Umgang mit Risikofaktoren

Wer regelmäßig Sport treibt, verbraucht mehr Energie. Damit wird das Risiko für Übergewicht deutlich gesenkt. Durch den erhöhten Energieverbrauch wird mehr Nahrung benötigt – und so auch mehr schützende Substanzen aufgenommen werden.
Außerdem wird bei körperlicher Aktivität der menstruelle Zyklus der Frau verlängert – wichtig für die Hormonbalance und damit gut für das Brustkrebsrisiko. Regelmäßiger Sport unterstützt auch das Immunsystem, da dabei die Zahl der Makrophagen (Fresszellen) zunimmt und die T-Killerzellen aktiviert werden. Diese körpereigene Gesundheitspolizei kann Krebszellen aufspüren und zerstören.
Je nach Lebensalter und Leistungsvermögen sind mindestens dreimal wöchentlich etwa 40 Minuten in ein Bewegungsprogramm zu investieren. Bei beruflicher Tätigkeit mit geringer körperlicher Bewegung ist sogar eine intensive körperliche Belastung täglich empfehlenswert.

Alkohol nur in Maßen

Alkohol ist einer der größten Risikofaktor bei der Entstehung von Brustkrebs, da er die Östrogenkonzentration im Körper in die Höhe treibt. Diesen Zusammenhang von Brustkrebs und Alkohol haben zahlreiche große Studien bekräftigt. Nach diesen Untersuchungen lassen sich etwa vier Prozent aller Brustkrebserkrankungen auf regelmäßigen Alkoholkonsum zurückführen.
Bisher konnten kein Zusammenhang zwischen Rauchen und einem erhöhten Brustkrebsrisiko festgestellt werden. Doch da Zigarettenrauch nachweislich zur Entstehung von 15 anderen Krebsarten beiträgt, sollte auch darauf besser verzichtet werden.

Stressoren und Spannungszustände

Ein Problem der Stressforschung ist die Definition von Stressoren. Hierbei handelt es sich um alle Reize, die Stress erzeugen. Ob ein Reiz ein Stressor ist, lässt sich immer erst an der Wirkung erkennen und nicht vorhersagen. Allgemein bleibt jedoch festzuhalten, dass neben positivem Stress, der aktiviert und beflügelt, länger anhaltender Stress ohne Entspannungsphasen zu einer Krankheitsentstehung beitragen kann.
Bedrohlich wirken Ängste vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, dem Tod eines geliebten Menschen oder Einsamkeit bzw. familiäre Auseinandersetzungen. Wenn der Stressabbau aus eigener Kraft nicht gelingt und die Psyche von depressiven Stimmungen überlagert wird, steigert dieser Gemütszustand das Krebsrisiko. In diesem Fall ist professionelle Hilfe unerlässlich, um die Balance zwischen Körper und Seele wieder herzustellen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Das individuelle Brustkrebsrisiko wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Eine besondere Rolle spielt dabei das erbliche Risiko – das stark ansteigt, wenn Familienmitglieder bereits an Brustkrebs erkrankt sind. Auch Kinderlosigkeit, eine späte letzte Periodenblutung, eine erhöhte Gewebedichte der Brust bei der Mammographie und bestimmte gutartige Brusterkrankungen und/oder Vorstadien von Krebs erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (mindestens einmal im Jahr) beim Frauenarzt sollten selbstverständlich sein – insbesondere bei bekannten Risikofaktoren. Erklärtes Ziel ist dabei, Tumoren in der Brust aufzuspüren, wenn sie noch kleiner als ein Zentimeter sind – nur dann bietet sich die Chance der Heilung. Leider hält sich bisher nur jede zweite Frau hierzulande an diese Vorgabe.

 
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