Alarmierende Studie: Jeder zweite Jugendliche unter 14 Jahren schon einmal betrunken

An der "Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen" (ESPAD) beteiligte sich Deutschland zum ersten Mal 2003. Alle 4 Jahre gibt es neue Studienergebnisse aus mehreren Bundesländer und insgesamt 35 europäischen Staaten. Deutschland hatte sich 2003 erstmals an der "Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen" (ESPAD) beteiligt. Gefragt wird im Rahmen der Datenerhebung nach dem Konsum psychoaktiver Substanzen sowie die persönlichen Einstellungen und Risikoabschätzungen der Schülerinnen und Schüler. 2007 nahmen sieben Bundesländer an der Studie teil, insgesamt waren 35 europäische Staaten beteiligt.
Jeder Dritte hat schon mal Cannabis geraucht
Auch bei der zweiten Erhebung sind die Ergebnisse ein Alarmsignal, denn Jugendliche kommen sehr früh mit Alkohol, Tabak oder Cannabis in Kontakt. Außerdem: Jeder dritte unter den befragten Jugendlichen hat schon mal Cannabis geraucht, mittlerweile rauchen mehr Mädchen als Jungen.
Tabak
Von den befragten Schülerinnen und Schülern haben mehr als 80 % mindestens einmal in ihrem Leben geraucht, bei den Schülerinnen haben 83% gegenüber 85% bei den Schülern Erfahrungen mit dem Tabakkonsum. Von einem aktuellen Konsum berichteten 35% der weiblichen gegenüber 31% der männlichen Schüler.
Alkohol
Bezogen auf die letzten 12 Monate vor der Befragung waren lediglich 9% der Jungen und 8% der Mädchen abstinent. In den letzten 30 Tagen vor der Erhebung wurde am häufigsten Bier getrunken, gefolgt von Spirituosen. Insgesamt 22% der befragten Jugendlichen berichten von Trunkenheitserlebnissen in den letzten 30 Tagen. Jeder zweite Jugendliche unter 14 Jahren war schon einmal betrunken. Einen zumindest einmaligen Konsum von 5 oder mehr Gläsern Alkohol bei einer Trinkgelegenheit in den letzten 30 Tagen gaben 26% der Schülerinnen und Schüler an.
Drogen
25% der befragten Schülerinnen und Schüler berichten, bereits einmal irgendeine illegale Substanz probiert zu haben. Verglichen mit den relativ hohen Erfahrungswerten des Cannabiskonsums ist eine häufige Einnahme dieser Substanz aber eher selten. In den letzten 30 Tagen vor der Befragung gaben 7% der Jugendlichen an, öfter als einmal pro Woche Cannabis konsumiert zu haben.
Weitere Studien
Neben der ESPAD-Studie werden in vielen Ländern auch nationale Studien erhoben, z.B. die HBSC-Studie in Großbritannien. Die Ergebnisse weichen bei den meisten Fragestellungen nur wenig voneinander ab.
Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen
Um diese Entwicklung zu unterbinden, setzt die Bundesregierung seit Jahren auf Primärprävention. Hierzu gehören nach Angaben der Parlamentarischen Staatssekretärin die Informationen zum Rauchen speziell für Mädchen, die die BZgA zur Verfügung stellt. Zum anderen wurden Angebote für die Gruppe der Jugendlichen entwickelt, die bereits Erfahrungen im Konsum von Drogen haben und bei denen Verhaltensänderung erzielt werden sollen.
Ein gutes Beispiel ist das Projekt "HaLT", in dem es darum geht, Jugendlichen mit auffälligem Alkoholkonsum gezielt Hilfen anzubieten.
Autor/Quelle: Nathalie Blanck
