Intensivstation

Nicht nur eine intensive Betreuung, auch ein intensives Erlebnis für Betroffene und Angehörige: So beängstigend die Apparate erscheinen und störend die ständige Betriebsamkeit wirken, so überlebenswichtig sind die Überwachung und Therapie auf der Intensivstation für den Patienten.
"Er liegt jetzt auf Intensivstation" - bei den meisten, die solch einen Satz hören, werden Ängste, unangenehme Gefühle oder Fluchtreflexe geweckt. Verständlich – ist doch ein Aufenthalt dort nur bei einem starken (körperlichen) Ausnahmezustand nötig und deshalb für unser Empfinden mit der Bedrohung von Tod und unabwendbarer Krankheit geknüpft.
Doch so schrecklich die Situation dort zu sein scheint, ist sie zunächst vor allem eines: Die Möglichkeit, mittels intensiver Überwachung, Betreuung und Therapie den vielleicht lebensbedrohlichen Zustand eines Kranken zu stabilisieren und so zu bessern, dass Krankheit und schlimmstenfalls Tod abgewendet werden können.

Wann ist der Aufenthalt auf einer Intensivstation nötig?

Eine Aufnahme auf die Intensivstation (ICU vom engl. Begriff "Intensive Care Unit“) ist dann angezeigt, wenn ein Patient eine besonders intensive Überwachung und Behandlung benötigt. Das können ein akuter Notfall oder eine chronische Erkrankung sein, die sich akut verschlimmert (z.B. eine Lungenembolie oder ein schwerer Asthmaanfall), eine ausgedehnte Verletzung, z.B. nach einem Autounfall (Polytrauma), die ersten Stunden bis Tage nach einer Operation oder auch bestimmte Therapien, die mit schweren Komplikationen einhergehen können (z.B. die Auflösung von Blutgerinnseln). Auch Patienten, die beatmet werden müssen, werden auf der Intensivstation betreut.
In kleineren Krankenhäusern gibt es meist eine interdisziplinäre Station, auf der alle intensivmedizinischen Patienten liegen. In größeren oder Spezialkliniken gibt es oft mehrere spezifische ICUs oder zumindest mehrere Funktionseinheiten in einer Station – z.B. die CCU (Cardiac Care Unit) für Patienten mit akuten Herzproblemen, die Stroke Unit für Patienten mit einem Schlaganfall oder Intensivstationen für chirurgische Patienten, die nach einer Operation dort weiterbetreut werden. Zunehmend gibt es auch "Intermediate-Care-Stationen“ (IMC), die bzgl. der Ausstattung und Betreuungsintensität zwischen den ICUs und Normalstationen liegen und in denen intensivpflichtige Patienten, die nicht ganz so schwer krank sind, betreut werden.

 
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