Analphabetismus: Die Folgen

Die Folgen

Menschen mit funktionalem Analphabetismus verbergen ihre Schwierigkeiten häufig, denn sie schämen sich und leben in dauerhafter Sorge, dass ihr Problem erkannt wird. Es fällt ihnen schwer, einen Lese- und Schreibkurs zu beginnen und damit das Problem zuzugeben. Funktionale Analphabeten sind Außenseiter in vieler Hinsicht: sie kommen beruflich nicht voran, nehmen kaum am öffentlichen Leben teil, sind psychisch angespannt, oft depressiv, haben Beziehungsprobleme. Sie sind sehr auf Hilfe anderer angewiesen, etwa wenn es darum geht, Anweisungen zu lesen, Fahrpläne zu studieren oder Bankautomaten zu nutzen. Wer tagtäglich auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, hat nicht die Möglichkeit, eigenständig einmal etwas Neues zu tun, immer wieder zeigen sich Grenzen. Der Teufelskreis von mangelndem Selbstwertgefühl und Unsicherheit führt immer wieder in die soziale Isolation.

 

Wo bekommt man Hilfe?

Derzeit nutzen ca. 20.000 Betroffene die Möglichkeit, in Kursen - meist an Volkshochschulen - Lesen und Schreiben zu lernen. Viele Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, wissen bisher aber nicht, dass es Möglichkeiten zur Alphabetisierung gibt. Das Arbeitsamt kann Menschen mit unzureichenden Kenntnissen in Sprache und Schrift keine Nachschulung ermöglichen. Die Betroffenen müssen sich selbst darum kümmern.

Der wichtigste erste Schritt ist das Alpha-Telefon, das es seit 1995 gibt: Unter der Telefonnummer 0251/533344 ist der Verband jederzeit zu erreichen. Er gibt Betroffenen und Angehörigen von Analphabeten Tipps, wo in welcher Stadt Kurse stattfinden, in denen Lesen und Schreiben gelehrt wird.

 
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