PTCA: Ablauf der Untersuchung

Vor dem eigentlichen Eingriff sind verschiedene Voruntersuchungen zum Beurteilen von Anzahl, Ausmaß und Position der Einengungen sowie der Risikofaktoren nötig. Dazu gehören EKG und Belastungs-EKG, Blutuntersuchungen und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, mit der man Herz und Lunge beurteilen kann. Spezielles Augenmerk gilt aufgrund der verabreichten Kontrastmittel der Frage nach einer vorhandenen Allergie, Schilddrüsenüberfunktion oder Nierenschwäche. Der Patient muss zur Untersuchung nüchtern sein.

Wie läuft die PTCA ab?

Die PTCA wird in örtlicher Betäubung durchgeführt, manche Patienten erhalten ein Beruhigungsmittel. Am Arm wir ein Zugang in die Vene gelegt, über den während der Behandlung ggf. Medikamente und Flüssigkeit verabreicht werden können. Meist wird der Schlauch an der rechten Leistenbeuge eingeführt – diese wird deshalb rasiert. Seltener erfolgt der Zugang über die linke Leiste oder eine Armarterie in der Ellenbeuge.

Nachdem die Haut an der entsprechenden Stelle betäubt und desinfiziert ist, wird dort in eine Arterie eine Hohlnadel und über diese ein knapp 2 mm dicker und 10 cm langes Plastikschläuchlein mit Rückschlagventil (Schleuse) eingeführt. Darüber wird der sog. Führungskatheter – ein Schlauch mit einem feinen Führungsdraht – eingebracht und unter Röntgenkontrolle langsam zum Herzen vorgeschoben. Da die Gefäße von innen keine Nerven besitzen, spürt der Patient davon nichts.

Liegt die Spitze dieses Führungskatheters im Herzkranzgefäß, wird der Draht entfernt und durch den liegenden Katheter wiederum der eigentliche, etwa 1 mm dicke Ballonkatheter eingefädelt. Dieser läuft ebenfalls über einen feinen Draht mit einer weichen, leicht gebogenen Spitze, mit dessen Hilfe der Katheter von außen gedreht und gewendet und so der noch zusammengefaltete Ballon genau an der gewünschten Stelle positioniert werden kann. Die Lage des Herzkatheters wird laufend kontrolliert, indem kleine Mengen an Kontrastmittel eingebracht werden und dessen Verteilung mittels Röntgenaufnahmen geprüft wird.

An der krankhaft verengten Stelle wird der etwa 2 cm lange Ballon mittels Kontrastmittel und evtl. Kochsalzlösung aufgeblasen und erreicht dabei einen genau definierten Durchmesser (2–4 mm). Der Druck wird meist 10–30 Sekunden gehalten, in Einzelfällen auch bis zu 1 Minute oder länger. Während des Aufblasens spürt der Patient meist ein Druckgefühl in der Brust – ähnlich einem Angina-pectoris-Anfall, allerdings im Normalfall weniger heftig.

Diese Symptome entstehen dadurch, dass beim Aufdehnen kurzfristig die Blutzufuhr unterbrochen wird. Solche Beschwerden müssen dem Arzt mitgeteilt werden und zeigen sich meist auch durch entsprechende EKG-Veränderungen. Gegebenfalls wird der Arzt die Behandlung unterbrechen, bis sich die Beschwerden gelegt und die EKG-Befunde normalisiert haben – normalerweise innerhalb weniger Sekunden nach Beendigung des Dehnungsprozesses. Zeigt die Röntgenkontrolle eine erfolgreiche Aufdehnung ohne Einrisse an, wird der Katheter wieder entfernt. In manchen Fällen/Zentren wird die Schleuse für ggf. notwendige erneute Aufdehnungen noch bis zum nächsten Tag belassen.

 

Unterstützung durch Stent

In vielen Fällen wird direkt nach der Aufdehnung des verengten Gefäßes dort eine Gefäßstütze (Stent) eingebracht – ein kleines Röhrchen oder Drahtgeflecht, welches das Gefäß von innen stützt und offen hält. In den letzten Jahren wurde häufig medikamentenbeschichtete Stents eingesetzt, die langsam einen Wirkstoff abgeben, der einen deutlich verbesserten Schutz vor einer erneuten Verengung (Restenose) bieten. Allerdings hat sich gezeigt, dass sich mit solchen Stents bei bestimmten Patienten das Risiko einer späteren, lebensbedrohlichen Blutgerinnselbildung erhöht und diese oft auch schlechter einwachsen. Bei einem neuen Verfahren, das diese Nachteile vermeiden will, wird ein unbehandelter Stent eingesetzt und dieser anschließend mittels Katheter einem Medikament getränkt.

 

Was passiert danach?

Ist der Eingriff erfolgreich abgeschlossen, wird der Patient auf Intensiv- oder Überwachungsstation verlegt und dort kontinuierlich an ein EKG-Gerät angeschlossen. Der Betroffene hat etwa 10 Stunden Bettruhe einzuhalten. Um einer Thrombose vorzubeugen, erhält er gerinnungshemmende Medikamente als Infusion. Damit das Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden werden kann, muss der Patient viel trinken. Nach dem Entfernen der Schleuse wird auf die Zugangsstelle für ca. 12–24 Stunden ein Druckverband angelegt. Ist dieser entfernt, darf der Patient wieder aufstehen, sollte aber einige Tage lang nicht schwer heben und tragen. Meist wird für die gesamte Prozedur inklusive anschließender Überwachung ein kurzer stationärer Aufenthalt über 2 Tage eingeplant.

 
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