Migräne bei Frauen

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Plötzlich auftretende Kopfschmerzattacken, Licht- und Lärmempfindlichkeit bis hin zu Übelkeit und Erbrechen – etwa ein Viertel aller Frauen haben in ihrem Leben bereits unter Migräne-Anfällen gelitten. Experten schätzen, dass jeden Tag etwa 300.000 Menschen in Deutschland mit Migräne im Bett liegen. Frauen sind dabei je nach Alter bis zu dreimal häufiger betroffen. Während die Zahlen der männlichen und weiblichen Betroffenen vor der Pubertät und im Alter ab 75 Jahren etwa gleich sind, leiden in den Jahren dazwischen wesentlich mehr Frauen an Symptomen der Migräne als Männer.

Migräne bei Frauen: Menstruation eine der Ursachen

Der Schluss, dass diese Ungleichverteilung auf die mit der Geschlechtsreife einsetzenden Hormonschwankungen zurückzuführen ist, liegt nahe. In der Tat besteht bei etwa zehn Prozent der Frauen ein enger Zusammenhang zwischen Menstruation und dem Auftreten der Symptome von Migräne. Ärzte unterscheiden zwischen der menstruellen sowie menstruationsassoziierten Migräne. Bei der menstruellen Migräne treten mindestens 80 Prozent der Beschwerden innerhalb des sogenannten menstruellen Fensters auf. Dieses beginnt etwa drei Tagen vor beginnt der Regelblutung und endet mit ihr. Diese Form der Migräne ist äußerst schwierig zu behandeln. Etwa zehn Prozent der Frauen leiden darunter. Bei der menstruationsassoziierten Migräne treten mindestens 50 Prozent der Migräneanfälle im menstruellen Fenster auf. Davon sind etwa 45 Prozent aller Frauen betroffen.

Migräne: Ursachen und Symptome bei Menstruation

Generell kann als Ursache der Abfall des Östrogen- und Progestoronspiegels während der Menstruation gesehen werden. Wissenschaftler vermuten, dass das ebenfalls abfallende Hormon Östradiol eine Hauptursache für Migräne ist. Durch das Sinken des Hormons kommt es zu einer plötzliche Gefäßerweiterung. Diese Dehnung der Gefäße macht sich dann bei einigen Frauen als pulsierender Kopfschmerz bemerkbar. Viele Frauen sind aufgrund hormoneller Schwankungen vor der Regelblutung auch wesentlich empfindlicher gegenüber Stressfaktoren, so dass dies ebenfalls zu Migräneanfällen führen kann. Bei den restlichen 45 Prozent lässt sich keine Verbindung zwischen dem weiblichen Zyklus und bekannten Symptomen von Migräne herstellen, so dass man sich von der Vorstellung lösen muss, dass allein Hormone für Migräne bei Frauen verantwortlich sind.

Therapie von Migräne bei Menstruation

Da nach wissenschaftlichen Erkenntnissen das Schmerzempfinden durch Hormonschwankungen verursacht wurde, haben Ärzte oft hormonelle Formen der Therapie angewendet, um die Beschwerden ihrer Patientinnen zu lindern. Damit ließen sich diese Beschwerden von Migräne aber nur verschieben. Mittlerweile stehen verschiedene Ansätze und Medikamente zu Therapie der Migräne zur Verfügung. Leidet die betroffene Frau nicht nur an Kopfschmerzen, sondern auch Übelkeit und insbesondere Erbrechen kommen als Grundlage für die Verschreibung weiterer Medikamente die Wirkstoffe Metoclopramid oder Domperidon zum Einsatz. Sie sorgen für eine Aktivierung der Magen- und Darmtätigkeit und vermindern auf diese Weise Übelkeit und Erbrechen.

Migräne: Unterschiedliche Formen von Kopfschmerzen

Bei Kopfschmerzen wird unterschieden in leichte, mittlere und schwere Attacken. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) empfiehlt eine frühzeitige Einnahme von Paracetamol. Auch die Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen kommen für die Behandlung in Frage. Bei mittelschweren und schweren Migräneanfällen empfiehlt sich die Einnahme von sogenannten Triptanen. Dies sind Wirkstoffe, die gezielt gegen akute Attacken von Migräne wirken. Außerdem lindern sie auch weitere Symptome von Migräne wie Übelkeit und Erbrechen. Da in den meisten Fällen Migräne durch mehrere Faktoren ausgelöst werden, erweisen sich weitere Maßnahmen zusätzlich zu einer medikamentösen Behandlung als wirksam. Dazu gehören vor allem eine gesunde Lebensführung mit ausreichend Schlaf und Entspannung. Auch ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Aktivitäten sowie festen Schlafzeiten können Attacken von Migräne nfälle lindern, da etwa Stress, Hektik und plötzliche Änderungen als Mitverursacher der Anfälle gelten. Hilfreich kann zudem der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, denen ein negativer Einfluss bei Migräne nachgesagt wird. Dazu gehören etwa Rotwein, Käse sowie Schokolade. In jedem Fall sollte aber immer ärztlicher Rat gesucht werden, um Migräne zu behandeln.