Lebenserwartung bei Prostatakrebs

Viele Betroffene leiden nicht nur unter der Diagnose Prostatakrebs, sondern auch an den Nebenwirkungen der Therapie. Aus diesem Grund sollte diese von einem erfahrenen Urologen betreut und vorab die Vor- sowie Nachteile der verschiedenen Optionen der Therapie besprochen werden. Dazu sind bei Prostatakrebs regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls ein Anpassen der Behandlung nötig.

Nebenwirkungen nach Prostataoperation oder Therapie

Hier die wichtigsten Nebenwirkungen der verschiedenen Therapiemethoden von Prostatakrebs:

  • Operation: Übliche Nebenwirkungen eines operativen Eingriffs sind - nicht nur bei der Prostataoperation - Blutungen, Entzündungen, Wundheilungsstörungen. Bei einem Drittel bis zur Hälfte der Prostatakrebs-Patienten kommt es bei oder nach einer Prostataoperation zu einer Nervenverletzung, die zu Erektionsstörungen bis zur Impotenz führen kann. Auch das ungewollte Wasserlassen (Harninkontinenz) ist eine mögliche Komplikation – die sich oft innerhalb von Wochen bis Monaten nach der Prostataoperation wieder normalisiert. In 5 bis 10 % der Fälle bleibt sie allerdings bestehen.
  • Strahlentherapie: Infolge der Gewebszerstörung kommt es bei 30–40 % der Patienten zu bleibenden Erektionsproblemen nach einer Strahlentherapie im Rahmen der Behandlung von Prostatakrebs. Probleme mit dem Wasserlassen oder dem Darm (Durchfall) sind meist vorübergehend und werden nur bei 3–5 % der Betroffenen chronisch.
  • Hormontherapie: Mögliche Folgen der Hormontherapie sind je nach Medikament Magen-Darm-Beschwerden, Störungen der Leberfunktion und ein schmerzhaftes Anschwellen der Brustdrüsen. Häufig sind auch Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Impotenz und Abnahme der sexuellen Lust. Die Medikamente erhöhen das Risiko für eine Zuckerkrankheit und Knochenschwund.
  • Chemotherapie: Die häufigsten Nebenwirkungen für die Dauer der Therapie sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Haarausfall, erhöhte Infektanfälligkeit und allergische Reaktionen.

Inkontinenz nach Prostataoperation

Als besonders belastend empfinden die Betroffenen meist die Beeinträchtigung von Libido und Potenz sowie die Harninkontinenz. Daneben kann die Lebensqualität auch durch Schmerzen aufgrund von Metastasen stark beeinträchtigt sein. Viele der Therapiefolgen bei Prostatakrebs lassen sich gezielt bessern – so kann der Harninkontinenz erfolgreich mit konsequenter Beckenbodengymnastik entgegengewirkt werden.

Bei anderen Folgen der Prostata-Therapie hingegen muss sich der Betroffene (und seine Partnerin) entsprechend umstellen – Unterstützung und Beratung geben Ärzte und Selbsthilfegruppen. Oft schließt sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ein Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung an, der nicht nur der Erholung, sondern auch der Bewältigung von Krankheit und Alltag dient.

Wichtig sind die ärztlichen Nachsorgeuntersuchungen – in den ersten beiden Jahren etwa alle drei Monate, später in größeren Abständen. Dabei können nicht nur Folgeerkrankungen von Prostatakrebs erkannt und behandelt, sondern auch eine erneutes Auftreten des Prostatakrebs frühzeitig entdeckt werden.

Prostatakrebs: Lebenserwartung und Heilungschancen

Im Frühstadium, wenn der Prostatakrebs noch innerhalb der Prostatakapsel sitzt, ist er durch die Operation heilbar. Doch auch wenn der Prostatakrebs größer ist, bestehen Heilungschancen. Selbst wenn er bereits Metastasten gebildet hat, kann die Prostatakrebs-Lebenserwartung noch 10 Jahre und mehr betragen. Dennoch: Zehn Prozent aller durch Krebs verursachten Todesfälle bei Männern sind durch Prostatakrebs bedingt. Deshalb ist die Früherkennung von Prostatakrebs so wichtig, um Heilungschancen zu wahren.