Migräne: Ursachen

Unter Migräne versteht man anfallsartige, starke, pulsierende, oft halbseitige Kopfschmerzen. Häufig treten sie in Begleitung von Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit und Schleier- oder Flimmersehen auf. Bei einigen Patienten beginnt die Migräneattacke mit einem schmerzfreien Vorstadium (Aura), in dem es zu Sehstörungen und Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den Gliedmaßen kommen kann. Ein Migräneanfall kann mehrere Stunden bis Tage andauern. Frauen leiden häufiger unter Migräne als Männer. Im Gehirn kommt es zunächst zu einer Verengung und im weiteren Verlauf zu einer starken Weitstellung der Blutgefäße. Dadurch werden Schmerzen und Entzündungen ausgelöst. Vererbung scheint eine Rolle zu spielen. Die eigentliche Ursache dieser Vorgänge ist jedoch unbekannt.

Migräneanfälle können ausgelöst werden durch:

  • Stress, Menstruation
  • Übermäßiger Genuss von Alkohol (z.B. Rotwein), Nikotin oder Kaffee
  • Veränderte Schlafgewohnheiten
  • Bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade oder Käse
  • Grelles oder flackerndes Licht
  • Oft treten die Beschwerden auch erst am Ende einer stressigen oder belastenden Zeit auf

Wenn Sie unter unerträglichen oder ständig wiederkehrenden Kopfschmerzen leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Der Arzt kann feststellen, ob es sich um Migräne oder eine andere Form von Kopfschmerzen handelt.

Behandlung im Anfall

Durch geeignete Medikamente können die Beschwerden bei einem Migräneanfall gelindert werden. Wegen der häufig auftretenden Übelkeit sollten die Medikamente in Form von Zäpfchen eingenommen werden oder zunächst ein Mittel gegen die Übelkeit und dann ca. 20 Minuten später die Migränetablette(n). Bei leichten Migräneanfällen helfen Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure oder mit Paracetamol.

Behandlung im Intervall (Vorbeugung)

Migräne ist nicht heilbar. Leidet der Patient an mehr als drei Anfällen pro Monat oder an besonders starken Migräneattacken, kann versucht werden, durch eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Prophylaxe) die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Zur Vorbeugung und Unterstützung kommen auch Magnesiumtabletten oder Vitamin E aus Ihrer Apotheke in Frage. Der Arzt kann feststellen, ob zusätzliche Maßnahmen wie Entspannungsübungen, Psychotherapie oder Massage helfen können.

Neben Ihren Medikamenten haben wir auch nützliche Tipps für Sie:

  • Versuchen Sie herauszufinden, ob es bei Ihnen bestimmte Auslöser für die Migräneanfälle gibt und meiden Sie solche Auslöser. Dabei kann unter Umständen das Führen eines "Kopfschmerztagebuches" sinnvoll sein.
  • Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln. Auch durch zu viele Medikamente können Schmerzen ausgelöst werden.
  • Versuchen Sie Stress und Anspannung zu vermeiden. Sorgen Sie für Entspannung und regelmäßige körperliche Aktivitäten.
  • Hüten Sie sich vor übermäßigem Lärm und starker Licht- oder Sonneneinwirkung.
  • Bei Migräneattacken sollten Sie sich in einem ruhigen, abgedunkelten Raum ausruhen.
  • Wenn Sie unter schweren Migräneattacken leiden, sollten Sie stets die vom Arzt verordneten Medikamente bei sich tragen.