Altersdepression

Viele Faktoren, wie die Veranlagung oder die sozialen Umstände eines Menschen, können zur Entstehung von Depressionen beitragen, und entsprechend vielfältig sind die Ansätze zur Prävention und Therapie dieser Erkrankung. Eine aktuelle Studie hat verschiedene Möglichkeiten zur Prävention von Depressionen bei älteren Menschen verglichen. Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, stellt im Blog Psychologie Aktuell eine Presseerklärung der Universität zu der Studie vom November 2010 vor
Helfen soziale Aktivitäten bei Altersdepressionen?
Maßnahmen, die ihren Schwerpunkt auf sozialen Aktivitäten haben, können die Häufigkeit von Depressionssymptomen bei älteren Menschen deutlich reduzieren, so das Ergebnis der Studie. „Sinnvolle soziale Aktivitäten, die auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten älterer Menschen abgestimmt sind, sollten bei der Planung der Seniorenbetreuung berücksichtigt werden“, meint Anna Forsman, eine Doktorandin an der Nordic School of Public Health in Göteborg, Schweden. Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung bei älteren Menschen. Da ihr Anteil an der Bevölkerung kontinuierlich steigt, ist dies ein Thema, das für die öffentliche Gesundheit Priorität haben muss. Psychosoziale Maßnahmen haben eine deutliche präventive Wirkung auf Depressionssymptome bei Menschen, die 65 Jahre oder älter sind.
Soziale Aktivitäten besser als Sport
Die Studie verglich systematisch die Wirksamkeit verschiedener Formen von psychosozialen Maßnahmen bei älteren Menschen, die das Ziel haben, Depressionen vorzubeugen und die psychische Gesundheit zu fördern. „Wenn man verschiedene Formen von psychosozialen Maßnahmen untersucht, erscheinen soziale Aktivitäten am besten geeignet, um die psychische Gesundheit älterer Menschen zu verbessern“, so Forsman. Während soziale Aktivitäten einen deutlich positiven Effekt hatten, fand die Forscherin keine signifikante Wirkung bei Maßnahmen, die überwiegend aus Sport, der Schulung von Fähigkeiten, Selbsthilfegruppen, Erinnerungstherapie oder deren Kombination bestanden.
Über die Studie zu Altersdepression
Für ihre systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (statistische Neuauswertung) analysierte Forsman Veröffentlichungen aus elf elektronischen Datenbanken, die bis Oktober 2009 erschienen waren. Ihr Ziel war es, gesicherte Erkenntnisse und gute Beispiele für Studien zu sammeln und auszuwerten, in denen untersucht wurde, wie man das Auftreten von Depressionen bei älteren Menschen verhindern und ihre psychische Gesundheit fördern kann. Die Arbeit wurde im Rahmen des DataPrev-Projekts durchgeführt, das von der EU finanziert wird und die Aufgabe hat, gesicherte Erkenntnisse über Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit und Prävention psychischer Erkrankungen bei Menschen verschiedenen Alters auszuwerten.
Autor/Quelle: Dr. Rose Shaw
