Harnröhrenentzündung (Urethritis)- Therapie
Therapie und vorbeugende Maßnahmen gegen Harnröhrenentzündung
Wie behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Keime werden mit passenden Antibiotika oder Pilzmitteln bekämpft. Unverzichtbar ist dabei die Mitbehandlung des Sexualpartners, um einen "Ping-Pong-Effekt" (also eine gegenseitige Wiederinfektion) zu vermeiden. Ratsam ist der Verzicht auf Geschlechtsverkehr bis die Infektion angeklungen ist. Bei der senilen Urethritis sind evtl. östrogenhaltige Zäpfchen angezeigt. Studien haben gezeigt, dass Preiselbeer- bzw. Cranberrysaft das Anhaften von Keimen an der Harnröhren- und Harnblasenschleimhaut verhindert. Bei Patienten, die zu wiederholten Infektionen des Harntrakts neigen, könnte das regelmäßige Trinken des Safts also den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Weitere "Hausmittel" zur Vorbeugung sind die Entleerung der Blase nach dem Geschlechtsverkehr, das Vermeiden von Unterkühlung und von übertriebener Genitalhygiene und die Zufuhr von täglich mehr als 2 Litern Flüssigkeit. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wurde bisher allerdings nicht in Studien überprüft.
In der Volksmedizin kommen verschiedene Heilpflanzen zum Einsatz, die z. B. als Tee getrunken werden können, teilweise auch als Fertigarzneimittel erhältlich sind. Klassische Heilkräuter bei der Harnröhrenentzündung sind z. B. Ackerschachtelhalm, Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brennnessel, Goldrute, Hagebutte, Hauhechel und Wacholder. In der Homöopathie wird häufig Cantharis verwendet.
Wie sind Verlauf und Prognose?
Wird eine Infektion rechtzeitig behandelt, ist die Prognose gut. Setzt die Therapie zu spät oder – z. B. wegen mangelnder Beschwerden – gar nicht ein, breiten sich die Keime evtl. weiter aus. So können Abszesse, Infektionen der Nieren, der Nebenhoden, der Prostata, der Gebärmutter, Eileiter oder Eierstöcke auftreten oder auch ein akuter Harnverhalt. Als Folge der Entzündungsprozesse kann es zur Narbenbildung und Verengung der Harnröhre oder zur Verklebung der Eileiter und Unfruchtbarkeit kommen.
Schwangere können während der Geburt die Keime auf ihr Kind übertragen, was - bei Chlamydien und Gonokokken - zu einer schwerwiegenden Bindehautentzündung des Neugeborenen führen kann. Manche Keime stehen auch im Verdacht, das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung und eine Fehlgeburt zu erhöhen.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

