Die Leistungen der Apotheke

Nach Auskunft des Deutschen Apothekerverbandes nutzen jeden Tag 3,5 bis 4 Millionen Menschen die Apotheke als erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen.
In Deutschland gibt es 150 000 verschiedene Medikamente inklusive der verschiedenen Darreichungsformen und Packungsgrößen und noch einmal so viele Hilfsmittel wie Fieberthermometer oder Sportlerbandagen. Wer verschiedene Arzneimittel einnimmt, kann in der Apotheke überprüfen lassen, ob sie sich miteinander vertragen.
Nicht nur verschreibungspflichtige Präparate, sondern auch vermeintlich "harmlose" Medikamente, die per Selbstmedikation eingenommen werden, können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen. Beispielsweise hemmen Calciumtabletten gegen Knochenschwund die möglicherweise lebensrettende Wirkung bestimmter Antibiotika. Daher sollte jeder Kunde mögliche Wechselwirkungen erfragen und den Apotheker über alle eingenommenen Arzneimittel informieren. Bei der fachlichen Prüfung hilft dem Apotheker ein Medikationsprofil, das die Art, Menge und Dosierung der Medikamente aufführt.
Die hierfür notwendigen Daten, die in so gut wie allen Apotheken verfügbar sind, werden von einer knapp 30-köpfigen Apotheker-Redaktion betreut. Sie werden ständig erweitert und alle zwei Wochen auf den neuesten Stand gebracht.
Pharmazeutische Betreuung als neues Arbeitsfeld
Das besondere Augenmerk der Apotheker liegt seit einiger Zeit auf der so genannten pharmazeutischen Betreuung. Gemeint ist damit, dass der Apotheker seine Leistung im Dreiklang Arzt-Patient-Apotheker nicht auf die Medikamenten-Ausgabe beschränkt, sondern sich intensiv mit dem pharmazeutischen Anforderungsprofil des Patienten auseinander setzt.
Damit soll weder eine Konkurrenzsituation zum behandelnden Arzt geschaffen noch unnötiger Datentransfer hervorgerufen werden. Der Apotheker muss jedoch in der Lage sein, dem Patienten die Arzneimitteltherapie so zu erklären, dass die angestrebten Therapieziele erreicht werden können. Diese werden einerseits vom Arzt formuliert, wie z.B. die angestrebte Blutdrucksenkung bei einem Patienten mit Bluthochdruck. Andererseits strebt auch der Patient Ziele an, die er mit seiner Arzneimitteleinnahme erreichen möchte, z.B. die Vermeidung eines Asthmaanfalls durch die Verwendung seiner Asthma-Medikation. Dazu ist es notwendig, dem Patienten die Anwendung und Einnahme des Arzneimittels umfassend zu erläutern. Zusammen wird nach Möglichkeiten gesucht, wie die Arzneimitteleinnahme am besten in seinen Alltag zu integriert ist.
Breites Angebot: von der Milchpumpe bis zur individuell gefertigten Creme
Apotheken bieten ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen an. Neben verschreibungspflichtigen und frei erhältlichen Medikamenten kann man in der Apotheke zum Beispiel seinen Blutdruck oder Cholesterinspiegel messen lassen. Das "Aufräumen" der Hausapotheke gehört ebenso zum Beratungsangebot, wie die individuelle Zusammenstellung der Reiseapotheke. Eltern kommen in die Apotheke, wenn ihre Kinder vermeintlich giftige Pflanzen gegessen haben. Außerdem verleiht die Apotheke Milchpumpen an junge Mütter und überprüft Verbandskästen von Autofahrern.
Auch wer eine Selbsthilfegruppe oder seriöse Informationen über so genannte Wundermittel sucht, der ist in der Apotheke an der richtigen Adresse.
Hinzu kommt, dass über Nacht- und Notdienste 24 Stunden Beratungskompetenz zur Verfügung steht.
