Schizophrenie durch Cannabis-Konsum?

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Viele junge Menschen experimentieren irgendwann mit Drogen. Eine aktuelle Studie australischer Forscher hat die Wirkung von Cannabis (Haschisch, Marihuana) auf Psychose-Erkrankungen untersucht und zeigt, dass die Droge bei manchen jungen Menschen das Entstehen von Psychosen auslösen kann. Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, stellt im Blog Psychologie Aktuell eine Presseerklärung der Universität von New South Wales zu der Studie vor, die davor warnt, den Konsum von Cannabis zu verharmlosen.

Cannabis-Konsum und Psychosen

Eine neue Studie hat zum ersten Mal schlüssig nachgewiesen, dass Cannabis-Konsum den Beginn einer Psychose-Erkrankung in einem Alter beschleunigt, das für die Entwicklung des Gehirns entscheidend ist – mit möglichen Folgen für das ganze spätere Leben. Diese erste Metaanalyse (eine statistische Neuauswertung) der Daten von mehr als 20 000 Patienten zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen von Cannabis und Psychosen, die bei Konsumenten der Droge bis zu 2,7 Jahre früher auftreten.

 

Einfluss von Drogen auf Entstehen von Psychosen

In Zusammenarbeit mit Forschern des St Vincent’s Hospital und der School of Medicine and Health Sciences an der George Washington University untersuchte die Studie, wie groß der Einfluss ist, den der Konsum von Cannabis, Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen auf das Alter hat, in dem ein Patient zum ersten Mal an einer Psychose wie Schizophrenie erkrankt. Cannabis ist die illegale Droge, die in Australien am häufigsten konsumiert wird.

Nach der National Drug Household Survey (einer landesweiten Umfrage) von 2007 haben 33,5 Prozent der Bevölkerung schon einmal Cannabis genommen. In der Secondary School Survey von 2004 gaben etwa 18 Prozent aller Oberschüler im Alter von 12 bis 17 Jahren an, die Droge irgendwann schon einmal genommen zu haben (National Cannabis Prevention and Information Centre der UNSW).

Nach Meinung von Dr. Large sind die Studienergebnisse, die auf Forschungsdaten aus mehreren Jahrzehnten beruhen, ein wichtiger Durchbruch für unser Verständnis der Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Cannabis und Psychose-Erkrankungen. Mehrere Studien hatten schon vorher einen Zusammenhang zwischen Psychosen und dem Konsum von Cannabis, Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen gezeigt. „Aber diese Studie wollte gezielt untersuchen, wie viele Psychosen allein durch den Konsum von Cannabis verursacht werden,“ betont er.

 

Schizophrenie durch Cannabis-Konsum

Die Ergebnisse dieser Studie sprechen für die Auffassung, dass Cannabis-Konsum frühzeitig Schizophrenie und andere Psychose-Erkrankungen auslöst, möglicherweise durch eine Interaktion von Erkrankungen, die durch genetische und Umweltfaktoren bedingt sind, oder durch eine Störung der normalen Entwicklung des Gehirns, merkt das Team an.

„Die Studie wertete die Ergebnisse von 83 früheren Untersuchungen an 20 000 Patienten mit Schizophrenie oder anderen Psychosen neu aus. Für die Studie benutzten wir das Verfahren der Metaanalyse – eine moderne statistische Methode – und konnten zeigen, dass der frühere Beginn von schweren psychischen Erkrankungen bei Drogenbenutzern durch den Cannabis-Konsum selbst verursacht wird und sich nicht durch andere Faktoren wie Alkoholkonsum erklären lässt“, sagt Dr. Large.

 

Cannabis Ursache für Entwicklung von Psychosen

„Die Ergebnisse dieser Studie sind schlüssig und bringen Klarheit in die bislang widersprüchlichen Daten über einen Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und dem früheren Beginn von Psychose-Erkrankungen. Unsere Daten sprechen für die Theorie, dass der Konsum von Cannabis bei manchen Patienten eine der Ursachen für die Entwicklung der Psychose ist."

Dr. Large sagt, dass Drogenkonsum bei Menschen, die in psychiatrischer Behandlung sind, weit verbreitet ist, und dass Patienten mit Schizophrenie häufiger Drogen nehmen als der Durchschnitt der Bevölkerung. „Die Ergebnisse dieser Studie sind ein überzeugender Beweis, dass man Psychose-Erkrankungen in manchen Fällen hinauszögern oder sogar verhindern könnte, wenn man den Konsum von Cannabis stoppen oder einschränken würde.“