Essen und Trinken nach Magenentfernung

Durch eine vollständige aber auch teilweise Entfernung des Magens treten im Verdauungstrakt zahlreiche Veränderungen auf, die mehr oder minder schwere Beschwerden bei dem Betroffenen auslösen können. Die meisten Probleme können aber durch kleine Umstellungen des Ernährungsverhaltens behoben werden.

Häufigste Ursache: Magenkrebs

Die häufigste Ursache für die Entfernung des Magens (Gastrektomie) ist der Magenkrebs. Am Magenkarzinom erkranken in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen. Eine wichtige Behandlungsmaßnahme ist die Operation mit vollständiger Entfernung des bösartigen Anteils. Dabei wird je nach Ausdehnung des Magenkrebses ein mehr oder weniger großer Teil des Magens (partielle oder totale Gastrektomie) entfernt.

Mögliche Beschwerden nach Magenentfernung

Viele Betroffene entwickeln nach der Operation mehr oder minder schwere Ernährungsprobleme. In der Regel nehmen die Probleme mit zunehmendem Abstand zur Operation ab, denn der Organismus kann sich zumindest teilweise auf die veränderten Gegebenheiten einstellen.

Oberbauchbeschwerden

Nach der Nahrungsaufnahme kann es infolge des aufgehobenen Magen-Reservoirs zu Oberbauchbeschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit, Aufstoßen und Sodbrennen kommen. Da der Verschluss zur Speiseröhre hin fehlt, klagen viele Patienten über Sodbrennen ausgelöst durch den Rückfluss des Nahrungsbreis in die Speiseröhre (Reflux). Dies ist vor allem ausgeprägt im Liegen.

Frühdumpingsyndrom

Da der Pförtner am ehemaligen Magenausgang fehlt, kommt es häufig zu einer Sturzentleerung ("Dumping") der Nahrungsbestandteile in tiefere Dünndarmabschnitte. Dies wird besonders durch süße, salzige oder hochkonzentrierte Nahrung ausgelöst. Die große Menge an Nährstoffen wird dabei zu einem Flüssigkeitseinstrom aus dem Blutkreislauf in das Darminnere, dadurch kann es zu Füllungsschmerzen, Schwindel und Kreislaufsymptomen kommen.

Durch den beschleunigtem Speisentransport treten außerdem oftmals Durchfälle auf. Dieses so genannte "Frühdumping-Syndrom" tritt gewöhnlich ca. 20 - 30 Min. nach der Mahlzeit auf.

Spätdumpingsyndrom

Treten ca. 1,5 - 3 Std. nach der Mahlzeit Beschwerden wie Benommenheit, Heißhunger, Schwitzen und Pulsbeschleunigung auf, so handelt es sich vermutlich um ein "Spätdumping-Syndrom“. Hierzu kommt es, wenn größere Mengen stark zuckerhaltiger Speisen und Getränke verzehrt werden. Die schnelle Zuckeraufnahme im Dünndarm führt zu einer überschießenden Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Blutkreislauf, die nachfolgend eine Unterzuckerung hervorrufen kann.

Mangel an wichtigen Nährstoffen

Einige Patienten können Fette nicht mehr so gut verdauen. Sie leiden dann unter so genannten Fettstühlen (Steatorrhö). Werden die Fette mit dem Stuhl ausgeschieden, fehlen diese als wichtige Energiequelle.

Außerdem kann es zu einem Mangel an fettlöslichen Vitaminen und essentiellen Fettsäuren kommen. In der Magenwand wird ein Kofaktor (Intrinsic Faktor) gebildet, der zur Aufnahme von Vitamin B12 benötigt wird. Die fehlende Bildung des Intrinsic Faktors nach Magenentfernung führt zu einem Vitamin B12 -Mangel, der eine Anämie (Blutarmut) zur Folge hat. Vitamin B12 muss deshalb regelmäßig gespritzt werden. Des Weiteren können Vitamin D, Calcium, Folsäure und Eisen kritisch sein.