Reizmagen: Symptome und Ursachen

Unser Bauch ist Spiegel unserer Seele, das zeigt sich besonders bei Stress und Ärger. Jetzt kommen die Forscher dem Bauchhirn tatsächlich auf die Spur. Mit immer raffinierteren biochemischen und bildgebenden Verfahren haben sie herausgefunden, dass der Bauch eine Art zweites Gehirn besitzt: Rund um Magen und Darm findet sich die zweitgrößte Nervenansammlung und die größte Anzahl von Abwehrzellen im Körper. Leider ist das Bauchhirn nur schwer zu beeinflussen, denn es hat seinen eigenen Kopf!

Organisch gesund und trotzdem krank

Immer Ärger mit dem Bauch haben 6 bis 25 % Menschen weltweit, Frauen etwas häufiger als Männer. Das Verdauungssystem ist wie ein zweites Gehirn und reagiert auf Stress, unangenehme Situationen oder Trauer auf seine Art. Die Symptome wie Magenbeschwerden, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Sodbrennen werden unter den Begriffen Reizmagen oder Reizdarm zusammengefasst.

Die Ursachen sind bisher nicht vollständig bekannt. Vermutlich hat die Magen-/Darmwand eine erniedrigte Schmerzschwelle und reagiert z. B. empfindlicher auf die Magensäure. Die Diagnose des Arztes: organisch gesund, nützt den Betroffenen nur insofern, dass sie nun wissen, dass sie nicht unter einer Nahrungsmittelallergie, Milchzuckerunverträglichkeit oder Zöliakie leiden, bei der bestimmte Eiweißfraktionen aus Getreide nicht vertragen werden. Auch hier kommt es zu Durchfall, Verstopfung oder Blähungen.

 

Reizmagen - was tun?

Auch eine bakterielle Ursache oder eine Refluxerkrankung sollte ausgeschlossen werden. Eine Refluxerkrankung ist durch anhaltendes Sodbrennen gekennzeichnet und sollte ärztlich behandelt werden, da sie zu Krebs führen kann. Eine medikamentöse Therapie für gelegentliches Sodbrennen wie es neben Blähungen, Völlegefühl auch beim Reizmagen vorkommt, gibt es bisher nicht.

Was bleibt ist die Beseitigung von Symptomen mit Kräutertees (wie Pfefferminze, Artischocke, Kümmel oder Anis) oder rezeptfreien synthetischen Stoffen, die den Darm entlüften: Der Wirkstoff Simethicon z. B. lässt das Luftgemisch im Bauch zusammenfallen. Sinnvoll ist es, wenn die Medikation gleichzeitig überschüssige Säure neutralisiert, wie z. B. Aluminiumhydroxid. Hilfreich sind auch Entspannungstechniken und regelmäßiger Sport.

 

Ernährung bei Reizmagen

Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten rät bei einem Reizdarm, der durch wechselnde Stuhlgewohnheiten charakterisiert ist, zu einer individuellen Ernährungstherapie, da das Erscheinungsbild so unterschiedlich ist. Die meisten Patienten vertragen keine fettreichen und süßen sowie stark blähende Speisen. Eine ballaststoffreiche Kost (z. B.Vollkorn, Hülsenfrüchte, Leinsamen) ist nur für Patienten mit Verstopfung geeignet, oft wird der Symptomkomplex aber eher von Durchfall dominiert. Einige Patienten reagieren auch empfindlich auf Vollkorn. Wichtig für den Darm ist regelmäßige Bewegung, Sport, aber auch Yoga können helfen.

  • Bei Sodbrennen das Kopfende des Bettes hochstellen, nicht zu spät abends essen
  • säurelockende Nahrungsmittel (meist Fettes, Süßigkeiten, Chips) und Getränke einschränken (Alkohol, Kaffee/schwarzer Tee)
  • individuell unverträgliche Nahrungsmittel meiden
  • Statt 3 üppiger lieber 5 kleinere Mahlzeiten
  • weniger/ keine Zigaretten
  • Bei Adipositas (Fettsucht) Gewicht reduzieren
  • Ausreichende Bewegung
  • Stressabbauende Entspannungsmethoden wie Yoga, autogenes Training
  • Kräutertees bei Blähungen: z. B. Pfefferminze, Anis, Kümmel