Die Apotheke - Anlaufstelle für alle Gesundheitsfragen
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten Medikamente, die ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden können, seit dem 1.1.2004 nur noch in Ausnahmefällen. Diese Reform hat das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung deutlich verändert. Was sich jedoch nicht ändert: die Medikamente sind in Wirkung und Qualität nach wie vor gleich!
Rezeptfrei - aber nicht wirkungslos!
Heute suchen die Deutschen bei kleineren Beschwerden nicht mehr sofort den Arzt auf, sondern kaufen sich in der Apotheke ein OTC Präparat. Von den über 23.000 Medikamenten, die in Deutschland zugelassen sind, ist etwa jedes fünfte ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Viele Alltagsbeschwerden und kleine Gesundheitsstörungen benötigen nicht zwingend die Konsultation eines Arztes und können im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden.
Unter Selbstmedikation versteht man alle eigenverantwortlichen Maßnahmen mit rezeptfreien Arzneimitteln zur Erhaltung der Gesundheit und zur Behandlung von Gesundheitsstörungen. OTC steht für "over the counter" und bezeichnet alle Arzneimittel, die in der Apotheke ohne ärztliche Verordnung "über den Ladentisch" abgegeben werden. Achtzig Prozent der Bevölkerung nehmen bei Bagatellerkrankungen wie einer Erkältung, einer leichten Magenverstimmung oder Kopfschmerzen Medikamente ein, ohne vorher einen Arzt aufgesucht zu haben. Für die Selbstmedikation gibt es heute gut wirksame und verträgliche Medikamente.
Parallel zur Zunahme der Selbstmedikation sind die Arztbesuche stark rückläufig bzw. verzögert: 58 Prozent der Bundesbürger versuchen sich bei Beschwerden zunächst selbst mit rezeptfreien Medikamenten zu helfen - 5 Prozent mehr als noch 2003. Auch die Vorsorge nehmen die Deutschen ernst: 42 Prozent begegnen gesundheitlichen Risiken mit freiverkäuflichen Präparaten.
Die Apotheke als Gesundheitsberater
Beim Kauf rezeptfreier Medikamente lassen sich 74 Prozent der Bundesbürger in der Apotheke beraten. Insbesondere bei kleineren Beschwerden fungieren Apotheker zunehmend als Gesundheitsberater. Dennoch: Nur der Arzt darf eine Diagnose stellen und eine Therapie einleiten.
Für die Ärzte bedeutet die Gesundheitsreform also kein Bedeutungsverlust, im Gegenteil: Das Modell "Grünes Rezept" findet in der Bevölkerung ebenfalls Akzeptanz. Das "Grüne Rezept" ist nichts anderes als eine schriftliche Empfehlung des Arztes für Medikamente, die aufgrund der Gesundheitsreform (GMG) nicht mehr erstattungsfähig sind.
24-Stunden-Gesundheitsservice
Die Apotheke steht der Bevölkerung in allen Fragen rund um die Gesundheit bei und unterstützt chronisch kranke Menschen. Insbesondere die Abgabe aller beratungs- oder erklärungsbedürftigen Medikamente sowie die Information und Beratung über Medikamente ist der Apotheke vorbehalten.
Zum pharmazeutischen Alltag gehört es ebenfalls, Beschwerden von Patienten zu hinterfragen sowie die kritische Prüfung von Produktwünschen. Der große Vorteil für die Kunden – auch im Rahmen der Selbstmedikation: wer unsicher ist oder Rat sucht hat die Möglichkeit sich sofort und unmittelbar in der Apotheke beraten zu lassen. Die Apotheken tragen so wesentlich zur Arzneimittelsicherheit, dem Therapieerfolg und somit der Qualitätssicherung in der OTC-Arzneimitteltherapie bei.
Die neue "Patientengeneration"
In der Gesellschaft zeichnet sich durch neue Informationsquellen und die Gesundheitsreform inzwischen auch eine neue Patientengeneration ab: der Patient, der gesundheitsschädliches Verhalten bewusst meidet sowie der Patient mit Eigenaktivität, der so genannte "lnformiert-Körperbewusste". Dieser "Gesundheitsmanager" übernimmt die Verantwortung für sich und will entscheiden, wann er einen Arzt oder Apotheker aufsucht. Im Rahmen der Selbstmedikation sucht er Qualität über die Apotheke.
Auch hier kann die Apotheke mit dazu beitragen, dass Patienten in ihrer Entscheidungskompetenz und Eigenverantwortung gestärkt werden, damit sie ihr Gesundheitsverhalten aktiv gestalten können. Bildquelle: ABDA
