Rochelexikon A-Z
Pseudarthrose
Pseud|arthrose
Syn.: Falschgelenk
pseudarthrosis
Sammelbegriff für das Ausbleiben knöcherner Frakturheilung innerhalb angemessener Frist. Ätiol.: unterschiedliche Entstehungsursachen, die zu folgender Einteilung führten: hypertrophe P. (reaktionsfähige, vitale P.): biomechanische Ursache, Instabilität im Frakturbereich verhindert die knöcherne Überbrückung. Ausdruck der normalen osteogenetischen Potenz ist die üppige, elephantenfußförmige Kallusbildung an den Fragmentenden. Eine stabile Osteosynthese führt rasch zur Knochenheilung; atrophe P. (reaktionslose, avitale P.): trophische Ursache, röntgenmorphologische Kriterien sind Kallusarmut u./oder Knochenabbau. Die Behandlung ist langwierig, stabile Osteosynthese u. autogene
Spongiosatransplantation. Infekt-P. (infizierte P.): Ursache in erster Linie Knocheninfektion. Eine besondere Form ist die infizierte Defekt-P. (Substanzverlust durch Sequester). Behandlungsprinzip: Débridement, äußere Schienung (Fixateur externe), autogene Spongiosatransplantation, Kallusdistraktion. Die Ausheilung kann viele Monate in Anspruch nehmen. Nearthrose: Die Fragmentenden weisen einen Faserknorpelüberzug auf u. sind mit einer Art Gelenkkapsel verbunden, die fadenziehende Flüssigkeit (Synovia) enthält.
Falschgelenk; Fehlheilung; Gelenk, falsches; Kahnbeinpseudarthrose; Nearthrose; Schenkelhalspseudarthrose
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