Kopfschmerzen - ein echtes Volksleiden

Etwa 71 % der deutschen Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens zumindest zeitweise an Kopfschmerzen. 3 % der Bevölkerung werden sogar täglich von Kopfschmerzen geplagt. Kopfschmerzen können die Alltagsaktivitäten und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
Im Durchschnitt sind Patienten, die an Migräne oder Spannungskopfschmerzen leiden, an ca. 17 Tagen pro Jahr aufgrund ihrer Kopfschmerzerkrankung arbeitsunfähig und an weiteren 16 Tagen pro Jahr nicht in der Lage, ihre geplanten Freizeitaktivitäten durchzuführen. Trotz erheblichem Leidensdruck konsultieren aber nur ca. 20 % der Betroffenen wegen ihrer Kopfschmerzen einen Arzt.
Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz!
Heute sind ca. 160 verschiedene Kopfschmerzformen bekannt, die in primäre und sekundäre Kopfschmerzen unterteilt werden. Bei den primären Kopfschmerzen sind die Kopfschmerzen selbst die eigentliche, primäre Erkrankung.
Zu den primären Kopfschmerzen zählen die beiden häufigsten Kopfschmerzarten: Migräne und Spannungskopfschmerzen. Sie sind für ca. 92 % aller Kopfschmerzen verantwortlich.
Sekundäre Kopfschmerzen sind Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung, z. B. fieberhafte Infektionserkrankungen, Kopfverletzungen, Bluthochdruck, Unterzuckerung etc. In Deutschland leiden ca. 9 Mio. Menschen an Migräne und etwa 29 Mio. an Spannungskopfschmerzen.
Wie entstehen Migräne und Spannungskopfschmerzen?
Nach heutiger Auffassung kann als Ursache der Migräne eine angeborene besondere Empfindlichkeit für plötzliche Änderungen im Nervensystem aufgefasst werden. Diese Veränderungen können durch eine Vielzahl individueller Trägerfaktoren ausgelöst werden, wie z. B. Stress, Schlafmangel, Alkohol oder bestimmte Nahrungsmittel.
Spannungskopfschmerzen können viele unterschiedliche Gründe haben. So können z. B. Muskelverspannungen oder Stresssituationen Zu Spannungskopfschmerzen führen. Die genauen Abläufe bei der Entstehung der Spannungskopfschmerzen sind bis heute jedoch nicht geklärt. Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei Spannungskopfschmerzen eine Störung des körpereigenen Schmerzabwehrsystems besteht.
Typische Merkmale einer Migräne
Die Migräne ist eine anfallsweise auftretende Erkrankung mit typischerweise einseitig auftretenden mittelstarken bis starken Schmerzen. Der Schmerz wird als pulsierend hämmernd oder pochend verspürt. Körperliche Belastung, wie z. B. Treppensteigen, verstärkt die Kopfschmerzen. Charakteristische Begleitstörungen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Zusätzlich können Lärm-, Licht- und Geruchsüberempfindlichkeit auftreten. Bei ca. 10 % der Patienten treten neurologische Begleitsymptome (Aura) vor Beginn der Kopfschmerzphase auf.
Merkmale des Spannungskopfschmerzes
Der Spannungskopfschmerz hat typischerweise einen pressenden, drückenden oder ziehenden Charakter und breitet sich oft vom Nacken zur Stirn hin aus. Er tritt normalerweise beidseitig auf. Die Kopfschmerzintensität ist leicht bis mittelstark. Die Kopfschmerzen werden bei leichter körperlicher Aktivität, z. B. spazieren gehen, nicht verstärkt, sondern gelegentlich sogar verbessert. Licht- oder Lärmempfindlichkeit können vorkommen. Übelkeit und Erbrechen jedoch nicht. Die chronische Form zeigt die gleichen Kopfschmerz-Charakteristika, tritt aber an mindestens 15 Tagen pro Monat auf.
Vorbeugung und Behandlung
Eine sichere und effektive Therapie ist für jeden, der unter Kopfschmerzen leidet von herausragender Bedeutung. Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen mit und ohne Medikamente sollten immer im Zusammenhang mit der Häufigkeit der Schmerzen, der Stärke und Dauer sowie des Umfeldes und der Lebenssituation gesehen werden. Dies gilt es unter Umständen zuerst einmal beim Arzt abzuklären.
Selbstmedikation bei Migräne
Zu den wichtigsten Maßnahmen der Behandlung eines akuten Migräneanfalls zählt die Reizabschirmung (ruhiges, dunkles Zimmer).Für die medikamentöse Therapie leichter bis mittelschwerer Migräneattacken kommen rezeptfreie Analgetika wie z. B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol, Naproxen, und Diclofenac in Frage. Von enormer Bedeutung für den Therapieerfolg ist die Wahl der richtigen Dosis, z. B. 1000 mg Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Das Schmerzmittel sollte so früh wie möglich eingenommen werden; d. h. bereits bei den ersten Anzeichen des Migräneanfalls bzw. zu Beginn der Kopfschmerzphase.
Therapie bei Spannungskopfschmerzen
Allgemeine Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden können Spaziergänge an der frischen Luft bzw. gymnastische Übungen sein. Für die medikamentöse Behandlung im Rahmen der Selbstmedikation stehen die o. g. Analgetika zur Verfügung. Die Dosierung z. B. bei Acetylsalicylsäure und Paracetamol sollte 500 - 1000 mg als Einzeldosis betragen.
Autor/Quelle: Quelle: Bayer Vital
