Magenentfernung - Es geht auch ohne!

Es geht auch ohne!

Zweifelsohne hat der Magen wichtige Aufgaben bei der Verdauung unserer Nahrung. Doch auch, wenn der Magen entfernt wurde, kann die Verdauung stattfinden. Führt man sich die Veränderungen im Verdauungstrakt vor Augen, die mit der Entfernung des Magens auftreten, so können einige Umstellungen im Ernährungsverhalten Abhilfe bei den meisten Beschwerden schaffen.

  1. Grundsätzlich können Sie alles essen, was Sie vertragen und wozu Sie Lust haben. Probieren Sie es selbst aus und lassen Sie sich den Genuss des Essens nicht verderben.
  2. Da der Magen als Reservoir für die Nahrung fehlt, sollte diese Funktion durch die Häufigkeit der Mahlzeiten gesteuert werden. Essen Sie lieber viele kleine (6-8 oder mehr), statt 2-3 große Mahlzeiten.
  3. Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich. Bedenken Sie, dass Ihr Magen die Funktion der Durchmischung und Zerkleinerung nicht mehr übernehmen kann.
  4. Trinken Sie nur wenig zu den Mahlzeiten, sondern eher zwischen den Mahlzeiten, um ein frühzeitiges Sättigungsgefühl zu vermeiden. Achten Sie aber insgesamt auf eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern.
  5. Ernähren sie sich eiweißreich und fettarm. Bevorzugen Sie deshalb mageres Fleisch und Fisch, magere Wurstsorten (z. B. Geflügelwurst, Kochschinken, roher Schinken ohne Fettrand, Corned Beef), magere Milch- und Milchprodukte.
  6. Meiden Sie größere Mengen zuckerreicher Speisen und Getränke wie z. B. Süßigkeiten, Marmelade, Kuchen und Limonaden. Diese Produkte führen leichter zu einem Dumpingsyndrom. Verwenden Sie anstatt Zucker besser Süßstoff. Testen Sie eventuell Diabetikerprodukte als Ersatz für Süßigkeiten aus.
  7. Manche Lebensmittel können in der Anfangsphase Unverträglichkeiten hervorrufen: blähende Obst- und Gemüsesorten (Trockenobst, Kohlsorten und Hülsenfrüchte), Milch, frittierte Speisen, kohlensäurehaltige Getränke, scharfe Gewürze, zu heiße oder zu kalte Speisen. Testen Sie bei diesen Lebensmitteln vorsichtig die individuelle Verträglichkeit aus.
  8. Trinken Sie Alkohol mit Vorsicht, möglicherweise reagiert Ihr Körper durch die veränderte Situation anders als Sie es gewohnt sind.
  9. Eine Aufgabe der Magensäure ist die Abtötung schädlicher Keime in der Nahrung. Da diese Funktion wegfällt, achten Sie auf eine hygienische Verarbeitung der Speisen und bewahren Sie Reste immer abgedeckt im Kühlschrank auf, um die Aufnahme von schädlichen Keimen möglichst gering zu halten.
  10. Lassen Sie regelmäßig Vitamin D, Calcium, Folsäure und Eisen kontrollieren und nehmen Sie diese bei Bedarf als Ergänzung ein.
  11. Denken Sie daran, dass ¼ jährlich Vitamin B12 vom Hausarzt gespritzt wird.

Bei den meisten Patienten können die genannten Ratschläge Abhilfe bei bestehenden Beschwerden schaffen. Manchmal ist aber eine darüber hinaus gehende individuelle Beratung erforderlich. Ziehen Sie hierzu eine/n qualifizierte/n Ernährungsberater/in zu Rate.