Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Entzündet sich die Magenschleimhaut, wird dies als Gastritis bezeichnet. Man unterscheidet zwei verschiedene Arten: eine akute und eine chronische Gastritis, wobei die akute eher selten auftritt. In beiden Fällen entstehen entzündliche Schwellungen der Magenschleimhaut oder sogar geschwürartige Schleimhautschädigungen.Durch diese Schädigung kann die aggressive Magensäure die Schleimhaut weiter angreifen. Dies führt auf Dauer zu einem Magengeschwür (Ulkus). Abhängig von der Ursache und dem Ausmaß des Schleimhautschädigung kann es zu einer Magenblutung kommen, die sich durch Bluterbrechen und/oder Teerstuhl äußern kann. Ist dies der Fall, kann eine akute Gastritis auch zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung werden. Meist heilt jedoch die akute Gastritis ohne Behandlung spontan aus.
Häufig wird bei Oberbauchbeschwerden unklarer Ursache eine Gastritis diagnostiziert. Dabei kann der "Verdacht auf Gastritis" nur durch die mikroskopische Untersuchung von Magenschleimhautzellen sicher bestätigt werden. Anzumerken ist noch, dass die Gastritis entgegen der landläufigen Meinung häufig nur geringe oder gar keine Schmerzen verursacht.

Ursachen

Die Ursachen sind im einzelnen noch nicht schlüssig geklärt. Ein Auslösefaktor ist sicherlich psychosozialer Stress. Anscheinend spielt auch die Persönlichkeit bei der Krankheitsentstehung eine Rolle. Viele Gastritis-Patienten leiden unter Schuldgefühlen, Frustrationen und einer ständigen Konfliktspannung.

Akute Gastritis

Die häufigsten Ursachen einer akuten Gastritis sind:

  • übermäßiger Alkoholkonsum oder Alkoholvergiftung
  • Infektionen des Magen-Darm-Trakts (Gastroenteritis)
  • Schmerzmittel und kortisonhaltige Medikamente
  • Helicobacter pylori Infektion (bakterielle Gastritis)
  • schwere und komplizierte Operationen
  • Verätzungen durch Laugen oder Säuren
  • Patienten mit Kreislaufschock, zum Beispiel nach:
  • massiven Blutungen oder Verbrennungen
  • durch virale (unter anderem Herpes-simplex-Virus-Gastritis) und bakterielle Infektionen
  • bei Tuberkulose) oder bakteriellen Toxinen
  • durch Gifte oder Lebensmittelvergiftungen

Alkohol regt die Produktion von Magensäure an. Auf diese Weise kann kurzfristig eine Übersäuerung des Magens entstehen. Zudem greift Alkohol die Schutzschicht der Magenschleimhaut an, so dass durch die Übersäuerung die Entzündung der Schleimhaut begünstigt wird.
Bestimmte Schmerzmedikamente sind ebenfalls in der Lage, die Schutzschicht der Magenschleimhaut anzugreifen und eine Entzündung hervorzurufen. Allerdings bekommen nicht alle Patienten eine Magenschleimhautreizung.
Darüber hinaus kann eine Vielzahl von Erregern zu Gastritis oder sogar zu Gastroenteritis (= Magen-Darm-Entzündung; gleichzeitige Schleimhautentzündung von Magen, Dünndarm und eventuell Dickdarm) führen. Ausserdem können Parasiten und Viren zu einer infektiösen Gastritis führen.
Ganz wichtig ist das Bakterium "Helicobacter pylori". Dies wurde allerdings erst in den letzten Jahren bekannt. Dieser Erreger kann durch bestimmte Mechanismen im sauren Magensaft überleben, die Schleimhautwand passieren und sowohl eine akute, wie auch eine chronische Gastritis auslösen. Die Infektionsquelle ist unklar. Es ist jedoch erwiesen, dass dieser Erreger während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragen werden kann.
Besonders ausgeprägt kann die Magenschleimhautentzündung nach schweren und komplizierten Operationen oder bei Verbrennungsopfern sein. In beiden Situationen entsteht für den Körper ein maximaler Stress und der Magen ist für eine Reizung der Magenschleimhaut besonders empfänglich.

 
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