Plasmaspende: Lebenswichtige Hilfe

Es gibt viele Menschen, die zum Überleben regelmäßig Medikamente brauchen. Einige dieser Arzneimittel können nur aus Blutplasma hergestellt werden. Es gibt auch viele Menschen, die helfen wollen – in Deutschland spenden täglich über 7.000 Gesunde Blutflüssigkeit. Trotzdem reicht die Menge nicht für den Bedarf. Und Plasma künstlich herzustellen, ist nach wie vor nicht möglich.
Warum ist Blutplasma wichtig?
Plasma ist eine klare, gelbliche Flüssigkeit – der Anteil des Blutes, der übrig bleibt, wenn die Blutkörperchen abgetrennt werden. Blutplasma besteht zu über 90% aus Wasser. Darin gelöst sind kleinere Moleküle wie Zucker, Vitamine, Hormone, Harnstoff und Harnsäure sowie – mit 8% der größte Anteil – über 120 Eiweiße mit wichtigen, teilweise lebenswichtigen Aufgaben. Sie spielen eine Rolle insbesondere im Gerinnungs- und Immunsystem, aber auch als Transportvehikel für verschiedene Substanzen.
Fehlen diese Proteine bzw. werden vom Körper nur vermindert oder fehlerhaft hergestellt, kommt es zu Erkrankungen wie Blutgerinnungsstörungen und Abwehrschwäche. Werden dann nicht regelmäßig aus Spenderplasma gewonnene Eiweiße zugeführt, kann das lebensbedrohlichen Folgen haben. Aber auch Patienten mit großem Blutverlust z.B. nach einem Unfall oder nach Verbrennungen profitieren von Transfusionen mit Blutplasma.
Wie läuft eine Plasmaspende ab?
Etwa ein Viertel der im Blutplasma enthaltenen Eiweiße lässt sich zur Behandlung von Krankheiten nutzen. Die Blutflüssigkeit wird mittels Plasmapherese gewonnen. Dabei wird wie bei der "normalen" Blutspende nach der Hautdesinfektion Blut aus einer Armvene entnommen. Dieses fließt in einem geschlossenen Kreislauf in ein spezielles Gerät, das die festen Blutbestandteile, also die Blutkörperchen vom Blutplasma trennt. Das Plasma – pro "Spendensitzung" etwa 600 ml – wird in einem speziellen Beutel gesammelt; die Blutkörperchen werden dem Spender in einer körperverträglichen Flüssigkeit über die gleiche Kanüle direkt zurückgegeben. Das Blut im Schlauchsystem wird mit einem speziellen Zusatz gerinnungsunfähig gemacht. Die gesamte Prozedur dauert etwa eine Dreiviertelstunde. Im Anschluss wird der Spender noch etwa eine halbe Stunde überwacht.
Vorteil der Plasmaspende im Gegensatz zur Vollblutspende ist, dass dem Spender kaum roter Blutfarbstoff entzogen wird und dass die entfernten Bestandteile innerhalb von 1–2 Tagen im Körper neu gebildet werden. Somit ist theoretisch bereits am 3. Tag eine erneute Plasmaspende möglich. Gesetzlich ist eine jährliche Höchstgrenze von 25 Litern festgelegt.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

