Rheuma - braucht Ihr Magen Schutz?

Im Kampf gegen Rheumaschmerzen sind wirksame Schmerzmittel unersetzlich. Doch gerade diese wirkungsvollen und lindernden Präparate schädigen oft die Schleimhaut von Magen und Darm. Verzichten kann man deshalb nicht darauf. Aber man kann sich vor dem Angriff wappnen: Mit einer speziellen Magenschutztherapie.
Gegen Rheumaschmerzen und geschwollene Gelenke werden am häufigsten die so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (kurz NSAR) eingesetzt. Sie lindern effektiv die Schmerzen, können aber der empfindlichen Schleimhaut von Magen und Darm erheblich zusetzen.
Mögliche Folgen: "Schmerzmittel-Geschwüre" im Magen, die massive Blutungen verursachen und zu ernsten bis lebensgefährlichen Komplikationen führen können. Diese Nebenwirkungen treten unabhängig davon auf, ob Tabletten, Zäpfchen oder Spritzen zum Einsatz kommen, denn der Wirkstoff erreicht in jedem Fall über die Blutbahn den Magen.

Magenschmerzen werden nicht gespürt

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bei einer längeren Anwendung dieser Medikamente bei jedem vierten bis fünften Patienten ein Magengeschwür ausbildet. Mehr als die Hälfte der Betroffenen spürt davon spürt davon nicht das Geringste. Denn die Schmerzmittel unterdrücken nicht nur die Rheumaschmerzen, sondern auch die Signale der möglicherweise entstandenen Magenprobleme. Doch auch wenn diese Nebenwirkungen ein ernstes Problem darstellen, so geht an den bewährten Rheumaschmerzmitteln meist kein Weg vorbei.

Schutz für besonders Gefährdete

Die gute Nachricht: Ein Schutz des Magens ist möglich. Dies ist insbesondere bei Betroffenen wichtig, die bestimmte Risikofaktoren aufweisen (siehe Risiko-Check). Wenn zwei oder mehr Risikofaktoren zutreffen, bzw. bereits ein Magengeschwür bekannt ist, empfehlen Experten dringend eine so genannte Magenschutz-Therapie. Hierbei kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, die die empfindliche Magenschleimhaut gegen die schädliche Wirkung der Rheuma- Schmerzmittel abschirmen sollen. In klinischen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Protonenpumpenblocker (kurz PPI) wirksam Geschwüre durch NSAR in Magen und Zwölffingerdarm bekämpfen können.

Wirkstoffe

Die meisten Studien wurden in dieser Wirkstoffgruppe mit der Substanz Omeprazol durchgeführt, die jahrelang als "Goldstandard" galt. Der Grund: Omeprazol war Anfang der 90er Jahre der erste Wirkstoff, der die Säureproduktion im Magen wirkungsvoll bremsen konnte. Er steckt heute in vielen Medikamenten. Doch damit war die Entwicklung nicht abgeschlossen. Auf den Klassiker und Wegbereiter Omeprazol folgten zusätzliche Weiterentwicklungen.
So stehen heute Medikamente zur Verfügung, die die Säureproduktion sehr gut reduzieren können. Weniger Säure bedeutet für alle, die Rheumaschmerzmittel einnehmen müssen, weniger Nebenwirkungen.
Anders gesagt: Mehr Schutz für Rheumatiker vor Magengeschwüren durch NSAR geht bei regelmäßiger Einnahme und korrekter Dosierung nach heutigen Maßstäben nicht.Testen Sie sich selbst, wenn Sie über einen Zeitraum von mehr als zwei bis vier Wochen NSAR-Präparate gegen Rheuma oder andere starke Schmerzen einnehmen.

1. Sind Sie älter als 60 Jahre?

2. Hatten Sie bereits in der Vergangenheit ein Magengeschwür oder andere Magenprobleme?

3. Nehmen Sie zusätzlich zu anderen Präparaten regelmäßig Acetylsalicylsäure ein?

4. Nehmen Sie z. B. Phenprocoumon als blutverdünnenden Wirkstoff ein?

5. Erhalten Sie neben NSAR zusätzlich Kortison gegen Ihre Beschwerden?

6. Leiden Sie unter anderen schweren Erkrankungen?

Wenn Sie einmal oder öfter mit Ja geantwortet haben, sollten Sie Ihren Arzt nach einer Magenschutztherapie fragen, um gezielt vorbeugen und Ihre Rheumaschmerzen (magen-)schonend weiterbehandeln zu können.