Nierenschmerzen richtig deuten

Hinter Nierenschmerzen können verschiedene Erkrankungen unterschiedlichen Schweregrades stecken. Störungen der Nierenfunktion werden oft bei Routineuntersuchungen des Blutes oder des Urins entdeckt. Mitunter führen aber auch Rückenschmerzen oder Schmerzen in der Nierengegend zu einem Arztbesuch. Dann muss der Arzt abklären, ob die Schmerzen vom Rücken oder der paarig angelegten Niere ausgehen.

Nierenschmerzen: Wo? Rechts, links, beidseitig

Nierenschmerzen treten in den Flanken, speziell im Nierenbecken, auf. Je nachdem, ob eine oder beide Nieren betroffen sind, können Nierenschmerzen rechts, links oder beidseitig auftreten. Während Rückenschmerzen die Bewegung beeinträchtigen und häufig zu einer gebeugten Haltung führen, ist dies bei Nierenschmerzen nicht unbedingt der Fall. Wenn ein leichter Schlag mit der Handkante, etwa zwei bis drei Finger breit über dem Beckenkamm, Schmerzen auslöst oder verstärkt, deutet dies auf ein Nierenproblem hin. Eine Urinuntersuchung kann die Diagnose absichern.

Auch während einer Schwangerschaft können Nierenschmerzen auftreten bei denen zunächst nicht klar ist, ob es Rückenschmerzen oder Nierenschmerzen sind. Nierenschmerzen entstehen während einer Schwangerschaft, wenn sich durch den Druck auf die Harnwege der Urin zurück in das Nierenbeckensystem staut. Man spricht dann von einem Nierenstau, der zügig behandelt werden sollte. Wer Nierenschmerzen hat, sollte unbedingt eine Arzt aufsuchen. Sie können schwerwiegende Krankheiten andeuten.

Nierensteine als Ursache für Nierenschmerzen

Wer Nierenschmerzen hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Sie können schwerwiegende Erkrankungen andeuten. Zu diesen Erkrankungen zählen zum Beispiel:

  • Nierenbeckenentzündungen infolge einer „hochgewanderten“ Blasenentzündung
  • Nierenentzündungen
  • Zystische Nierenerkrankungen
  • Nierenkrebs
  • Nierensteine
  • Nierengrieß
  • Nierenkoliken

Nierensteine entstehen, wenn der Harn mit steinbildenden Substanzen wie Kalzium, Oxalat, Phosphat, Harnsäure und Cystin übersättigt ist. Daher sollten Menschen, die zur Steinbildung neigen, auf Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol verzichten, da diese den Urin mit steinbildenden Substanzen anreichern.

Normalerweise erschweren bestimmte Substanzen (z.B. kalziumbindendes Zitrat) das Ausfällen einer Harnsubstanz aus der damit übersättigten Harnflüssigkeit. Sind diese Hemmstoffe jedoch nur in geringen Mengen vorhanden, begünstigt dies die Bildung von zunächst winzig kleinen Kristallen, Grieß genannt, zusätzlich. Sind die Bedingungen günstig, entstehen aus diesem Grieß im Laufe der Zeit größere Nierensteine.

Nierenkolik als Folge von Nierensteinen

So lange es sich um Harnstein-Grieß oder kleine Steine handelt, können sie zu 80 Prozent mittels großer Trinkmengen (über Wochen) über Harnleiter und Harnblase, ohne starke Schmerzen zu verursachen, ausgeschieden werden. Als zusätzliche Hausmittel bieten sich hier feuchte Lendenwickel und heiße Vollbäder an.

Wandert dagegen ein großer Stein aus der Niere heraus, treten häufig schmerzhafte Koliken auf. Dann reicht viel trinken allein nicht aus. Die Steine werden entweder mit Stoßwellen von außen zerkleinert. Die Bruchstücke gehen von alleine ab. Oder die Steine werden mittels Endoskop bzw. im Rahmen einer offenen Operation entfernt. Teilweise lassen sie auch medikamentös auflösen.

Symptom für Nierenbeckenentzündung

Nierenschmerzen können Symptom einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) sein. Bei einer Nierenbeckenentzündung handelt sich um eine akute oder chronische Entzündung des Nierenbindegewebes, die zumeist durch eine bakterielle Infektion verursacht ist. Doch auch bestimmte Medikamente und andere Infektionen können zu einer akuten oder chronischen Nierenbeckenentzündung führen. Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung treten außer Nierenschmerzen hohes Fieber und ein plötzliches starkes Krankheitsgefühl auf. Nach einer Antibiotika-Einnahme heilt die akute Nierenbeckenentzündung zumeist aus.

Manchmal entwickelt sich aus der akuten eine chronische Nierenbeckenentzündung (chronische interstitielle Nephritis). Eine chronische Nierenbeckenentzündung kann lange symptomfrei verlaufen, es können aber auch Symptome wie Flankenschmerzen auftreten. Eine weitere mögliche Ursache für Nierenschmerzen ist die interstitielle Nephritis. Bei ihr ist insbesondere der die Harnkanälchen umgebende Raum entzündet.

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Zystennieren verursachen schmerzhaften Nierenumbau

Auch die zumeist vererbten Zystennieren können ursächlich für Nierenschmerzen sein. Bei Zystennieren handelt sich um gefährliche Nierenveränderungen, bei denen beide Nieren mehr als drei Zysten aufweisen. Langfristig führt die Zystenniere zu fortschreitendem Nierenversagen. Anfangs treten meist noch keine Symptome auf. Zu einem späteren Zeitpunkt erkranken die Betroffenen dann aber gehäuft an chronischen Harnweginfekten, haben Schmerzen im Nierenbereich und mitunter auch plötzliche Harnblutungen. Folglich kann die Niere immer weniger ihre Aufgaben erfüllen. Bei der Behandlung von Zystennieren geht es vor allem um die Linderung der Symptome.

Flankenschmerzen können auch ein Hinweis auf eine Nierenkrebserkrankung sein. Risikofaktoren für die Entwicklung von Nierenkrebs sind unter anderem Übergewicht, Rauchen, fettreiche Ernährung, ein häufiger Kontakt mit nierenschädigenden Lösungsmitteln sowie Asbest und chronische Nierenerkrankungen. Frühzeitige Symptome sind beim Nierenkrebs eine Seltenheit. Im fortgeschrittenen Stadium von Nierenkrebs treten außer Flankenschmerzen auch Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Blut im Urin und gegebenenfalls Knochenschmerzen auf.

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