie nach Schroth“. Diese soll so früh wie möglich beginnen und baut darauf, dem Betroffenen Möglichkeiten zu vermitteln, mit der Skoliose durch aktive Körper- und Atemarbeit umzugehen.

Dazu werden die oben genannten Bausteine in verschiedenen Zusammensetzungen und Schwerpunkten gelehrt – mit oder ohne Geräten (teilweise auch unterstützt vom Computer), im oder außerhalb des Wassers, unterstützt von Wasser- oder Stromanwendungen. Letzteres dient auch zur Schmerztherapie, ebenso wie zusätzlich oft angebotene Entspannungsübungen.

Ist zur Therapie der Skoliose ein Korsett notwendig (etwa ab einem Krümmungswinkel von 20°), wird dieses nicht nur angepasst, sondern auch erklärt und trainiert, wie man damit umgeht.

Skoliose-Operation: Methoden

Als Faustregel gilt: Eine Skoliose-OP wird dann empfohlen, wenn der Krümmungswinkel über 45 Grad liegt. Die Entscheidung wird allerdings individuell getroffen. Ziel ist es, die Wirbelsäule zu begradigen sowie Schmerzen und andere Beschwerden bei einer zu lindern. Bestenfalls gelingt es mit der Skoliose-OP, einer weiteren Verkrümmung durch die Skoliose Einhalt zu gebieten.

Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die je nach Befund ausgewählt werden. Dabei wird immer ein Metallimplantat eingesetzt, das normalerweise nicht wieder entfernt wird. Häufig muss die Wirbelsäule während der Skoliose-Operation zusätzlich knöchern versteift werden, um sie zu stabilisieren.

Skoliose: OP mit Risiken

Wie jeder Eingriff besitzt auch die Skoliose-OP zahlreiche Risiken sowohl aufgrund des Eingriffs selbst als auch wegen der Narkose; beispielsweise Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Nerven- und Organverletzungen. Die Krümmung kann meist stark gebessert, aber nicht ganz aufgehoben werden. Manche Skoliose-Betroffene empfinden die Versteifung im LWS-Bereich als störend. Auf jeden Fall muss das Vorgehen mit dem behandelnden Arzt ausführlich besprochen und dabei Nutzen und Risiken der jeweiligen Therapiemethoden bei Skoliose verglichen werden.