Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
Jährlich erkranken in Deutschland rund 8.000 Frauen an Eierstockkrebs, dem Ovarialkarzinom. Etwa 10 Prozent der Frauen sind jünger als 45 Jahre. Von den Tumoren der weiblichen Genitalorgane ist der Eierstockkrebs besonders gefürchtet, weil er im Frühstadium keine Beschwerden verursacht und – außer einem regelmäßigen Vaginalultraschall – sichere Vorsorgemöglichkeiten fehlen. Da etwa 70 Prozent der Erkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden, zählt das Ovarialkarzinom zu den bösartigen Geschwulstleiden mit den höchsten Mortalitätsraten. Daher sind moderne Therapien sowie die Minderung der Rezidive eine besondere Herausforderung an die Medizin, um die ungünstige Prognose zu verbessern.
Die Eierstöcke - ein Überschussmodell der Natur
Der paarige Eierstock der Frau liegt an der linken und rechten seitlichen Wand des kleinen Beckens. Bis zum 5. Schwangerschaftsmonat enthalten die Eierstöcke eines weiblichen Embryos 7 Millionen Eizellen. Die meisten sterben ab, sodass zum Zeitpunkt der Geburt noch etwa 2 Millionen und beim Eintritt der Pubertät noch zwischen 200.000 bis 500.000 Eizellen existieren. Während der fruchtbaren Jahre der Frau reifen 400 bis 500 heran und zu Beginn der Wechseljahre sind noch rund 1.000 Eizellen vorhanden.
Die Eierstöcke bestehen aus unterschiedlichen Zelltypen. Unter normalen Bedingungen wachsen oder teilen sich die Zellen nur dann, wenn dies der Organismus benötigt. Kommt es zu unkontrollierten Zellteilungen, entsteht überschüssiges Gewebe, das gut- oder bösartig sein kann. Bei Frauen unter 30 Jahren sind Geschwülste der Eierstöcke meistens gutartige mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln (Zysten), die spontan entstehen und häufig von selber verschwinden. Verursachen Zysten Beschwerden, entscheidet der Gynäkologe, diese mit Hilfe des Ultraschalls regelmäßig zu beobachten, sie hormonell zu behandeln oder zu entfernen.
Eierstockkrebs ist schwer zu erkennen
Jede Form von Unterleibsbeschwerden sollte gynäkologisch abgeklärt werden. Während sich das Ovarialkarzinom bildet und wächst, sind keine typischen Symptome zu erwarten. Selbst wenn Unterleibsschmerzen, Druck- und Völlegefühl auftreten, können diese Symptome andere Ursachen haben und werden nicht unbedingt als Zeichen einer bösartigen Erkrankung verstanden. Erst wenn Durchfälle und Verstopfung, Gewichts- und Appetitverluste sowie häufiges Wasserlassen auf das Fortschreiten des Tumors hinweisen, weil dieser auf Blase und Darm drückt, werden die Beschwerden von der Patientin ernst genommen.
Außerdem können Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (Aszites) auf das Krankheitsbild hinweisen. In diesem Fall kann das Ovarialkarzinom bereits Krebszellen auf den Dickdarm, das Bauchfell und den Magen absiedeln, in das Lymphsystem vordringen und über den Blutkreislauf zu entfernten Organen gelangen.
Findet eine Metastasierung statt und greift der Eierstockkrebs z.B. auf den Dickdarm über, ist dies kein Dickdarmkrebs sondern ein metastasierender Eierstockkrebs, denn die Krebszellen entsprechen dem ursprünglichen Tumor.
Autor/Quelle: Berufsverbandes der Frauenärzte e. V.

