Bronchitis: Ursachen und Folgen
Bei einer akuten Bronchitis klagen die meisten Patienten über starken Hustenreiz und später auch Schmerzen im Brustkorb, sehr zähen, schleimigen Auswurf, Fieber und Kopfschmerzen. Eine schwere Infektion kann die klassischen Grippesymptome wie Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen auslösen. Die chronische Bronchitis ist charakteristischer Weise begleitet von Husten und schleimigem Auswurf. Meist klagen die Patienten, vor allem in den Morgenstunden über quälenden Husten. Der in den Bronchien befindliche Schleim ist zäh und daher nur schwer abzuhusten. Dieser sog. "Raucherhusten" wird häufig über Jahre toleriert, ohne dass die Patienten einen Arzt aufsuchen. Bei anhaltendem Zigarettenkonsum kann sich die Erkrankung massiv verschlechtern.
Entstehung einer Bronchitis
Durch die Schädigung der Bronchialschleimhaut infolge der chronischen Entzündung wird die Wand der Bronchien dünner. Dadurch können die kleinen Bronchien während des Ausatmens dem Druck im Brustraum nicht mehr standhalten und fallen zusammen, sie kollabieren. Es kommt zu einem Verschluss (Obstruktion) der kleinsten Lungenbronchien. Die Luft in den Lungenbläschen kann daher nicht mehr ausgeatmet werden, ein Aufblähen und Überblähen der Alveolen ist die Folge. Dieses Stadium bezeichnet man als chronisch obstruktive Bronchitis. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Sauerstoffaufnahme ins Blut. Die Patienten klagen über zunehmende Atemnot, zunächst nur bei Belastung, dann aber auch in Ruhe, und einen allgemeinen Leistungsabfall. Durch das Überblähen der Lungenbläschen entsteht ein sog. Lungenemphysem. Als solches bezeichnet man die dauerhafte Überdehnung und damit Zerstörung der Lungenbläschen und anderer Teile des Lungengewebes. Durch die begleitende Gefäßschädigung erhöht sich der Blutdruck im Lungenkreislauf, und es entsteht eine zunehmende Beeinträchtigung der Herzfunktion. Die Folge ist eine fortschreitende Atemnot auch in Ruhe.
Auswirkungen von Bronchitis
Die durch eine akute oder chronische Bronchitis vorgeschädigte Lunge ist anfälliger für zusätzliche Infektionen. Häufige Komplikation ist daher eine eitrige Bronchitis. Sichtbares Zeichen hierfür ist eitriger, trüber, gelblich-grüner Auswurf. Schreitet die Entzündung weiter fort, können auch Lungenentzündungen auftreten. Besonders bei der chronischen Bronchitis sind die Entstehung eines Lungenemphysems sowie die begleitenden Atem- und Herzbeschwerden ernstzunehmende Erkrankungen. Da diese später nicht komplett ausheilen, gilt es, bereits zu Beginn einer chronischen Bronchitis die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen einzuleiten, um einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen. Patienten mit einer chronischen Bronchitis haben zudem ein erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Lungentumor zu erkranken. Der jahre- oder jahrzehntelange Nikotinmissbrauch hat eine krebsfördernde Wirkung. Durch die chronische Zerstörung der Flimmerhärchen ist die Klärfunktion der Lunge gestört, so daß die schädigenden Stoffe nicht vollständig abtransportiert werden können. Die anhaltende Entzündung führt zur Entartung der Zellen der Bronchuswand und nachfolgend zur Entstehung eines bösartigen Tumors, meist eines sog. Plattenepithelkarzinoms.
Diagnose von Bronchitis
Die genaue Befragung durch den behandelnden Arzt und eine körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge geben erste Hinweise auf die richtige Diagnose. Eine chronische Bronchitis liegt nur dann vor, wenn die klassischen Symptome wie Husten und Auswurf in einen Zeitraum von zwei aufeinanderfolgenden Jahren mindestens drei Monate pro Jahr aufgetreten sind. Das Röntgenbild weist bei einer unkomplizierten Bronchitis keine Veränderungen auf. Nur bei zusätzlicher bakterieller Entzündung oder den oben beschriebenen Lungen- und Herzveränderungen zeigen sich im Röntgenbild Auffälligkeiten wie z.B. Zeichen einer Lungenüberblähung oder Herzinsuffizienz. Die Untersuchung des Auswurfes (Sputumdiagnostik) ermöglicht es, das richtige Medikament zur Behandlung einer eventuellen Infektion mit Bakterien oder Pilzen auszuwählen. Die Lungenfunktionsprüfung, d.h. die Messung des Atemstroms sowie des gesamten Lungenvolumens, liefert Informationen über den Zustand von Lunge und Atemwegen. Sie gibt bei einer fortgeschrittenen chronischen Bronchitis über den Funktionszustand der Lunge Aufschluss und dient auch als Verlaufsuntersuchung. Patienten können zuhause mit einem sog. Flowmeter das maximale Ausatemvolumen in einer Sekunde, die sog. Einsekundenkapazität selbst messen und so den momentanen Zustand ihrer Lunge kontrollieren. Die Diagnose "Chronische Bronchitis" ist im Prinzip eine Ausschlussdiagnose. Es müssen zunächst alle anderen in Frage kommenden Krankheiten ausgeschlossen werden, da es keine eindeutigen Symptome gibt und sich hinter den klassischen, aber relativ unspezifischen Beschwerden auch andere Erkrankungen verbergen können.
Autor/Quelle: gesundheit.de

