Liebes Kopfschmerztagebuch...

"heute haben meine Schmerzen mich wieder einmal fast wahnsinnig gemacht..." So, in der Regel aber tabellarisch, kann ein Eintrag ins Kopfschmerztagebuch aussehen. Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet, für den kann die Dokumentation seiner Beschwerden von Vorteil sein. Denn es hilft Arzt und Patient, so viel wie möglich über die Ursachen zu erfahren und eröffnet individuelle Behandlungsmöglichkeit entsprechend dem jeweiligen Kopfschmerztyp.

Ein erster Schritt

Für den Patienten ist das genaue Protokollieren ein erster Schritt, aktiv etwas gegen die Beschwerden zu unternehmen. Er lernt seine Schmerzen besser kennen und bestimmte Auslöser werden ihm bewusst. Der behandelnde Arzt erhält wertvolle Hinweise über die Wirksamkeit der Therapiemaßnahmen. Gleichzeitig besteht mit dem Tagebuch die Möglichkeit, die Einnahme von Schmerzmitteln effektiv zu kontrollieren.
Das Tagebuch ist sowohl für Patienten mit Spannungskopfschmerzen als auch Migräne geeignet. Auch Kindern und Jugendlichen hilft ein Tagebuch besser mit den Schmerzen klar zu kommen.
Für Frauen, bei denen Migräne-Anfälle im Zusammenhang mit ihrem Menstruationszyklus vermutet werden, bietet sich ein am Zyklus orientiertes Kopfschmerztagebuch an. Dieses Tagebuch sollte mindestens 3 Monate lang geführt werde; andere Kopfschmerztagebücher protokollieren in der Regel über 6-8 Wochen.

Gutes Beobachten hilft bei der Diagnose

Neben dem Spannungskopfschmerz und der Migräne gibt es zahlreiche weitere Kopfschmerzformen und Mischformen, die individuell behandelt werden müssen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist jedoch die richtige Diagnose. Für die Ursachenfindung sind daher die Beobachtungen der Patienten ganz wichtig. Je genauer der Schmerz beschrieben wird und je ausführlicher die Begleitumstände, wie Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit dokumentiert werden, umso genauer kann die Diagnose gestellt werden. Aufwändige Spezialuntersuchungen sind dann in der Regel nicht mehr notwendig.

Welche Fragen stellt das Tagebuch?

Welche Kopfregion ist von dem Schmerz betroffen?
z.B. Schädel, Schläfe, Stirn etc.

Wie ist der Schmerzcharakter?
z.B. pochend, stechend, pulsierend

Wie stark ist der Schmerz?
Die Antwort erfolgt - je nach Typ des Schmerztagebuchs - über eine Skala (meist von 1-10)

Wie häufig treten die Kopfschmerzen auf?
Die Summe der Anfälle und ihre Verteilung über einen bestimmten Zeitraum kann bereits ein Muster aufzeigen

Wie lange dauert der Anfall an?
Länge sowie zeitliche oder ursächliche Zusammenhänge mit bestimmten Aktivitäten oder Medikamenten können ermittelt werden.

Welche Begleiterscheinungen sind zu beobachten?
Licht, Lärm, bestimmte Nahrungsmittel oder andere Hinweise aus dem direkten Umfeld der Kopfschmerzattacke kreisen die mögliche Ursache ein.

Was löste den Kopfschmerz aus?
Gelegentlich kann man einen einzelnen Faktor beobachten, der einer Kopfschmerzattacke voraus geht.

Was lindert oder verstärkt den Schmerz?
Die eigenen Hilfsmittel bei Kopfschmerz werden erfasst, um eine weitergehende Therapie zu unterstützen.

Verstärken sich die Schmerzen bei körperlicher Aktivität?
Art und Weise der Kopfschmerzattacken können z.B. mit bestimmten Körperhaltungen zusammenhängen und u.a. Rückschlüsse auf Probleme mit der Wirbelsäule oder anderen orthopädischen Erkrankungen zulassen.Es ist also auf jeden Fall sinnvoll, den Verlauf der Kopfschmerzen so genau wie möglich zu beobachten. Die Eintragungen sind nicht kompliziert und dauern nicht lange. In der Regel werden bestimmte Felder angekreuzt und gelegentlich müssen kurze Erläuterungen oder Ergänzungen hinzugefügt werden. Wer sich angewöhnt, ein Tagebuch zu führen, wird nach kurzer Zeit eine Vielzahl von Informationen zur Hand haben, mit deren Hilfe er schneller und zielgerichteter behandelt werden kann.
In welcher Form und wie ausführlich das Kopfschmerztagebuch geführt werden soll, muss mit dem behandelnden Arzt geklärt werden.