Schlafstörungen und Migräne

Viele Menschen leiden unter Migräne oder Schlafstörungen, und oft treten sie gemeinsam auf. Eine Studie hat Proteine von Nervenzellen untersucht, die bei beiden Erkrankungen eine Rolle spielen und den Zusammenhang von Schlafmangel und Kopfschmerzen auf molekularer Ebene erklären könnten. Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, stellt im Blog Psychologie Aktuell eine Presseerklärung zu der Studie vor, die auf lange Sicht zu verbesserten Behandlungen führen könnte.
Migräne und Schlafentzug
Die Untersuchung, die auf der 52. wissenschaftlichen Jahrestagung der American Headache Society (AHS) in Los Angeles im Juni 2010 vorgestellt wurde, zeigt auf, dass sich bei Schlafentzug die Mengen von Proteinen verändern, die eine tragende Rolle bei den biologischen Prozessen spielen, die zum Entstehen einer Migräne beitragen. Dr. Paul L. Durham und sein Team am Center for Biomedical & Life Sciences der Missouri State University in den USA analysierten die Mechanismen, durch die Schlafstörungen das Risiko für Migräne steigern und vielleicht sogar Migräne auslösen können. „Frühere klinische Untersuchungen haben bereits verdeutlicht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Qualität des Schlafes und Migräne gibt”, erklärt Dr. Durham. „Deshalb haben wir in einem etablierten Modell für Schlafentzug die Mengen von Proteinen bestimmt, die die Aktivierungsschwelle jener peripherer und zentraler Nerven senken, die an der Schmerzübertragung während einer Migräne beteiligt sind. Wir haben festgestellt, dass ein Entzug des REM-Schlafes zu erhöhten Mengen der Proteine p38, PKA und P2X3 führt, von denen bekannt ist, dass sie eine wichtige Rolle beim ersten Auftreten und späteren Anhalten chronischer Schmerzen spielen.”
Biologische Mechanismen unbekannt
Dr. David Dodick, der Präsident der AHS, beklagt: „Wir wissen so wenig über die biologischen Mechanismen, die dafür verantwortlich sind, wie bestimmte Faktoren einen Migräneanfall auslösen. Dies ist eine wichtige Untersuchung und dem Team von der Missouri State University gebührt Anerkennung, dass es erste erfolgreiche Schritte auf einem Gebiet gemacht hat, das dringend exakter erforscht werden muss.” Auf der Tagung der AHS wurden mehr als 200 wissenschaftliche Vorträge und Poster präsentiert. Circa 500 Gesundheitsexperten auf den Gebieten Migräne und Kopfschmerzen kamen zusammen.
Autor/Quelle: Dr. Rose Shaw
