Speiseröhrenkrebs behandeln

Die Diagnose von Speiseröhrenkrebs

Die Diagnose Speiseröhrenkrebs kann endgültig nur durch eine Spiegelung der Speiseröhre, die so genannte Ösophagoskopie, und die damit verbundene Entnahme von Gewebe an Stellen mit typischer Veränderung gestellt werden. Diese Biopsie wird dann unter dem Mikroskop untersucht. Manchmal kann ein kleiner Speiseröhrenkrebs schon bei dieser Untersuchung entfernt und damit geheilt werden.

Hat sich der Verdacht eines Speiseröhrenkrebses bestätigt, folgen weitere Untersuchungen, um die Größe und das Fortschreiten des Tumors zu beurteilen. Oft kommt die Endosonographie zum Einsatz, ein Ultraschall der Speiseröhre von innen. Das Schlucken eines kontrastmittelhaltigen Breis ermöglicht eine gute Beurteilung des Speiseröhrenkrebses auf dem Röntgenbild.

Manchmal produziert der Speiseröhrenkrebs typische Eiweiße, welche als Tumormarker im Blut nachgewiesen werden können. Diese sind zur Diagnosestellung weniger hilfreich, weil sie auch bei gesunden Menschen vorkommen können und unspezifisch sind. Dennoch stellen sie ein gutes Mittel zur Verlaufskontrolle dar, da ein erneutes und/oder schnelles Wiederansteigen der Tumormarker auf ein neues oder verstärktes Tumorwachstum hinweisen kann.

Speiseröhrenkrebs: Behandlung durch Operation

Grundsätzlich hängen die Behandlung und Heilungschancen von Speiseröhrenkrebs von der Art, dem Stadium der Erkrankung und von Alter sowie Gesundheitszustand des Patienten ab. Die besten Heilungschancen birgt eine chirurgische Operation. Fast immer wird eine vollständige Entfernung und damit Heilung des Speiseröhrenkrebses angestrebt. Dabei kann das erkrankte Stück der Speiseröhre herausgenommen werden.

Anschließend versucht der Chirurg den Magen „hochzuziehen“ und zu einem Schlauch zu formen, um so einen Ersatz für das entnommene Stück Speiseröhre zu bilden. Manchmal sitzt der Tumor zu weit oben oder der entnommene Speiseröhrenkrebs ist zu groß, dann wird ein Stück Dünndarm als Ersatz in die Speiseröhre eingenäht.

Sehr gute Heilungschancen bestehen, wenn der Speiseröhrenkrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird. Ist er sehr klein und auf die oberste Schicht begrenzt, kann versucht werden die oberste Schleimhautschicht abzuschaben und damit eine Heilung zu erreichen.

Meist muss bei einer Operation nicht nur der Tumor selbst entfernt werden, sondern auch das umliegende Gewebe, um sehr kleine Metastasen, so genannte Mikrometastasen ebenfalls zu entfernen. Die umgebenden Lymphknoten werden herausgenommen, da sich der Tumor häufig über die Lymphwege ausbreitet.

Behandlung mit Strahlentherapie oder Chemotherapie

Um den Erfolg einer Operation zu vergrößern, kann es manchmal sinnvoll sein, den Tumor durch eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie zu verkleinern, bevor man ihn operativ entfernt. Seltener empfehlen Ärzte die Strahlentherapie als alleinige Therapie bei Speiseröhrenkrebs.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Gesundheitszustand des Patienten keine Operation zulässt. Die Bestrahlung kann dann gegebenenfalls auch von innen erfolgen, indem innerhalb der Speiseröhre in die Nähe des Tumors kleine strahlende Materialien gesetzt werden (endoluminale Brachytherapie). Oft empfehlen die Ärzte auch im Anschluss an die Operation eine kombinierte Bestrahlung und Chemotherapie, um restliche, möglicherweise im Körper verbliebene Tumorzellen zu zerstören.

Ist der Tumor schon im Endstadium, so dass sich im Körper schon an mehreren Stellen Metastasen gebildet haben, ist der Speiseröhrenkrebs oft nicht mehr heilbar und die Lebenserwartung des Patienten sehr gering. Dann ist es wichtig, dem Patienten eine möglichst gute Lebensqualität zu ermöglichen, indem Schmerzen gelindert und der Krankheitsverlauf aufgehalten wird. Dabei kann zum Beispiel ein so genannter Stent zum Einsatz kommen.

Ein Stent ist ein Kunststoffröhrchen, das in die Speiseröhre eingefügt wird. So wird die Speiseröhre aufgedehnt, so dass dadurch dem Patienten die normale Nahrungsaufnahme erhalten bleibt. Ist dies nicht mehr möglich, kann eine Sonde von außen über den Bauch in den Magen gelegt werden (perkutane endoskopische Gastrostomie, PEG), um die Nahrungsaufnahme über den Magen-Darm-Trakt zu ermöglichen und eine künstliche Ernährung zu vermeiden.

Lebenserwartung bei Speiseröhrenkrebs

Oft wird der Speiseröhrenkrebs erst spät entdeckt und es haben sich schon Metastasen in den umgebenden Lymphknoten oder weiter entfernteren Organen gebildet. Dann gibt es nur geringe Heilungschancen für betroffene Patienten und die Lebenserwartung beträgt nur wenige Jahre. Im fortgeschrittenen Stadium überleben nur etwa 20 Prozent der an Speiseröhrenkrebs erkrankten Patienten fünf Jahre.

Dennoch kann eine Heilung möglich sein, besonders wenn der Speiseröhrenkrebs früh erkannt und vollständig entfernt werden kann.
Konnte ein Speiseröhrenkrebs erfolgreich geheilt werden, so ist eine gute Nachsorge besonders wichtig. Patienten sollten sich am besten in spezialisierten Kliniken regelmäßig kontrollieren lassen, damit ein Wiederauftreten von Speiseröhrenkrebs schnellstmöglich behandelt werden kann.