Beschwerdebild Kopfschmerzen - Selber aktiv werden

So werde ich selbst aktiv
Prinzipiell spricht nichts dagegen, die Behandlung Ihrer Kopfschmerzen in die eigene Hand zu nehmen, wenn Sie einige Regeln beachten. Treten die Schmerzen z.B. zum ersten Mal und besonders heftig auf, sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen. Auch wenn die Schmerzen Sie viel häufiger als sonst quälen oder sich anders als gewohnt anfühlen, sollten Sie Ihren Hausarzt um Rat fragen.
Medikamente gegen den Kopfschmerz
Bei Migräne
- Dimenhydrinat bekommen Sie ohne Rezept in der Apotheke, Metoclopramid und Domperidon müssen von einem Arzt verschrieben werden.
- Gegen den Migränekopfschmerz helfen die frei verkäuflichen Medikamente Acetylsalicylsäure (= ASS, 1000 mg), Ibuprofen (400 mg) und Paracetamol (1000 mg). Als besonders wirksam hat sich auch die Kombination von ASS plus Paracetamol plus Koffein erwiesen. Bei derartigen Kombinationspräparaten ist allerdings die Gefahr der Entwicklung einer Abhängigkeit erhöht.
- Andere Wirkstoffe wie Diclofenac K, Metamizol oder Triptane (bei besonders schweren Anfällen) muss Ihr Arzt verschreiben.
Bei akuten Spannungskopfschmerzen können dieselben Wirkstoffe wie bei Migräne eingesetzt werden, also ASS (1000 mg), Ibuprofen (400 mg) und Paracetamol (1000 mg) sowie Kombinationspräparate. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen (an mehr als 15 Tagen pro Monat bzw. mehr als 180 Tagen im Jahr) verschreibt der Arzt trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin oder Clomipramin.
Wichtig: Nehmen Sie frei verkäufliche Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht an mehr als zehn Tagen in einem Monat ein. Sie könnten sonst in den Teufelskreis eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes geraten.
Kälte und Wärme gegen den Schmerz
Besonders bei Spannungskopfschmerzen haben sich Kältebehandlungen bewährt. Wickeln Sie einen Eisbeutel in ein Tuch, legen Sie ihn jeweils eine Minute auf die schmerzende Stelle und machen Sie zwischendurch einige Minuten Pause.
Bei Schmerzen im Nackenbereich besteht oft das Bedürfnis nach Wärme. Bereiten Sie sich eine heiße Kompresse mit einem feuchten Handtuch oder pusten Sie mit einem Föhn warme Luft auf Ihren Nacken.
Wasser hilft gegen Schmerzen
Auch wechselwarme Fußbäder können bei Kopfschmerzen Linderung verschaffen, weil sie die Durchblutung im gesamten Körper anregen. Tauchen Sie beide Beine bis zu den Knien zunächst für drei bis fünf Minuten in ca. 38 °C warmes Wasser, danach für acht bis zehn Sekunden in 18 °C kaltes Wasser. Wiederholen Sie die Prozedur dreimal. Danach die Füße in warme Wollsocken packen.
Ein Vollbad lockert bei Spannungskopfschmerzen die verspannte Nacken- und Schultermuskulatur. Bleiben Sie für zehn bis zwanzig Minuten in etwa 37 °C warmem Wasser, in das Sie nach Belieben Zusätze wie Rosmarin (fördert die Durchblutung) oder Arnika (lindert Schmerzen) geben.
Den Schmerz wegdrücken
Akupressur hat sich zur Bekämpfung von Kopfschmerzen in vielen Fällen bewährt. Ein wichtiger Punkt etwa in der Mitte des Muskels zwischen Daumen und Zeigefinger, weitere Akupressurpunkte befinden sich in der Mitte zwischen den Augenbrauen, an den Schläfen sowie in der Mitte Ihres Kinns. Drücken Sie den gewählten Punkt für ein bis zwei Minuten so stark, wie Sie es aushalten, und wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf nach einer halben Stunde. Auch Akupunktur kann bei Kopfschmerzen helfen, hierbei werden die relevanten Punkte durch das Einstechen einer Nadel aktiviert – dazu benötigen Sie aber entweder die entsprechende Ausbildung oder einen fachkundigen Akupunkteur. Einigen Menschen hilft auch eine Massage oder eine Shiatsu-Behandlung.
Entspannung ist das A und O
Kopfschmerzen haben oft mit psychischer Anspannung oder muskulären Verspannungen zu tun. Die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist eine Entspannungstechnik, die Ihnen Erleichterung verschaffen kann. Beim so genannten Biofeedback-Training lernen die Betroffenen, willkürlich die Weite bestimmter Blutgefäße im Kopf zu beeinflussen. Besonders bei Migräne werden so gute Erfolge erzielt. Auch ein Stressbewältigungs-Training kann bei Kopfschmerzen weiterhelfen, da Stress zu den häufigsten Auslösern von Migräneattacken und Spannungskopfschmerzen gehört.
Ein "geregeltes" Leben führen?
So langweilig das klingen mag, manchmal tut es Ihrem Körper und besonders Ihrem Kopf gut, wenn bestimmte Dinge regelmäßig ablaufen. So kann z.B. ein veränderter Schlafrhythmus (längeres Ausschlafen am Wochenende) Migräne auslösen. Trinken Sie während der Woche im Büro viel Kaffee? Dann gönnen Sie sich auch am Wochenende Ihre Dosis Koffein, das kann ebenfalls eine Migräneattacke verhindern.
Autor/Quelle: Nathalie Blanck

