Tumorbank PA.T.H. - Hoffnung auf Heilung eingeschlossen
Nach dem ersten Schock einer Tumordiagnose setzen sich viele Betroffene intensiv mit ihrer Krankheit auseinander. Die meisten von ihnen sind schon nach kurzer Zeit äußerst gut über Therapiemöglichkeiten, alternative Behandlungsmethoden, Selbsthilfegruppen und Forschungsansätze informiert. Aber nur die wenigsten wissen, was mit ihrem Tumorgewebe nach der Operation geschieht.
Die kurzfristige Verwendung ist eindeutig: Das Gewebe wird in einem Labor feingeweblich untersucht, um den Tumor zu bestimmen und festzustellen, ob er weit genug ausgeschnitten wurde. Mit klinisch-chemischen Untersuchungen wie einer Chemo-Sensibilitätsprüfung können weitere Eigenschaften des Tumors bestimmt werden, sodass die weitere Behandlung genauer und individueller festgelegt werden kann.
Auf die Zukunft setzen
Aber im Laufe der Zeit können sich Behandlungsmethoden ändern, bringt die Forschung neue und innovative Medikamente und Verfahren hervor. Um überprüfen zu können, ob sich diese zur Behandlung des eigenen Tumors eignen, müsste auf das Tumorgewebe zurückgegriffen werden.
Doch in Deutschland gibt es kein Gesetz, das Kliniken dazu verpflichtet, Tumorgewebe langfristig aufzubewahren, sodass es den Patienten und auch der Forschung später noch nützt. Die Folge kann im schlimmsten Fall sein, dass das kostbare Bio-Material nach der Operation und pathologischen Auswertung vernichtet wird.
Nach modernsten Standards tieffrieren
Die Fortschritte in der Molekularbiologie führen immer tiefer in die Entschlüsselung der Informationen, die menschliche Zellen enthalten. Dazu gehören auch spezifische Informationen aus den Tumorzellen, die genutzt werden könnten, um eine ganz spezielle, auf Tumor und Patienten exakt zugeschnittene Therapie zu beginnen.
Nur an wenigen Krankenhäusern, überwiegend forschungsorientierten Universitätskliniken, wird ein Teil davon nach modernsten Standards tiefgefroren. Denn für eine individuelle Diagnostik und Therapie braucht es "lebende" - vitale - Tumorzellen: Mit veralteten Konservierungsmethoden geht dies nicht.
PA.T.H. - nicht nur für Brustkrebspatientinnen
Damit Patienten und Forscher auch noch Jahre später auf qualifiziert aufbereitetes Tumorgewebe zurückgreifen können, haben Brustkrebspatientinnen und gesunde Frauen die Stiftung PA.T.H. gegründet: PAtients Tumor Bank of Hope - Die PAtienteneigene Tumorgewebebank der Hoffnung.
PA.T.H. gibt Patienten die Möglichkeit, eine eigene Patientenverfügung zur Aufbewahrung und Verwertung ihres Gewebes zu verfassen. Darüber hinaus schafft die Stiftung die Möglichkeit, das Gewebe bei einem Biotechnologie-Unternehmen auf der Basis eines kostenpflichtigen Einlagerungsvertrages aufbewahren zu lassen. Dabei bleibt das eingelagerte Gewebe Eigentum des Patienten. Er bestimmt in einer gesonderten Verfügung darüber, zu welchen therapeutischen oder diagnostischen Zwecken die Einlagerung erfolgen soll.
Außerdem ist mit der Einlagerung das Einverständnis verbunden, dass die spätere Herstellung eines Tumorimpfstoffes oder -medikamentes durch das Unternehmen oder die Kooperationspartner der Stiftung PA.T.H. grundsätzlich möglich ist. Wer sich für die Einlagerung seines Tumorgewebes interessiert, der sollte sich frühzeitig mit PA.T.H. in Verbindung setzen, da zur Gewebeentnahme und zum Transport des Gewebes Vorbereitungen und Absprachen zwischen Operateur, Pathologe und der Tumorbank getroffen werden müssen.
Die Stiftung PA.T.H. ist ein Förderprojekt der Brustkrebs-Initiative "mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V." und versteht sich als ein Joint Venture von Patientinnen sowie Wissenschaftlern, Gesunden und Kooperationspartnern aus Universitätsinstituten und der Industrie.
