Aktiv bleiben im Alter

ruhestand.jpg
© istockphoto.com, monkeybusinessimages

Rückt der Ruhestand näher, haben viele Menschen Sorge, nicht mehr gebraucht zu werden. Dabei ist jetzt die beste Zeit, um Neues zu beginnen und lang gehegte Träume zu verwirklichen. Früher sprach man von Senioren – heute zählen auch Menschen um die sechzig noch zu den Best Agern. Also zu jenen, die im besten Alter sind. Das hat seinen guten Grund. Denn obwohl viele Menschen dem Ruhestand mit Sorge entgegensehen, hat eine schwedische Langzeitstudie gerade gezeigt, dass dazu eigentlich kein Anlass besteht: Die Forscher fanden heraus, dass bei den meisten Menschen die Neigung zu Müdigkeit, Erschöpfung und Depressionen nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben nicht zunimmt, sondern geringer wird.

Eigeninitiative als Schlüssel

Um auch im Alter einen abwechslungsreichen und vergnüglichen Alltag zu erleben, braucht es vor allem eines: Eigeninitiative. Natürlich fühlt sich der Wechsel vom Arbeitsleben in den Ruhestand für viele erst mal komisch an.

Der Moment verliert aber seinen Schrecken, sobald man sich klar macht: Es ist nur ein Teilbereich meines Lebens, den ich nun hinter mir lasse. Auch ohne Job geht das Leben weiter, vielleicht sogar schöner als vorher. Menschen, die sich früh genug Gedanken gemacht haben, wie sie die Zeit „danach“ verbringen wollen, tun sich beim Ausscheiden aus dem Job übrigens deutlich leichter als andere.

 

Gutes Netzwerk an Freunden wichtig

Das Wichtigste für ein glückliches Leben im Alter sind Kontakte, haben Wissenschaftler herausgefunden. Sie raten daher allen, deren Familie weit verstreut wohnt, sich früh ein Netzwerk an Freunden und Bekannten aufzubauen, die sich gegenseitig unterstützen. Zunehmend beliebt sind auch neue Wohnformen wie Alterswohngemeinschaften oder Mehrgenerationenhäuser, in denen junge und ältere Menschen gemeinsam unter einem Dach leben. Auch Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf lebt in einer Alters-WG und schwört auf das Konzept.

Ebenfalls wichtig ist es, auch weiterhin körperlich und geistig rege zu bleiben. Neuere Studien haben gezeigt: Wer aktiv ist, dessen Gehirn bildet bis ins hohe Alter hinein immer wieder neue Nervenzellen. Selbst wer bisher keinen Sport getrieben hat, kann noch damit anfangen. Viele Fitnessstudios beispielsweise bieten inzwischen Kurse und oft auch vergünstigte Mitgliedschaften für ältere Menschen an.

Um die grauen Zellen fit zu halten, ist es sinnvoll, viel zu lesen, ins Kino und ins Theater zu gehen. Oder haben Sie vielleicht schon immer davon geträumt, einmal ein Instrument zu spielen oder zu malen? Jetzt ist die beste Zeit für einen solchen Neubeginn. Befreit von beruflichen oder auch privaten Zwängen, können Sie sich auf ein neues Experimentierfeld wagen. Vielleicht möchten Sie auch Ihre reiche Erfahrung weitergeben. Warum also nicht ein Ehrenamt in einem Verein übernehmen? Ohne Menschen, die sich engagieren und Zeit schenken, würde kein Vereinsleben stattfinden. Zur Belohnung lernen Sie viele neue Menschen und Aufgaben kennen.

 

Ehrenamt oder studieren im Alter

Wer sich ehrenamtlich für andere einsetzen möchte, aber nicht genau weiß, wie er das anstellen soll, kann Kontakt zur Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros aufnehmen – und sich dann in einem der über 200 Seniorenbüros in Deutschland beraten lassen. Womöglich sind Sie ja auch gut im Backen, Tanzen oder Fotografieren und können an der Volkshochschule einen Kurs anbieten.

Oder wollen Sie lieber selbst noch einmal geistiges Neuland betreten? Für Vorträge, Workshops und Exkursionen haben Sie jetzt endlich Zeit. Senioren sind inzwischen auch als Gasthörer an den Universitäten gerne gesehen. Natürlich können Sie sich auch offiziell einschreiben und den Abschluss machen, von dem Sie schon lange geträumt haben. Manche haben mit 70 Jahren noch promoviert. Kurz: Jetzt ist die Zeit, sich lang gehegte Träume zu erfüllen.