Delir - Vorbeugung
Wie kann man einem Delir vorbeugen?
Ein durch mehrere Risikofaktoren ausgelöstes Delir lässt sich häufig nicht abwenden – da delirante Syndrome so häufig vorkommen, wird durch eine intensive Betreuung und Überwachung eines Krankenhauspatienten ein Delir oft im Frühstadium erkannt und die Behandlung frühzeitig begonnen. Da ein Delir häufiger bei einer ungeplanten Operation oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente auftritt, wird in diesen Situationen besonders auf Anzeichen einer Bewusstseinsveränderung geachtet.
Einem Alkoholentzugsdelir lässt sich vorbeugen, indem der Verdacht auf Alkoholkrankheit durch eine sorgfältige Befragung des Betroffenen oder seiner Angehörigen gesichert oder ausgeräumt wird. Während der Behandlung wird dann entweder eine ausreichende Menge Alkohol zugeführt – dieses Vorgehen ist allerdings nur bei leichteren Krankheitsbildern möglich und wird nicht überall durchgeführt – oder es wird eine medikamentös unterstützte Entzugsbehandlung eingeleitet.
Was ist das Gefährliche an einem Delir?
Da es sich beim Delir um eine qualitative Bewusstseinsstörung handelt und der Betroffene nicht mehr Herr seiner Sinne ist, kann er sich und andere verletzen. Möglicherweise verkennt er die Situation, in der er sich befindet (z.B. dass er als Patient im Krankenhaus liegt), misstraut den Personen, die ihn umgeben, und will weglaufen.
Solange die Ursache für das Delir nicht geklärt ist, wird ein Delir wie ein Notfall behandelt, d.h., der Betroffene wird – wenn er noch nicht im Krankenhaus ist – in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort folgt die Ursachenforschung und dann die gezielte Therapie des Delirs. Die meisten Delire bilden sich nach Ausschaltung der Ursache und intensiven Behandlungsmaßnahmen innerhalb weniger Tage zurück.
Besonders gefährlich: das Alkoholdelir
Anders sieht es beim Alkoholdelir aus. Wenn ein Alkoholdelir unbehandelt bleibt, beträgt die Sterblichkeit 25%. Und wenn die Therapie nicht unverzüglich und in vollem Ausmaß eingeleitet wird, dann besteht die Gefahr von schweren Folgeschäden. Diese Folgeschäden, die Wernicke-Enzephalopathie und das Korsakow-Syndrom, betreffen hauptsächlich das Gehirn und wichtige Nerven, bilden sich – wenn überhaupt – nur teilweise zurück und führen bei etwa 20% der Betroffenen zum Tode. Wird der Alkoholkonsum nach einem Delir fortgesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich erneut ein Delir ausbildet.
Autor/Quelle: Nathalie Blanck

