Hausmittel und Medikamente bei Sodbrennen

Das Essen war lecker, aber plötzlich hat man ein Brennen im Hals und einen säuerlichen Geschmack im Mund. Diagnose: Sodbrennen. Sodbrennen ist mittlerweile ein Volksleiden, jeder Zweite kennt es. Kein Wunder, schließlich ist meist unser hektischer Lebensstil schuld daran. Wir zeigen Ihnen, was gegen die Beschwerden bei Sodbrennen wirksam hilft.
So funktioniert die Verdauung
Eigentlich hat die Natur ein fein abgestimmtes Verdauungssystem ausgeklügelt: Im Magen werden täglich etwa zwei bis drei Liter Magensaft hergestellt. Nehmen wir Nahrung auf, produziert der Magen den Magensaft. Dieser ist mit einem pH-Wert zwischen 0,8 und 1,5 ziemlich sauer, denn seine Aufgabe ist es, Krankheitskeime unschädlich zu machen und den Speisebrei weiterzuverarbeiten.
Ein Schließmuskel sorgt dafür, dass der Speisebrei von der Speiseröhre in den Magen und von dort weiter in den Zwölffingerdarm gelangt – und nicht umgekehrt!
Ursachen von Sodbrennen
Doch das eigentlich perfekt aufeinander abgestimmte System kann einige Störanfälle erfahren. Schlechte Ernährungsgewohnheiten wie ein zu üppiges, zu fettes und zu spätes Essen machen sich besonders negativ bemerkbar. Dass dann – vor allem wenn man sich zur Ruhe bettet – mitunter das Essen sauer aufstößt, kennt nahezu jeder von uns. Mediziner sprechen korrekterweise von „Reflux“ (lat. „refluxus“ = Rückfluss), der Volksmund von Sodbrennen.
Die Ursache hierfür ist, dass der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr optimal seinen Dienst verrichtet. Die Folge: Der nun saure Speisebrei fließt in die Speiseröhre zurück. Das muss nicht schlimm sein, vor allem dann nicht, wenn es nur hin und wieder mal passiert.
Wer aber mehrmals die Woche unter Sodbrennen leidet, riskiert, dass der saure Mageninhalt auf Dauer die Schleimhäute der Speiseröhre,
der oberen Atemwege und sogar Zahnfleisch und Zähne mit seinem sauren Inhalt (vor allem Salzsäure) in Mitleidenschaft zieht. Sodbrennen an sich ist keine eigenständige Erkrankung, es kann sich allerdings unbehandelt zu einer manifesten Krankheit entwickeln: einer Speiseröhrenentzündung etwa oder gar Krebs.
Sodbrennen kann vor allem auch durch Stress ausgelöst werden. Wer permanent von einem Termin zum nächsten hetzt und zwischendurch nur Fast Food hinunterschlingt, darf sich nicht wundern, wenn Speisereste wieder aufstoßen. Entspannungs- oder Atemübungen bringen Ruhe in den hektischen Alltag. Genauso wie Sport, Meditation oder auch einfach mal Nichtstun die fehlende Balance wiederherstellen können.
Sodbrennen mit Hausmitteln behandeln
Für Abhilfe können bei Sodbrennen bewährte Hausmittel wie beispielsweise ein Kräutertee mit Kamille, Kümmel oder Fenchel sorgen. Mitunter hilft auch eine Wärmflasche. Gut ist es zudem, auf zu süßes, zu fettes und zu scharf gewürztes Essen zu verzichten. Auch Alkohol, Nikotin, Kaffee und bestimmte Medikamente können das Funktionieren des Schließmuskels beeinträchtigen, da der Muskeltonus dadurch abschlaffen kann.
Weiterer Tipp: Lagern Sie nachts Ihren Oberkörper höher, denn eine waagerechte Position begünstigt den Rückfluss. Wer eher tagsüber an Sodbrennen leidet, der sollte zwischen den Mahlzeiten etwas Brot oder Zwieback essen oder aber Milch trinken, denn diese Nahrungsmittel binden Säure.
Sodbrennen mit Medikamenten behandeln
Ihr Hausarzt wird Ihnen eventuell auch Medikamente verschreiben: Antazida neutralisieren bei leichten Beschwerden die Magensäure bereits im Magen. Protonenpumpeninhibitoren hemmen bei starken Problemen die Bildung eines für die Säureausschüttung wichtigen Enzyms. So stößt Ihnen dann nichts mehr sauer auf.
Autor/Quelle: Cornelia Heim
