Vor Karies kann man sich schützen

Karies ist die weltweit häufigste Krankheit. In Deutschland sind etwa 98 % der Bevölkerung betroffen. In der Regel kommen alle Zähne gesund zur Welt – erst mangelnde Pflege und falsche Ernährungsgewohnheiten lösen Karies aus. Falsch ist die weit verbreitete Meinung, dass Karies vererbt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es kein Gen gibt, das Karies verursacht. Dagegen haben Studien an eineiigen Zwillingen bewiesen, dass die Summe mehrerer Erbfaktoren die Anfälligkeit bzw. das Risiko für Karies durchaus beeinflusst.
Karies im Anfangsstadium ist meist heilbar
Es gibt verschieden Stadien von Karies, sowie unterschiedliche Arten. Meist heilbar ist die sogenannte Initialkaries, auch White Spot genannt. Sie macht sich als weißer Kreidefleck auf dem Zahn bemerkbar. Hier ist eine intensive Mundhygiene und Fluoridierung angezeigt. Der Zahnarzt beobachtet diesen Zustand und muss noch keine Füllungstherapie einleiten. Schreitet die Karies fort, verfärbt sich der Zahn gelb-bräunlich. Ist die Karies einmal ins Zahnbein vorgedrungen, breitet sie sich rasch in Richtung Zahnmark aus. Die Löcher bei Karies sehen von außen oft recht klein aus, während sie im Inneren des Zahns stark ausgedehnt sein können. Sofern das Zahnmark (Pulpa) von den Kariesbakterien erreicht wird, kommt es nicht nur zu Schmerzen, vielmehr ist es möglich, dass durch die Infektion des die Wurzelspitze umgebenden Zahnknochens massive Entzündungen ausgelöst werden. Gleichzeitig dringen somit Bakterien über den Blutkreislauf in den Körper ein und können entzündliche Wirkungen auch an anderen Organen auslösen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen zunehmend Zusammenhänge zwischen solchen Zahnerkrankungen und Herz-Kreislaufproblemen.
Calcium spielt eine wichtige Rolle
Zum Glück ist unser "Ökosystem Mundhöhle" auf Störungen durch Nahrung oder Getränke eingerichtet. Ob diese Störungen jedoch zur Ausbildung von kariösen Läsionen führen, hängt sowohl von der Art der Nahrung ab, als auch von der Fähigkeit des Ökosystems diese Störungen auszugleichen. Verschiedene Reparaturmechanismen stehen diesem Ökosystem zur Verfügung, um kleine Schäden zu beheben. So spielen z.B. die Speichelmenge und der Gehalt an z.B. Calcium eine wichtige Rolle. Liegt genügend Zeit zwischen zwei Säureangriffen, so kann aus dem Speichel wieder Calcium in den Zahnschmelz eingebaut werden (Remineralisation). Voraussetzung ist jedoch, dass der Zahn nicht von einer dicken Plaque umhüllt ist, die die Calciumaufnahme verhindern. Zu einer bewussten Ernährungsweise gehört auch das langsame und sorgfältige Kauen von festen Lebensmitteln. Der mechanische Abrieb und die Anregung der Speichelproduktion sorgen für eine gewisse Reinigung und fördern die Remineralisation des Zahnschmelzes. Positiv wirkt sich auch das Trinken zu den Mahlzeiten aus. So wird ein Teil der Essensreste gleich aus dem Mund gespült.
Zahnkaugummis gegen Karies
Besteht nach dem Essen nicht die Möglichkeit, die Zähne zu säubern, kann auf sog. Zahnkaugummis zurückgegriffen werden. Auch hier kommt es durch die mechanische Reinigung und die Anregung des Speichelflusses zu einer schnelleren Säuberung der Mundhöhle. Enthalten diese Zahnkaugummis Xylit, so wirkt sich dies direkt hemmend auf das Wachstum der Plaquebakterien aus. Man sollte deswegen auf diesen Inhaltsstoff achten. Allerdings kann die Verwendung von Zahnkaugummis die Zahnbürste nicht ersetzen. Eine optimale Ernährung, sowie weitgehender Verzicht auf Zucker können das Kariesproblem zwar mindern, auf eine konsequente Zahn- und Mundhygiene als Eckpfeiler für eine erfolgreiche Kariesprophylaxe kann jedoch nicht verzichtet werden.
Karies vorbeugen
Eine möglichst vollständige Entfernung von Zahnbelag (Plaque) durch regelmäßige Zahnreinigung ist die wirksamste Methode, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Speisereste, die sich auf den Zahnoberflächen und den Zwischenräumen festsetzen, bilden einen idealen Nährboden für Bakterien. Nur durch diesen Zahnbelag können Karies und Zahnfleischentzündungen überhaupt erst entstehen. Wird ein Zahn richtig gepflegt, dann bleibt er auch gesund. Die folgenden Aspekte spielen eine wichtige Rolle für die tägliche Pflege:
Richtige Ernährung
- Abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Getreideprodukten
- Reduzieren von überflüssigem Zucker und Süßspeisen
- Zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten vermeiden
Fluorprophylaxe
- Gele, Zahnpasten, und Mundwässer mit Fluorid machen die Zähne härter und widerstandsfähiger. Durch die Einnahme von Fluoridtabletten werden beim Kind auch noch nicht durchgebrochene Zähne gehärtet.
- Ihr Zahnarzt kann Sie über die geeignetste Fluoridbehandlung beraten.
Kontrolle durch den Zahnarzt
- Regelmäßige Kontrolle alle 6 Monate vermeidet die Entstehung von Karies und anderen Schäden am Gebiss. Wenn Sie Ihre Zahnarztbesuche jedesmal in ein Bonusheft eintragen lassen, können Sie obendrein noch Geld sparen, falls doch einmal eine Behandlung ansteht.
Mundhygiene
- Die beste Vorbeugung ist eine regelmäßige und sorgfältige Zahnpflege.
- Zweimal täglich die Zähne putzen und darauf achten, dass möglichst alle Plaquereste entfernt werden.
- Zahnzwischenräume sollten mit Zahnseide sauber gehalten werden.
Zahnersatz braucht besondere Pflege
Bei älteren Menschen begünstigen besondere Risikofaktoren das Entstehen von Karies. Zum einen begünstigt zurückgegangenes Zahnfleisch das Entstehen von Wurzelkaries. Gleichzeitig erschwert eingegliederter Zahnersatz die Mundhygiene und es kommt zur verstärkten Plaqueanlagerung an den restlichen Zähnen, was wiederum Karies oder sogenannte Sekundärkaries an Kronen und Füllungen auslösen kann. Um vorzubeugen empfiehlt es sich, die Zähne mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zu putzen. Außerdem hilft eine zahngesunde Ernährung, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und insbesondere eine regelmäßig durchgeführte Professionelle Zahnreinigung, die Zähne vor Karies zu schützen.
Autor/Quelle: proDente
