Schmerzen - Warnsignal oder Fluch?

Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens unterschiedliche akute Schmerzen, beispielsweise Kopf-, Rücken-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, die meisten davon glücklicherweise nur kurzzeitig. Bei rund 11 Millionen Deutschen gerät der Schmerz jedoch außer Kontrolle und wird zum Dauerschmerz. Und damit beginnt ein Leidensweg, der in manchen Fällen vermeidbar gewesen wäre.
Akute Schmerzen werden zwar meist als unerwünscht betrachtet, sinnvoll, ja sogar lebensnotwendig sind sie aber dennoch. Denn sie signalisieren, dass etwas mit dem Körper nicht stimmt und zwingen den Betroffenen zum Handeln: Das aufgeschlagene Knie wird geschont, die Hand von der heißen Herdplatte weggezogen.

Akut oder chronisch

Ist die Schmerzursache behoben, verschwindet auch der akute Schmerz wieder. In manchen Fällen funktioniert das jedoch nicht – der Schmerz bleibt, obwohl die Ursache längst nicht mehr vorhanden ist. Der Grund: "Sich ständig wiederholende Schmerzreize machen die Schmerzrezeptoren immer empfindlicher, Funktion und Aufbau bestimmter Nervenzellen werden verändert. Ein so genanntes Schmerzgedächtnis wird ausgebildet, und in der Folge werden sogar Schmerzen wahrgenommen, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Ein Extrembeispiel dafür ist der Phantomschmerz bei Amputierten", so Schmerz-Experte Dr. Wolfgang Oestreich aus Köln.
Experten sprechen von chronischen Schmerzen, wenn sie länger als sechs Monate dauern. Das kann passieren, wenn nichts oder das Falsche unternommen wurde. Das gilt insbesondere für Schmerzen am Bewegungsapparat. Wer akute Schmerzsignale von Rücken oder Gelenken nicht ernst nimmt und den Ursachen auf den Grund geht, ist gefährdet. Analysieren Sie also, warum Sie ohne eine für Sie erkennbare Ursache Schmerzen haben: Sind Ihre Rückenmuskeln untrainiert oder heben Sie häufig schwere Lasten mit gebeugtem Rücken? Oder haben Sie in letzter Zeit zu häufig und lange mit der Gartenschere gearbeitet?

Richtig therapieren

Neben der Identifikation des Schmerz-Auslösers, sollten zeitgleich bereits Maßnahmen ergriffen werden, die zur Linderung beitragen. Das kann bei Rückenschmerzen eine Massage oder ein heißes Bad sein oder das Ruhigstellen des überlasteten Hand- oder Schultergelenks.
Auch rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke können sinnvoll sein, denn sie helfen dabei, dass sich ein schmerzender Rücken- oder Nackenmuskel durch die Schonhaltung nicht noch weiter verspannt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es sich um ein schnell wirksames und verträgliches Medikament handelt, das nicht nur schmerzstillende, sondern auch entzündungshemmende Eigenschaften hat.

Vorbeugung

Mancher Schmerz könnte jedoch mit einfachen Maßnahmen von vorn herein vermieden werden. Hierzu zählen

  • regelmäßige Bewegung in Ausdauersportarten wie Rad fahren oder Walken oder
  • das Erlernen von Entspannungsübungen.

Auch eine veränderte Lebenseinstellung oder ein besseres Zeitmanagement kann helfen, Stress und damit Spannungsschmerz abzubauen.