Darmverschluss: Behandlung und Komplikationen

Komplikationen bei Darmverschluss

Volumenmangel
Jeder Ileus entzieht dem Patienten Flüssigkeit, weil die in das Darmlumen abgegebenen Sekrete (Magensaft, Galle, Pankreas- und Dünndarmsekret) nicht mehr rückresorbiert werden. Hinzu kommen die Verluste durch Erbrechen. Folge ist ein Volumenmangel (Dehydratation), der zur Bluteindickung, verminderter Harnproduktion und Schock führen kann.
Sekundäre Darmparalyse
Beim mechanischen Ileus besteht anfangs eine über das Normalmaß hinausgehende Peristaltik. Mit zunehmender Ermüdung der Darmmuskulatur nimmt die anfangs gesteigerte Peristaltik an Intensität ab, um nach Stunden oder Tagen gänzlich zu versagen.
Durchwanderungsperitonitis
Bei längerem Bestehen des Ileus kommt es zur bakteriellen Zersetzung (Autolyse) des gestauten Darminhaltes, wodurch die Darmwand für Gifte und Bakterien durchlässig wird. Es kommt zur Gifteinschwemmung in den Kreislauf und zu einer Bauchfellentzündung, was die Prognose drastisch verschlechtert.

Behandlung von Darmverschluss

Plötzlich eintretende dumpfe oder krampfartige, heftige Bauchschmerzen, verändertes Stuhlverhalten, Übelkeit und Erbrechen können auf einen Darmverschluss hinweisen, so dass der Hausarzt oder der notärztliche Dienst benachrichtigt werden sollte. Auch Bauchschmerzen, die nach Nahrungsaufnahme auftreten, sollten abgeklärt werden, da sich dahinter insbesondere bei älteren Menschen eine Minderdurchblutung der Baucharterien verbergen kann.
Wenn der Haus- oder Notarzt gerufen wird und dieser einen Ileus diagnostiziert, wird er folgende Notfallmaßnahmen durchführen: Mit einer Magensonde kann gestautes Sekret aus Magen und Dünndarm mit einer großvolumigen Spritze absaugt werden. So wird der massive Druck, der sich durch den Verschluss aufgebaut hat, etwas gemindert. Fäkulenten Dünndarminhalt erkennt man dabei an seiner schmutzig-braunen Farbe und dem kotigen Geruch. Baldmöglichst wird eine Infusion angelegt. Haus- oder Notarzt werden eine sofortige Klinikeinweisung veranlassen.

Schnelle Therapie nötig

Der Darmverschluss muss in den meisten Fällen so rasch wie möglich operativ behandelt werden, da das Krankheitsbild sonst zum Tode führt. Der mechanische Ileus stellt eine absolute Indikation zur sofortigen Operation dar! Das operative Vorgehen richtet sich nach der Ileusursache:

  • Im günstigsten Fall werden lediglich Verwachsungen gelöst (Adhäsiolyse oder Bridenlösung).
  • Beim Strangulationsileus ist meist eine Darmteilentfernung erforderlich.
  • Kann die Verengung nicht chirurgisch beseitigt werden, weil z.B. ein nicht zu operierender Tumor die Ursache für den Verschluss ist, kommt eine Umgehungsoperation (Bypassoperation, die Engstelle wird durch einen anderen Darmabschnitt umgangen) oder die Ausleitung des Darmes als künstlicher Darmausgang (Stoma) in Frage.

Während des operativen Eingriffs wird ein Antibiotikum gegeben, um einer Ausbreitung der Darmbakterien in den Bauchraum vorzubeugen.
Besteht erst eine Vorstufe eines paralytischen Darmverschlusses, kann der Versuch unternommen werden, die Darmbewegung mit Medikamenten in Gang zu setzen.
Wenn eine Bauchfellentzündung für den lähmenden Darmverschluss verantwortlich ist, muss die Grunderkrankung behandelt werden. So muss zum Beispiel bei einem durchbrochenen Magen- oder Dünndarmgeschwür die Bruchstelle wenn möglich genäht oder operativ herausgeschnitten werden.

 
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