Wetterfühligkeit - wenn das Wetter krank macht

Der launische April ist gekennzeichnet durch abrupte Wetterumschwünge, starke Temperaturschwankungen, aber auch schwülwarmes Wetter oder Fön. Mehr als jeder dritte Deutsche reagiert mehr oder weniger empfindlich auf die Wetterlage. Den Einfluss des Wetters spüren vor allem Frauen – besonders am Allgemeinbefinden und der Stimmung, aber auch bei der Leistungsfähigkeit und den Körperfunktionen wie Kreislauf und Atmung. Die Betroffenen reagieren auf Änderungen der Wetterlage mit Kopfdruck bis hin zu Migräneattacken, Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Konzentrationsschwäche, innerer Unruhe, Gereiztheit, Schwindel und anderen Kreislaufstörungen oder allgemeinem Unwohlsein, aber auch mit Gelenk-, Muskel- oder Narbenschmerzen. Und: Bei extremen Wetterlagen häufen sich Krankheitsattacken und Todesfälle.

Ursachen der Wetterfühligkeit

Wetterfühligkeit ist zwar keine Krankheit, weist aber auf ein Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem hin. Dieses bildet so etwas wie ein "Innenweltsystem" des Körpers und dient zur Aufrechterhaltung der inneren Balance. Wird es durch Stress, hektische Lebensweise, steigende Umweltbelastungen (Smog, Ozon, UV-Licht etc.) gestört, kann es aus dem Gleichgewicht geraten. Einige Menschen reagieren dann verstärkt auf äußere Einflüsse des Wetters. Dies könnte auch erklären, warum Städter weit häufiger von Wetterfühligkeit betroffen sind als die Landbevölkerung: Ein schneller Lebensrhythmus sowie mehr Umwelt- und Stressbelastungen lassen ihr vegetatives Nervensystem anfällig werden.

Wetterfühligkeit ist kein Fantasieprodukt - darüber sind sich die Experten einig. Wie Wetterfühligkeit genau entsteht, ist allerdings nach wie vor unklar. Prof. Dieter Vaitl vom Institut für klinische und physiologische Psychologie der Universität Gießen zeigte, dass wetterfühlige Menschen besonders empfindlich auf unsichtbare elektrische Entladungen wie sie bei Wetterveränderungen auftreten reagieren. Diese Entladungen (sogenannte Sferics) bauen ein elektromagnetisches Feld auf, vergleichbar mit schwachen, unsichtbaren Blitzen, die das vegetative Nervensystem in seiner Steuerungsfunktion belasten.

Der Münchner Bio-Meterologe Prof. Peter Höppe konnte nachweisen, dass die Vorhersagen "Wetterfühliger" in zwei Drittel der Fälle mit denen des Deutschen Wetterdienstes übereinstimmte. Er vermutet, dass geringe Luftdruckschwankungen bei Wetterwechsel unsere sogenannten Barorezeptoren beeinflussen, an der Gabelung der Halsschlagadern sitzende Sinneszellen, die auf Druck reagieren und Blutdruck und Puls steuern.

 
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