Allergien durch Ozon

Wissenschaftler befürchten vermehrt Allergien durch Ozon

Marburg - Die Ozonbelastung wird nach Ansicht Marburger Wissenschaftler in den kommenden Jahren zu einer weiteren dramatischen Zunahme von Allergien und Asthma führenIn einer Langzeitstudie an Tieren sei festgestellt worden, dass Ozon die Entwicklung von Allergien und Asthma auch ohne gesundheitliche Vorbelastung fördern könne, erklärte der Labormediziner und Allergieexperte der Marburger Universitätsklinik Harald Renz am Dienstag.
Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass hohe Ozonbelastungen vor allem bei Kindern, oder Risikogruppen wie Lungenkranken und Allergikern Reaktionen auslösen können. Bei der Untersuchung der Marburger Experten stellte sich jedoch heraus, dass bei einer ständigen Ozon-Belastung auch das Immunsystem gesunder Menschen «in Richtung Allergie marschiert», erläutert Renz.
Die Bedeutung von Ozon müsse unter dem Aspekt der Zunahme von Allergie und Asthma neu diskutiert werden. Das Forschungsteam setzte mehrere hundert eigens gezüchtete Mäuse drei Mal pro Woche jeweils vier Stunden über vier Wochen hinweg einer Ozonkonzentration aus, die unter dem gesetzlichen Warnwert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter (ug/m3) liegt. Zudem mussten die Tiere Allergene inhalieren. Bei dem Versuch habe erstmals gezeigt werden können, dass eine Langzeitexposition von Ozon die Allergie- und Asthmaneigung verstärkt, erläutert der Experte.Den Nachweis lieferten Hauttests, Spülungen der Lunge und Antikörper, die im Blut der Nager nachgewiesen wurden. «Damit muss die Bedeutung des Umwelt- und Luftschadstoffs Ozon unter dem Aspekt der Zunahme von Allergie und Asthma neu diskutiert werden», forderte Renz.