Organspende - Wie stehen Jugendliche dazu?
Eine im Mai 2003 veröffentlichte Repräsentativbefragung der forsa Gesellschaft im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat den Kenntnisstand und die Einstellung Jugendlicher in der Bundesrepublik zum Thema Organspende untersucht. Es interessierte außerdem, woher die Jugendlichen ihre Informationen beziehen und wer ihre gewünschten Ansprechpartner für weitergehende Informationen sind.
Die Befragung richtete sich an Jugendliche im Alter von 14-24 Jahren, befragt wurden 1001 per Telefoninterview.
Als Ergebnis stellte sich heraus, dass 23 Prozent der befragten Jugendlichen sich schon intensiver mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt haben. Das betrifft vor allem die 22- bis 24-Jährigen mit formal höherem Schulabschluss. 35 Prozent haben sich bisher nur wenig mit dem Thema beschäftigt, 42 Prozent (vor allem männliche Jugendliche, die 14- bis 17-Jährigen und die mit Hauptschulabschluss) haben sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt.
Mehrheit positiv
Die Mehrheit der Jugendlichen (85 Prozent) hat eine positive Haltung gegenüber der Organspende und 68 Prozent wären grundsätzlich mit einer Organspende nach ihrem Tod einverstanden. Von den Befragten, die sich intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt haben, würden sogar 85 Prozent einer Organspende vornehmen lassen. 21 Prozent - überdurchschnittlich häufig die 14- bis 17-Jährigen und die Jugendlichen, die sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, wären nicht damit einverstanden.
11 Prozent der Jugendlichen besitzen einen Organspendeausweis. Von den Jugendlichen, die schon intensiver in den Themenbereich eingestiegen sind, sogar 38 Prozent.
Interessant ist auch, dass ein deutlicher Zusammenhang besteht, zwischen der Häufigkeit von Gesprächen im Familien- und Freundeskreis und der allgemeinen Intensität der Auseinandersetzung mit dem Thema.
Informationen vor allem aus dem Internet
Die Kenntnisse über das Thema stammen häufig aus dem Internet (22%), aus Berichten in der Presse (15%), aus Gesprächen mit Freunden, Bekannten oder Verwandten (15%) sowie aus Filmen oder Fernsehsendungen (11%). Weitere Zahlen siehe Tabelle:
| Frage: | Wie informieren Sie sich zum Thema Organspende? |
| Internet | 22 % |
| Berichte in Illustrierten/Zeitungen | 15 % |
| Gespräche mit Bekannten, Freunden, Verwandten | 15 % |
| Filme oder Fernsehsendungen | 11 % |
| Fernseh- oder Radiospots | 9 % |
| Broschüren | 9 % |
| Schulunterricht | 9 % |
| Arzt | 6 % |
| Krankenhaus | 3 % |
| Bücher | 2 % |
| Radiosendungen | 2 % |
| Plakate | 1 % |
| überhaupt nicht | 1 % |
Als Wunschquelle für weitere Informationen wurde vor allem das Internet genannt (48%). 37 Prozent hätten ihre Informationen gerne von Presseberichten, jeweils 36 Prozent aus dem Schulunterricht und Fernseh- bzw. Radiospots. 33 Prozent bevorzugen Broschüren, 20 % Plakate. Die Päferenzen bezüglich der Informationsquellen unterscheiden sich teilweise recht deutlich in Abhängigkeit vom Alter der Befragten, wobei sich das Internet aber als das bei allen Altersgruppen am besten geeignete Medium herauskristallisiert hat.
Als präferierte Ansprechpartner wurden an erster Stelle der Partner oder Angehörige (48%) sowie der Arzt genannt (42%). Einige würden sich bevorzugt an Experten in Beratungsstellen (4%), an Lehrer (2%), Mitarbeiter des DRK (2%) oder Krankenhauspersonal (1%) wenden.
Quelle: Statistisches Bundesamt
