Krebs - die gefürchteten Krankheiten

Krebs ist ein Sammelbegriff für verschiedenste bösartige Erkrankungen, die praktisch alle Organe des Menschen befallen können. In Deutschland sind Darmkrebs sowie Lungenkrebs besonders häufig – neben Brustkrebs als häufigster Krebserkrankung der Frau und Prostatakrebs als häufigster Krebserkrankung beim Mann. Im menschlichen Körper entstehen permanent neue Zellen und alte, kranke oder kaputte Zellen werden abgebaut oder sterben ab. Dabei werden verschiedene Körperzellen unterschiedlich alt: rote Blutkörperchen circa 4 Monate, ein Haar mehrere Jahre und das Alter von Nervenzellen entspricht dem Lebensalter – darum sind Nervenschäden so dramatisch.

Ursachen: Wie entsteht Krebs?

Krebs bedeutet, dass eine Zelle aus diesem Gefüge ausbricht und unkontrolliert einen neuen Zellhaufen bildet. Oft ist eine Mutation auf genetischer Ebene verantwortlich für diesen Vorgang. Die Steuermechanismen, die das Zellwachstum anregen oder hemmen, werden auch durch viele krebserregende Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Infektionserreger wie Papilloma- oder Hepatitisviren oder Helicobacter, Suchtmittel wie Alkohol und Nikotin, ungeschützte Sonneneinstrahlung, aber auch freie Radikale und Nahrungsbestandteile wie Acrylamid, das beim Grillen entsteht, oder Toilettenartikel wie Deos mit Paraben. Auch Krankheiten wie beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gehen mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Im Zusammenhang mit Krebs fallen oft die Begriffe Polyp, Adenom und Karzinom, die unterschiedliche Gewebestrukturen bezeichnen. Bei Frauen ist Brustkrebs sowohl die häufigste Krebsart als auch der Krebs, an dem die meisten Frauen sterben – bei Männern ist Prostatakrebs am häufigsten, aber Lungenkrebs tödlicher. In den Krebsregistern der einzelnen Bundesländer wird genau Buch geführt, welche Krebsart wie oft pro Jahr auftritt und wie viele Menschen daran sterben.

Erste Symptome bei Krebs

Leider rufen viele Krebserkrankungen lange keine Symptome oder Beschwerden hervor, so dass nur eine konsequente Krebsvorsorge hilft, den bösartigen Krankheiten auf die Spur zu kommen. Viele Krebsarten schädigen das Immunsystem – beispielsweise werden bei Leukämien die funktionierenden Immunzellen im Knochenmark verdrängt –, so dass Abgeschlagenheit, Infekte und eine erhöhte Krankheitsneigung erste Symptome bei Krebs sein können. Juckende, leicht blutende Hautveränderungen können aktinische Keratosen und damit eine Hautkrebsvorstufe sein. Auch erhöhten Leberwerten muss man auf den Grund gehen – denn einige chronische Leberentzündungen fördern Leberkrebs. Im Magen-Darm-Trakt äußert sich Dickdarmkrebs manchmal erst spät mit einem Darmverschluss und macht vorher keine Beschwerden.

  • Anamnese (Krankheitsgeschichte erfragen): Durch gezieltes Fragen lässt sich manchmal genauer bestimmen, seit wann eine Krebserkrankung vorgelegen hat. So findet sich bei Darmkrebs häufig eine Veränderung des Stuhlverhalten (mehr Blähungen, kleinere Stuhlportionen).
  • Inspektion (Betrachten), Perkussion (Abklopfen) und Auskultation (Abhören): Leberflecken können so verändert sein, dass ein erfahrener Arzt sieht, ob sie hautkrebsverdächtig sind. Lungenkrebs hingegen kann die Bronchien so einengen, dass sich das Atemgeräusch verändert.
  • Untersuchung von Zellen oder Gewebeproben: Am wichtigsten beim Krebsverdacht ist die Arbeit der Pathologen, denn sie untersuchen die verdächtigen Gewebeproben. Bei Leukämien zeigt sich die Erkrankung in einer veränderten Blutzusammensetzung, überhaupt müssen Körperflüssigkeiten wie Blut, Liquor und Urin sowie Stuhl sehr genau untersucht werden. Blutbeimischungen in Urin oder Stuhlgang sind bis zum Beweis des Gegenteils immer auf Krebs verdächtig!
  • Hormonuntersuchungen: Daneben gibt es sogenannte Tumormarker, das sind Körpersubstanzen, die vom Krebs produziert werden. So kann man im Verlauf einer Erkrankung feststellen, ob sich neue Herde bilden – bei Prostatakrebs ist der PSA-Test so ein Verfahren.
  • Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): Die bildgebenden Verfahren spielen bei Krebsverdacht eine besondere Rolle, denn mit ihnen kann die Ausdehnung des Tumors bestimmt werden. Bei der Brustkrebsdiagnostik nimmt die Mammographie eine Schlüsselrolle ein. Neuerdings gibt es dort auch eine digitale Variante, die mit geringerer Strahlenbelastung auskommt.
  • Endoskopie: So unangenehm die endoskopischen Methoden für den Betroffenen sind, in der Früherkennung von Krebserkrankungen sind sie oft unschlagbar. Die neuartige Zoom-Endoskopie ist eine verbesserte Variante. Alle Untersuchungen zusammen ergeben, wie bösartig die Krebsart ist und wie weit sich die Krebserkrankung im Körper ausgebreitet hat. Diese Einteilung nennt man Staging. Je nach Stagingeingruppierung wird die Therapie für den Betroffenen festgelegt.

Krebsarten je Geschlecht

Bei Frauen führt Brustkrebs, bei Männern Prostatakrebs die Häufigkeits-Statistik an. Dann folgen bei beiden Geschlechtern Darmkrebs und Lungenkrebs. Aber Krebs kann eigentlich jedes Organ befallen. Bei Frauen sind neben der Brust oft auch Gebärmutter oder Eierstöcke betroffen, während Hautkrebs oder Leukämien seltener sind. Bei Männern sind Blasenkrebs, Magenkrebs und Nierenkrebs häufiger als Hodenkrebs oder Schilddrüsenkrebs. Bei Hautkrebs unterscheidet man die aktinische Keratose von Basaliom, Spinaliom oder Melanom. Leberkrebs ist glücklicherweise eine sehr seltene Krebsart. Die Bösartigkeit von Krebs hängt auch davon ab, wie schnell sich Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden und wie empfindlich der Krebs auf die vorhandenen Therapiemöglichkeiten reagiert.

Vorsorge: Wie kann ich vorbeugen?

Das Meiden von krebsauslösenden Faktoren und die Früherkennung von Krebs sind die beiden Stützpfeiler der Krebsvorsorge. Meiden bedeutet Verzicht – und Verzicht fällt uns oft schwer. Doch wenn man sich bewusst macht, dass beim Rauchen nicht nur Nikotin, sondern auch weitere Inhaltsstoffe krebserregend sind, Passivrauchen auch sehr schädlich ist und neben Lungenkrebs durch das Rauchen auch Tumoren der Mundhöhle, Speiseröhre und Magen gefördert werden – vielleicht fällt es dann leichter. Sonnenbaden ist Balsam für die Seele und mit dem richtigen Sonnenschutz – auf den Hauttyp abgestimmt und für Kinderhaut geeignet – gesundheitsfördernd. Ein Solariumsbesuch hingegen sollte gut überlegt werden. Studien belegen, dass eine vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse hilft, Krebs vorzubeugen. Es gibt viele krebsvorbeugende Substanzen wie grünen Tee oder Petersilie – auch Vitamin D scheint bei Krebs mehr zu helfen als bisher gedacht. In Deutschland werden viele Vorsorgeuntersuchungen von den Krankenkassen bezahlt – ob Haut, Brust, Prostata oder Darm: Früherkennung kann Leben retten. Das Angebot wird ständig überprüft und aufgestockt – so wird gerade ein bundesweites Mammographie-Screening eingeführt und die Zoom-Endoskopie als Erweiterung der Darmspiegelung erprobt.

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Behandlung: Formen der Therapie bei Krebs

Operation, Bestrahlung und Chemotherapie sind wichtige Methoden, um Krebs zu bekämpfen. Die bei der Chemotherapie verwendeten Medikamente nennt man Zytostatika, sie können das Knochenmark so zerstören, dass danach eine Stammzellspende nötig wird. Kleinste Instrumente aus der Mikromedizin ermöglichen ein schonendes Operieren – was der angegriffenen Gesundkeit eines Krebspatienten zugute kommt. Die Psychoneuroimmunologie beschäftigt sich mit den Selbstheilungskräften des einzelnen Menschen und wird auch in der Krebstherapie eingesetzt. Der Krebs-Kompass hilft Krebskranken bei der Suche nach der für sie geeigneten Klinik und in der Tumorbank PA.T.H. kann man sein Tumorgewebe nach einer Operation aufbewahren. Daneben müssen Begleiterscheinungen wie Erschöpfung (Fatigue), Schmerzen und Ernährungsprobleme behandelt werden. Eine Schmerztherapie kann Opioide oder seit einigen Jahren auch Cannabis enthalten und sollte individuell abgestimmt sein. Wenn die Krebserkrankung fortschreitet und keine Heilung möglich ist, können Palliativmedizin und Hospize die Leiden lindern.