Intensivstation: Wie sieht eine Intensivstation aus?
Wie sieht eine Intensivstation aus?
So wie die Anforderungen von denen normaler Krankenhausstationen abweichen, unterscheiden sich auch Ausstattung und räumliche Gegebenheiten. Pro Patient stehen weitaus mehr Grundfläche, Geräte, Strom- und Sauerstoffanschlüsse und Betreuungspersonal zur Verfügung. Nur so lassen sich sog. Vitalparameter (also Zeichen, die die Körperfunktion spiegeln) wie Blutdruck, Herzrhythmus, Körpertemperatur, Sauerstoffgehalt im Blut sowie der Flüssigkeitshaushalt und Blutzucker kontinuierlich kontrollieren und ggf. schnell eingreifen.
Die Messwerte werden an einem Monitor am Bett des Patienten und gleichzeitig im Überwachungsraum angezeigt. Dazu kommen Beatmungsgeräte mit Schläuchen, elektronisch gesteuerte Spritzenpumpen, über die Schmerzmittel und andere Medikamente direkt in die Blutgefäße gegeben werden, Magensonden und weitere Geräte für Überwachung, Untersuchungen und Behandlung. Kein Wunder also, dass es blinkt, klingelt und piept und der Betroffene hinter all den "Maschinen" und Schläuchen verloren und klein wirkt.
Ständig wird am Bett des Kranken gearbeitet – er wird gebettet, gewaschen, abgeklopft und eingerieben, befragt, abgehört und betastet, mit Krankengymnastik und mit Blutabnahmen malträtiert. Also auch kein Wunder, dass auf einer Intensivstation meist unheimliche Betriebsamkeit (und ziemliche Helligkeit) herrscht und man sich als Angehöriger fragt, wie der Kranke trotz Hektik und fehlender Privatsphäre gesund werden soll.
Intensivpatienten sind oft anfälliger für Infektionen – um möglichst wenig Krankheitserregern eine Chance zum Eindringen zu geben, muss man vor dem Zutritt zur eigentlichen Intensiveinheit zunächst eine Schleuse durchlaufen. Ausgedehntes Desinfizieren, Kleidungswechsel und Anlegen von Kittel, Mundschutz, Haube etc. sind zwar heute – außer in einem Isolierzimmer bei abwehrgeschwächten Patienten – nicht mehr nötig, aber zumindest die Hände werden desinfiziert. Um auf eine Intensivstation zu gelangen, muss man in der Regel klingeln und man wird dann vom Pflegepersonal eingelassen. Beim ersten Besuch muss man sich ggf. ausweisen.
Wer arbeitet dort und wen kann ich ansprechen?
Interdisziplinäre Intensivstationen werden meist von einem Anästhesisten geleitet; spezifische Einheiten evtl. auch von Ärzten des jeweiligen Fachgebiets, z.B. Kardiologen. Neben den Ärzten gibt es speziell geschultes Pflegepersonal, das besondere Kenntnisse erworben hat und mit den speziellen Gegebenheiten auf einer Intensivstation besonders umgehen kann (Zusatzqualifikation "Fachkrankenschwester/ -pfleger für Anästhesie- und Intensivmedizin" oder "Fachkrankenschwester/ -pfleger für Intensivpflege"). Daneben haben auch andere Personen wie Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Röntgenassistenten etc. Zutritt.
Da die verschiedenen Personen meist ähnlich gekleidet sind, wissen Angehörige oft nicht, wer wofür zuständig ist. Dann hilft nur eines: fragen.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche


