Tipps für die Reisevorbereitung für Senioren

Die Zahl der Senioren in Deutschland steigt - und damit auch die Zahl der älteren Urlauber. Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen hat zwischen den Jahren 1972 und 2006 eine Zuwachsrate von über 80 % ermittelt. Doch die erhöhte Mobilität birgt auch Risiken.
Ältere Menschen haben einen zunehmenden Einfluss auf die Tourismusbranche - rund ein Drittel aller Reisenden ist älter als 60 Jahre. Sowohl die heutige als auch die zukünftige Generation der Senioren hat größeren Reiseerfahrungen und finanzielle Möglichkeiten als früher - reist also mehr, weiter und ist anspruchsvoller. Zudem sind die "Best Ager" auch länger fit und gesund als vor wenigen Jahrzehnten - und damit eine aktive Urlaubergruppe.
Die Herausforderungen des Reiseziels
Allerdings verführt die breite Palette an Reiseangeboten, gerade in exotische Länder, oft zu spontanen und nicht gut vorbereiteten Urlauben. Da ältere Menschen länger brauchen, um sich an wechselnde klimatische Verhältnisse zu gewöhnen, ist eine etwas gründlichere Vorbereitung auf die Reise ratsam. Lassen Sie sich genug Zeit, Informationen über das Reiseland einzuholen: Wie hoch sind die Temperaturen zur Reisezeit am Zielort? Gibt es extreme Tag-Nacht-Unterschiede? Ist gerade Regen- oder Trockenzeit (Insektenschutz)? Sie leiden an Bluthochdruck, Kreislaufproblemen oder Diabetes? Dann sollten Sie extremes Klima oder starke klimatische Schwankungen meiden. Wenn die Reise auf andere Kontinente führt und Zeitzonen zu überbrücken sind, braucht der Körper einige Tage, bis er sich an die neuen Bedingungen angepasst hat. Gönnen Sie sich deshalb nach der Anreise ein paar Tage Ruhe.
Konkrete Reisetipps
Bei Städtereisen gilt: Pflasterlaufen, Besichtigungen und Museumsbesuche ermüden den Körper. Packen Sie sich die Tage nicht mit zu viel Programm voll und planen Sie nach jeder Besichtigung Ruhephasen ein.Wenn Sie in den Urlaub fliegen, können Sie sich etwa eine Woche vor Reisebeginn bei der Fluggesellschaft erkundigen, wie Medikamente im Handgepäck mitgenommen werden dürfen und wie mit medizinischen Geräten verfahren wird. Viele Fluggesellschaften stellen an Bord Rollstühle zur Verfügung, eine evtl. nötige Betreuung des Reisenden sollte aber eine Begleitperson übernehmen. Falls Sie Diabetiker sind, können Sie dies vor dem Abflug anmelden (oder besser noch einige Tage vorher abklären) - die Fluggesellschaft versorgt Sie dann mit spezieller Diabetikerkost.
Generell gilt, dass Personen mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis, offener Tuberkulose oder Windpocken von Fluggesellschaften nicht befördert werden. Bei einem Hausarzt-Termin, etwa sechs Wochen vor der Abreise, kann der Impfschutz überprüft werden. Gerade Senioren benötigen einen ausreichenden Impfschutz, denn im Alter lässt die Immunabwehr häufig nach. Ältere Menschen haben zum Beispiel oft keinen Schutz gegen Diphtherie und Tetanus mehr. Darüber hinaus klärt der Arzt über weitere Impfungen auf, die für das jeweilige Reiseland empfohlen werden. In jeden Koffer gehört auch eine Reiseapotheke. Bei Flugreisen ist es besser, wichtige Medikamente in das Handgepäck zu stecken. Zur Grundausstattung der Reiseapotheke gehören: Mittel gegen Durchfall und Erbrechen, Verbandsmaterial, ein Fieberthermometer, Schmerzmittel, Insektenschutz und eine Desinfektionssalbe. Auch am Urlaubsort sollten ältere Menschen Gesundheitsrisiken meiden, da sie anfälliger für Infektionen sind. Bakterien wachsen gut bei hohen Temperaturen und feuchtem Klima und können sich bei Hitze auf Fleisch, Fisch, Eis, besonders Softeis, Obst und Gemüse besonders stark vermehren.
Daher die Regeln: kein rohes Fleisch oder rohen Fisch essen, Gemüse und Obst vor dem Genuss schälen, Eis und Softeis meiden, Getränke nur aus fest verschlossenen Behältern trinken. Viele Senioren trinken zu wenig, weil sie Angst haben, bei Bedarf keine Toilette zu finden und auch, weil das Durstgefühl nicht mehr so ausgeprägt ist. Dabei ist es für ältere Menschen besonders wichtig, ausreichend zu trinken, da ihr Organismus weniger gespeicherte Flüssigkeitsreserven enthält. Beim Sonnenschutz darf es ruhig etwas mehr sein: mehr Schatten nämlich, denn ältere Haut braucht länger, um schützende Pigmente zu bilden. Benutzen Sie deshalb ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und halten Sie sich eher in den späten Nachmittagsstunden in der Sonne auf. Da die Blutgefäße nicht mehr so zuverlässig bei der Wärmeregulierung sind, kommt es bei älteren Menschen rascher zu einem Hitzestau. Auch hier helfen Schatten und das Tragen von Sonnenhüten und T-Shirts.
Die Einnahme bestimmter Medikamente kann in Kombination mit der Sonneneinstrahlung zu so genannten phototoxischen Reaktionen führen. Diese äußern sich in flächigen Hautausschlägen. Dazu gehören Sulfonamide, die in einigen harntreibenden Medikamenten, Antidiabetika oder speziellen Antibiotika enthalten sind, Tetracycline (Antibiotika) oder Johanniskrautpräparate, die bei leichten Depressionen eingesetzt werden. Auch auf die Haut eingeriebene Aromaöle können phototoxische Reaktion hervorrufen, insbesondere solche, die aus Zitrusfrüchten gewonnen wurden.
Autor/Quelle: Quelle: dgk / Überarbeitung: Dagmar Reiche
