Mundgesundheit zur Krebsprävention

Gesund beginnt im Mund. Diese griffige Parole trifft auf die Vorbeugung von Krebserkrankungen in Mundhöhle, Kiefer und Rachen besonders zu. Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens stehen in Deutschland bei den Männer an siebter, bei den Frauen an 15ter Stelle der bösartigen Tumoren.

Wer ist betroffen?

In Deutschland erkranken jährlich rund 7.600 Männer und 2.800 Frauen neu an Krebs des Mundbodens, des Gaumens, der Speicheldrusen und des Rachens; betroffen sind am ehesten Menschen Anfang 60.

Auch bei den Krebsvorstufen sind fast 3-mal so viel Männer wie Frauen betroffen. Jede Krebsdiagnose trifft die Erkrankten hart.

Bei einem Krebs der Mundhöhle kommt erschwerend hinzu, dass eine Erkrankung oder Operation im Gesicht für jedermann sofort ersichtlich ist und das Selbstwertempfinden sehr beeinträchtigen kann. Außerdem wird das Zusammensein mit anderen Menschen belastet, weil wichtige soziale Funktionen wie Sprechen, Kauen oder Schlucken nur eingeschränkt möglich sind.

Ursachen und Risiken

Tumoren in der Mundhöhle werden sehr häufig durch Rauchen und/oder Alkohol verursacht. Besonders gefährlich sind sehr starke oder filterlose Zigaretten, hochprozentige alkoholische Getränke sowie vor allem die Kombination von Rauchen und Alkohol. Das Risiko für eine Krebserkrankung steigt je nach der Menge des Tabak- und Alkoholkonsums mindestens bis zum 6-fachen – verglichen mit einer Person, die nicht raucht oder Alkohol trinkt.

Seit Mitte der 90er Jahre ist bei den Männern die Neuerkrankungsrate rückläufig, bei den Frauen hat sie sich verlangsamt. Weitere wichtige Risikofaktoren sind ein ungünstiges Ernährungsverhalten, vor allem der geringe Verzehr von Obst und Gemüse (und damit zu wenig Antioxidanzien) sowie die schlechte Mundhygiene.

Bei Menschen, die nicht regelmäßig zu den zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen gehen, kommt erschwerend hinzu, dass der Krebs oft erst in einem späteren Stadium entdeckt wird. Auch chronisch wunde Stellen an der Mundschleimhaut (zum Beispiel durch scharfe Zahn- oder Prothesenkanten), chronische Pilzerkrankungen im Mund (Candida albicans) und Papillomaviren können als Mitverursacher oraler Krebserkrankungen wirken. Diabetiker leiden häufiger an – möglicherweise krebsverursachenden – Veränderungen der Mundschleimhaut als Gesunde.

Krebserkrankungen in Mundhöhle, Kiefer und Rachen vorbeugen

Hieraus wird umgekehrt deutlich, wie diesem Krebs wirkungsvoll vorgebeugt werden kann: Der Verzicht auf Tabak, seltener und mäßiger Alkoholkonsum sowie eine gute Mund- und Zahnpflege (mit gründlichem Zähneputzen zweimal täglich sowie regelmäßigen Zahnarztbesuchen) sind ein guter Schutz, unterstützt durch eine mund- und zahngesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten.

Halbjährliche Zahnarztbesuche zur Früherkennung nutzen

Der Früherkennung kommt – wie bei jeder Krebserkrankung – eine besondere Rolle zu: Je eher ein Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Hier spielen die Zahnärzte als Experten für Mundgesundheit eine wichtige Rolle: Bei jeder halbjährlichen Kontrolluntersuchung sollten sie die gesamte Mundhöhle systematisch begutachten, insbesondere bei Risikopatienten wie Rauchern. Wer sich nicht sicher ist, ob der eigene Zahnarzt diese Untersuchung mit durchführt, sollte ihn einfach beim nächsten Termin kurz ansprechen und darum bitten.

Kontrolle der Mundhöhle

Darüber hinaus kann jeder selbst zur Früherkennung beitragen, indem er sich seine Mundhöhle – bei guten Lichtverhältnissen – regelmäßig anschaut. Fallen dabei flächige, weißliche Stellen auf, die sich zugleich hart anfühlen, sollte dies sofort ärztlich abgeklärt werden.

Denn es kann sich hierbei um die so genannten Leukoplakien handeln, flache, nicht abwischbare Schleimhautveränderungen, die als Krebsvorstufen (Präkanzerosen) in einen bösartigen Tumor der Schleimhaut (Plattenepithelkarzinom) übergehen können. Auch flächige, rötliche Veränderungen oder länger als zwei Wochen bestehende wunde Stellen im Mund sollten schnellstmöglich von einem Arzt, Zahnarzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg begutachtet werden.

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Checkliste: Früherkennung von Mundhöhlenkrebs

Beschwerden treten bei Tumoren in der Mundhöhle erst im fortgeschrittenen Stadium auf – somit gibt es keine "echten" Frühsymptome. Folgende Merkmale können jedoch auf einen tumorösen Prozess im Mund-Rachen-Raum hinweisen und bedürfen in jedem Fall ärztlicher Abklärung:

  • weißliche, rötliche oder weißlich-rötliche Stellen, die nicht abwischbar sind und sich härter anfühlen als die andere Mundschleimhaut
  • chronisch wunde Stellen im Mund (länger als zwei Wochen)
  • leicht blutende Wunden
  • Schluckbeschwerden
  • Sprechbehinderung oder Schmerzen beim Sprechen
  • "Kloßgefühl" im Bereich des Mundbodens oder der Zunge
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • länger bestehender Mundgeruch