Anti-Aging

Wer jung ist, kann sich kaum vorstellen, wie es ist, alt zu sein. Jenseits der 30 wird einem aber plötzlich bewusst: Die Haut wird schlaffer, Ernährungs- und Alkoholsünden verzeiht der Körper nicht mehr so schnell.
Altern ist vielleicht nicht die schönste, dafür aber die gerechteste Sache der Welt, denn es trifft jeden - egal, ob reich oder arm, Mann oder Frau. Allerdings haben persönliche Lebensbedingungen einen großen Einfluss darauf, wie schnell oder langsam die typischen Verfallserscheinungen zu Tage treten. Genau damit beschäftigt sich die Anti-Aging-Medizin.

Der Begriff "Anti-Aging"

Das Wort stammt aus den USA und bedeutet im übertragenen Sinne so viel wie "gesund altern". Die Disziplin befasst sich mit den Grundlagen des Alterungsprozesses, um mithilfe von vorbeugenden Maßnahmen Krankheiten zu vermeiden und Körper und Geist möglichst lange jung zu halten. Aus diesem Grund unterscheiden Anti-Aging-Mediziner auch zwischen chronologischem und biologischem Alter.
Die Kernthese lautet: Wer sich körperlich und geistig fit hält, sich gesund ernährt und keinen Raubbau an Körper oder Geist betreibt, hat gute Chancen sein chronologisches Alter nach Geburtsdatum zu unterbieten. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Wer raucht, regelmäßig Alkohol trinkt und keinen Sport treibt, wenig Freundschaften pflegt oder in der Familie keinen Ausgleich findet, wird aller Wahrscheinlichkeit nach schneller altern als seine chronologische Uhr es eigentlich vorsieht.

Altern mit jedem Atemzug

Jeder Atemzug, jeder Herzschlag, jeder Stoffwechselvorgang hinterlässt Spuren am Körper. Altern heißt also, dass mit zunehmendem Verschleiß die körperlichen und geistigen Fähigkeiten nachlassen. Dieser Prozess läuft nicht bei jedem Menschen gleich schnell ab. Zum einen beeinflussen die Gene Geschwindigkeit und Intensität des Alterns. Die extremste Form eines genetischen Defekts ist die Progerie, eine sehr seltene Erbkrankheit, welche die Betroffenen im Zeitraffer etwa fünf- bis sechsmal so schnell altern lässt als normal.
Abgesehen von solchen Erbschäden gehen Anti-Aging-Spezialisten davon aus, dass eine gesunde Lebensweise den Alterungsprozess mitbestimmt. In welchem Umfang, darüber sind sich Mediziner uneinig. Tatsache ist jedoch: es geht um eine vernünftige Gesundheitsvorsorge.

Das "echte" Alter ermitteln

Jeder kann also sein biologisches Alter in einem gewissen Umfang steuern, so die Theorie. Der erste logische Schritt ist daher die Ermittlung des Status quo. Doch wie lässt sich überhaupt ermitteln, ob ich älter oder jünger bin als mein chronologisches Alter?
Erste Hinweise liefert sicher das äußere Erscheinungsbild. Wer von Außenstehenden gesagt bekommt, dass er jugendlich wirkt oder jünger geschätzt wird, ist in der Regel auf dem richtigen Weg. Konkretere Anhaltspunkte liefern Fragebögen in Büchern, die über ein Punktesystem das biologische Alter ermitteln. Diese Tests erfordern schon ein Mindestmaß an Wissen über den eigenen Körper, weil sie Blutdruck, Cholesterin, Ruhepuls und Nüchternblutzucker abfragen.
Wer also sein biologisches Alter erfahren will, sollte entsprechende Daten durch seinen Hausarzt ermitteln lassen. Zusätzlich stehen verschiedene diagnostische Methoden in so genannten Anti-Aging-Instituten zur Verfügung. Ein "Age-Scan" beinhaltet zum Beispiel Tests, die Hör- und Tastsinn, Muskelkoordination, Gedächtnisleistung und Lungenfunktion ermitteln. Solche vorsorglichen Leistungen werden allerdings in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

 
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