Frauen haben Migräne, Männer einen Kater - Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Was meinen Frauen, wenn sie sagen: "Tut mir leid Schatz, ich habe heute Migräne."? Und warum haben "harte Kerle" keine Migräne, sondern höchstens mal einen Kater? Eins ist sicher: Bei Kopfschmerzen und Migräne gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Migräne: Typisch weiblich
Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport zeigt: 17 Prozent der befragten Frauen leiden nach eigener Angabe innerhalb eines halben Jahres mindestens einmal an Migräne. Damit sind mehr als doppelt so viele weibliche wie männliche Personen betroffen. Nur gut sechs Prozent der Männer haben mit den typischen, meist einseitig auftretenden, pulsierenden Schmerzen zu kämpfen. Für den Report wurden knapp 3 000 Erwerbstätige interviewt.
Frauen müssen die Zähne fester zusammenbeißen
Männer spielen selbst mit gebrochenem Arm Fußball, Frauen leiden in
hochhackigen Stöckelschuhen - an Tapferkeit mangelt es offenbar beiden nicht. Frauen müssen allerdings kräftiger die Zähne zusammenbeißen. Denn Sie ist schmerzempfindlicher als Er - das zeigen verschiedene Experimente, beispielsweise an der Uni Mainz. Ganz gleich ob Nadelstiche oder eiskaltes Wasser: Bei allen Tests signalisierten die Probandinnen früher "es tut weh".
Frauen gehen eher zum Arzt
Männer sind klassische Vorsorgemuffel – sie gehen nur ungern zum Arzt. Frauen dagegen setzen sich aktiv für ihre Gesundheit ein. Der Report der DAK belegt: Lediglich 26 Prozent der Männer aber immerhin 32 Prozent der Frauen nehmen ärztliche Hilfe in Anspruch. Bei Migräne ist der Unterschied noch deutlicher.
Wackere Ladys?
Untersuchungen des Gehirns zeigen: Wenn Frauen Schmerzen haben, wird das so genannte Limbische System - verantwortlich für das emotionale Erleben - stärker aktiviert als bei Männern. Frauen gehen deshalb anders mit gesundheitlichen Problemen um. Sie sprechen über ihre Gefühle, suchen Unterstützung und lassen sich eher helfen. Gleichzeitig spielen sie die Stärke der Symptome oft herunter.
Lizenz zum Jammern
Ganz anders die Männer: Obwohl sie Schmerzen besser aushalten können, gelten sie schnell als wehleidig. Anstelle einer Extraportion Aufmerksamkeit kommentiert die Damenwelt das Gejammer gern mit dem Satz: "Jetzt stell dich mal nicht so an!" Eine Erfahrung, die prägt: Statt offen mit der Krankheit umzugehen, schieben viele Männer andere Gründe vor.
Sind die Hormone schuld?
Viele Frauen haben den Eindruck, dass ihre Kopfschmerzen in bestimmten Phasen des Zyklus auftreten. Tatsächlich berichten Schmerzforscher, dass Hormone möglicherweise an der Entstehung der Schmerzen beteiligt sind. So scheint ein Absinken des Östrogenspiegels Kopfschmerzen zu begünstigen. Bei rund fünf Prozent der Migränepatientinnen ist dies der Auslöser ihrer Schmerzattacken.
Schneller Griff zur Tablette
Tapfer oder nicht - beide Geschlechter greifen häufig zu Tabletten: Laut einer Umfrage im Rahmen des DAK-Gesundheitsreports bekämpfen 63 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer, die Kopfschmerzen haben, ihr Leiden mit rezeptfreien Schmerzmitteln - Risiken und Nebenwirkungen inklusive. Gegenmittel Nummer zwei: Hinlegen und ausruhen! Mehr als die Hälfte der Betroffenen - Männer und Frauen - zieht sich bei Kopfschmerzen am liebsten ins stille Kämmerlein zurück.
Autor/Quelle: DAK
