Hautkrebsscreening

Nach den jüngsten Zahlen sehen Hautärzte geradezu eine Welle von Hautkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland. Und die Menschen, die an einem Basalzellkrebs oder Stachelzellkrebs erkranken, werden immer jünger.

Erhöhtes Risiko

Bei früher UV-Schädigung haben schon junge Menschen ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Sonnenschutz im Kindes- und Jugendalter ist deshalb unverzichtbar.


Das bedeutet für Groß und Klein in erster Linie: umdenken! Bereits ca. 3.700 Frauen und Männer unter 35 Jahre erkranken pro Jahr in Deutschland neu an Hautkrebs, so die neuesten Schätzungen des Krebsregisters Schleswig-Holstein (2002). Darunter sind 1.800 Frauen und 900 Männer mit einem malignen Melanom (Schwarzer Hautkrebs). Frauen sind damit doppelt so häufig betroffen. Insgesamt erkranken in Deutschland über 20.000 jährlich neu an dieser besonders gefürchteten Form des Hautkrebses. Das bedeutet: 13 Prozent der am malignen Melanom Erkrankten sind heute bereits jünger als 35 Jahre.

UV-Check hilft Sonnenbrände vermeiden

Sonnenbrände, die den Urlaubsspaß trüben, lassen sich jetzt besser vermeiden. Der UV-Check, ein gemeinsames Projekt der bundesweit rund 2800 Hautarztpraxen mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum in Oberpfaffenhofen macht es möglich. Das Ozonloch wächst, die UV-Strahlen wirken in den letzten Jahren deutlich aggressiver. Doch bislang wussten allenfalls Spezialisten, wann und wo die Sonne besonders intensiv brennt und das Hautkrebs-Risiko beim Sonnenbaden besonders hoch ist. Die Frage "Wie lange kann ich eigentlich in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen?" ließ sich für Otto-Normalverbraucher allenfalls grob abschätzen, da die Intensität von UV-Strahlen je nach Tageszeit, Bewölkungsdichte, geographischer Lage und Besonderheiten wie Schnee oder Wasser ganz erheblich von Ort zu Ort abweicht.

Anleitung zur Vorsorge via Handy und Satellit

Ein in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen entwickelter innovativer Handy-Service gibt Hilfestellung. Grundlage sind tagesaktuelle Ozonschichtmessungen via Satellit. Und so wird es gemacht: Zunächst registriert sich der User unter www.uv-check.de und gibt seinen Hauttyp an. Wer sicher gehen will, lässt seinen Hauttyp vorher von seinem Hautarzt bestimmen. Dieses so genannte Nutzerprofil steuert den UV-Check. Gleich nach der Anmeldung wird ihm die Telefonnummer für seine SMS-Abfragen mitgeteilt. Jedes Mal wenn der Nutzer per SMS oder oder per E-Mail Standort und Bewölkungsdichte angibt, bekommt er für sein voreingestelltes Profil umgehend eine Information zur ungeschützten Verweildauer in der Sonne.

Outdoor-Arbeiter sind besonders gefährdet

Im amerikanischen heißen sie red necks "Rotnacken" – nicht die pure Lust an frischer Luft treibt sie ins Freie, sondern sie müssen Tag für Tag im Freien arbeiten. Auch bei sengender Sonne. Outdoor-Arbeiter wie Gärtner, Landvermesser, Bauarbeiter und viele andere mehr sind zwangsläufig einer übermäßigen UV-Exposition und damit einer verstärkten Gefährdung der Haut ausgesetzt. Egal bei welchem Wetter, es muss gearbeitet werden. Bei schönem Wetter und Sonnenschein geht die Arbeit besser von der Hand als bei Regen und Kälte. Aber Vorsicht – es droht die Gefahr einer vermehrten Sonneneinstrahlung. Und damit erhöht sich die Gefahr von Hautkrebs.

Ehe die Arbeit krank macht

"Outdoor-Arbeiter sollten an sonnigen Tagen immer besonders auf ihre Haut achten", betont Privatdozent Dr. Wolfgang Wehrmann, niedergelassener Hautarzt aus Münster. Lange Kleidung, entsprechende Sonnenschutz-Präparate und gute Hautpflege ist dann ein Muss. Arbeiten mit freiem Oberkörper wird die Haut der Sonne nur schlecht verzeihen. Außer diesem notwendigen Eigenschutz sollten Outdoor-Arbeiter noch weitere Maßnahmen ergreifen, um ihre Haut optimal zu schützen. Wehrmann empfiehlt: "Der vorbeugende Besuch beim Hautarzt sollte obligatorisch sein." Denn dort kann festgestellt werden, welcher Hauttyp der betreffende überhaupt ist und welchen Sonnenschutzfaktor er daher einsetzen sollte.

Krebsvorsorgeuntersuchung

Dringend anzuraten ist jedem, der längere Zeit im Freien arbeitet, einmal im Jahr eine Krebsvorsorge-Untersuchung der Haut vornehmen zu lassen. Werden schon Hautveränderungen bemerkt, dann ist erst recht der schnelle Gang zum Hautarzt angeraten. "Wird der Krebs früh genug entdeckt, kann er auch geheilt werden", so der Hautspezialist. Outdoor-Arbeiter sollten jede bösartige Hautveränderung als Berufskrankheit eintragen lassen. Zwar sind Hautkrebserkrankungen noch immer nicht als Berufsdermatosen anerkannt – obwohl der zuständige Ausschuss beim Gesundheitsministerium schon seit ungefähr fünf Jahren den Antrag prüft, aber ein statistisch registrierter Anstieg berufsbedingter Hautkrebse könnte vielleicht endlich Bewegung in die Sache bringen.




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