Magenkrebs - Therapie

Magenkrebs: Welche Therapie gibt es?

Therapie der Wahl ist – abhängig von Stadium und allgemeinem Gesundheitszustand – die Operation, mit der versucht wird, den Tumor komplett zu entfernen. Falls sich nur ein kleines Geschwulst findet, ist – selten – ein Teilentfernung des Magens inkl. der nahegelegenen Lymphknoten möglich (Magenteilresektion), ansonsten wird der gesamte Magen entfernt (Gastrektomie) und evtl. mit einem Dünndarmabschnitt ein Ersatzmagen gebildet.

Aktuelle Studien geben allerdings Hoffnung, dass eine neue Therapieoption wirksam ist: das gezielte Entfernen nur des Tumors und seiner Umgebung mittels eines minimal-invasiven Eingriffs im Rahmen einer Magenspiegelung, wobei der Magen belassen wird. Die derzeitigen Ergebnisse dieser "endoskopischen Submukosa-Dissektion (ESD)"sind ermutigend.

Strahlen- und v.a. Chemotherapie werden in fortgeschrittenen Stadien unterstützend oder allein eingesetzt, sind aber nur bedingt erfolgreich. Bei einem sehr fortgeschrittenen, nicht heilbaren Tumor wird dieser evtl. nur bei einer Magenspiegelung abgetragen und gleichzeitig eine Ernährungssonde als Umgehung in den Dünndarm gelegt.

Magenkrebs: Heilungschancen und OP-Nebenwirkungen

Die Heilungschancen hängen von Stadium und Ausbreitung und den damit einhergehenden Therapieoptionen ab. Betragen sie im 1. Stadium statistisch noch 70–80 %. liegen sie im 4. und schlechtesten Stadium nur noch unter 5%. Trotzdem sind auch bei unheilbaren Formen die Lebensqualität und Lebensspanne nach Diagnosestellung weitaus größer als noch vor 20 Jahren. Operationen bei Magenkrebs können auch eine Reihe von Nebenwirkungen haben:

  • Wie bei jedem anderen operativen Eingriff können direkt Komplikationen wie Blutungen, Nahtundichtigkeiten, Infektionen oder Blutgerinnsel eintreten.
  • Der Geschmackssinn kann verändert oder beeinträchtigt sein.
  • Die Speicherfähigkeit des Ersatzmagens ist gering, sodass die Nahrung schneller und damit weniger vorverdaut als üblich in den Dünndarm "plumpst" ("Dumping-Syndrom"): Beim Frühdumping (5–30 min. nach dem Essen) verursachen die großen Nahrungsmengen eine Dehnung des Dünndarms und das Einfließen von zur Verdauung benötigter Flüssigkeit aus der Blutbahn – was wie bei einem plötzlichen Blutverlust zum Blutdruckabfall mit Übelkeit, Schweißausbrüchen und Herzklopfen bis zum Kreislaufkollaps führt. Entgegenwirken kann man durch Essen vieler kleiner, gut durchgekauter Portionen in halbliegender Position und den Verzicht auf gleichzeitiges Trinken. Beim Spätdumping (1–3 Std. nach dem Essen) kommt es zu einer Unterzuckerung mit Schwäche und Schweißausbrüchen. Diese resultiert aus einer vermehrten Insulinausschüttung als Reaktion darauf, dass der in der Nahrung enthaltene Zucker zu schnell ins Blut übergetreten ist. Statt regulierendem Ausgleich schwankt der Zuckerspiegel in kurzer Zeit also stark von zu hoch bis zu niedrig. Symptome sind Schwäche und Zittern, Blässe bis hin zur Bewusstlosigkeit. Kurzfristig hilft ein Stück Traubenzucker; längerfristig kann mit Medikamenten entgegengesteuert werden.
  • In der Speiseröhre bildet sich durch Zurückfließen von Verdauungssäften eine ständige Schleimhautentzündung.
  • Durch bakterielle Fehlbesiedlung des Darm kann es zu Durchfällen kommen; Enzym- und Vitaminmangel verursachen Fettstühle, eine Blutarmut oder eine Osteoporose.
  • Manchmal muss auch die Bauchspeicheldrüse entfernt werden, so dass eine Zuckerkrankheit resultiert. Diese muss mit Insulin behandelt werden.

Magenkrebs: Worauf muss der Erkrankte achten?

Um den Körper langsam an die neue Situation zu gewöhnen und den Darm (und die neuen Nähte) zu entlasten, wird die Nahrung in den ersten Tagen nach der Operation über eine Magensonde zugeführt; danach wird die Ernährung über etwa 3 Wochen wieder aufgebaut. Die Ernährungsumstellung bis zur halbwegs normalen Magen-Darm-Funktion braucht mehrere Monate; eine anfängliche Gewichtsabnahme ist normal.

Je nach Bedarf kann sich dem Krankenhausaufenthalt eine stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme abschließen, bei der Körper und Psyche betreut werden und der Patient lernt, mit seiner Krankheit umzugehen. Je nach Typ helfen dabei begleitend Entspannungsverfahren, Yoga oder Selbsthilfegruppen; alternative Heilmethoden können den Heilungsverlauf unterstützen oder – z.B. die Akupunktur – Schmerzen oder Übelkeit lindern. Sehr wichtig ist die Ernährungsberatung.

Die Betroffenen von Magenkrebs müssen regelmäßig zur Nachsorge - zunächst alle 3–6 Monate, dann halbjährlich bis jährlich. Eventuell benötigt man regelmäßige Vitaminspritzen.